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Antilopenhase

A

Tierart – Säugetiere > Hasenartige

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Lepus alleni
  • Ordnung: Hasenartige (Lagomorpha)
  • Familie: Hasen (Leporidae)
  • Gattung: Echte Hasen (Lepus)
  • Lebensraum: Trockene Gras- und Strauchlandschaften im Nordwesten Mexikos und im Süden Arizonas
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge 55–67 cm; Ohrlänge bis 17 cm
  • Gewicht: 2,7–5,9 kg
  • Lebenserwartung: Etwa 1–5 Jahre in freier Wildbahn

Aussehen & Merkmale

Der Antilopenhase gehört zu den größten Vertretern der Gattung Lepus in Nordamerika. Sein auffälligstes Merkmal sind die extrem langen, nahezu unbehaarten Ohren, die eine Länge von bis zu 17 Zentimetern erreichen. Diese Löffel sind von einem dichten Netz feiner Blutgefäße durchzogen und dienen als hocheffizientes Organ zur Thermoregulation – ein entscheidender Vorteil in der Hitze seines Wüstenhabitats.

Das Fell ist an der Oberseite gelblich-braun bis sandfarben und passt sich damit hervorragend an den trockenen Untergrund der Sonora-Wüste an. Die Flanken erscheinen deutlich heller, beinahe weiß. Der Bauch und die Unterseite sind reinweiß. Der Schwanz ist oberseits schwarz gestreift und unterseits weiß. Die Hinterläufe sind kräftig und vergleichsweise lang, was dem Tier eine hohe Sprungkraft und Laufgeschwindigkeit verleiht. Seine englische Bezeichnung „Antelope Jackrabbit" verdankt der Antilopenhase seiner Angewohnheit, beim Laufen das weiße Fell an den Flanken aufzublitzen – ein Verhalten, das an die Warnflucht nordamerikanischer Gabelböcke (Antilocapra americana) erinnert.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Antilopenhasen ist im Vergleich zu vielen anderen Lepus-Arten relativ eng begrenzt. Es erstreckt sich über den Nordwesten Mexikos – vor allem die Bundesstaaten Sonora, Sinaloa und Nayarit – sowie den äußersten Süden des US-Bundesstaates Arizona. Damit ist die Art eng an die Sonora-Wüste und angrenzende halbaride Landschaften gebunden.

Typische Biotope sind offene Graslandschaften, Mesquite-Flachland und mit Kakteen durchsetzte Dornstrauch-Savannen. Der Antilopenhase bevorzugt flaches bis leicht hügeliges Terrain in Höhenlagen von Meereshöhe bis etwa 1.500 Meter. Er meidet dichte Waldgebiete und stark felsige Hänge. Entscheidend für die Habitatwahl ist das Vorhandensein von niedrigen Sträuchern, die Deckung vor Fressfeinden bieten, sowie von krautigen Pflanzen als Nahrungsgrundlage.

Ernährung

Der Antilopenhase ist ein reiner Pflanzenfresser (Herbivore). Seine Nahrung setzt sich aus Gräsern, Kräutern, Kakteen und den Blättern verschiedener Wüstensträucher zusammen. In den trockenen Sommermonaten spielen Kakteen – insbesondere Opuntien – eine zentrale Rolle in der Ernährung, da sie neben Nährstoffen auch den größten Teil des Wasserbedarfs decken. Der Antilopenhase ist weitgehend unabhängig von offenen Wasserquellen und nimmt die benötigte Flüssigkeit fast ausschließlich über seine pflanzliche Nahrung auf.

Wie alle Hasenartigen praktiziert auch der Antilopenhase Caecotrophie: Er frisst einen Teil seines eigenen Kots (sogenannten Blinddarmkot), um schwer verdauliche Pflanzenfasern ein zweites Mal durch den Verdauungstrakt zu schleusen und so die Nährstoffausbeute zu maximieren.

Verhalten & Lebensweise

Der Antilopenhase ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber ruht er in flachen, selbst gescharrten Mulden im Schatten von Büschen oder Kakteen. Ein echtes Grabverhalten wie bei Kaninchen (Oryctolagus) zeigt er nicht; die Mulden dienen lediglich als temporäre Rastplätze.

Die Art ist ein Einzelgänger ohne feste Revierstrukturen. Gelegentlich lassen sich lose Ansammlungen von mehreren Tieren an besonders nahrungsreichen Stellen beobachten, doch echte soziale Bindungen oder Gruppenbildungen bestehen nicht. Bei Gefahr verlässt sich der Antilopenhase zunächst auf seine Tarnung und verharrt reglos. Wird er aufgeschreckt, flüchtet er in schnellen, zickzackförmigen Sprüngen mit Geschwindigkeiten von bis zu 70 km/h. Während der Flucht richtet er das weiße Fell an Flanken und Hinterläufen auf, was als optisches Warnsignal für Artgenossen interpretiert wird – eben jenes „Antilopenverhalten", das ihm seinen Namen gab.

Zu seinen natürlichen Fressfeinden zählen Kojoten (Canis latrans), Rotluchse (Lynx rufus), Steinadler (Aquila chrysaetos) und verschiedene Großeulen. Auch Klapperschlangen können jungen Hasen gefährlich werden.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzungszeit des Antilopenhasen erstreckt sich über einen Großteil des Jahres, wobei die Hauptaktivität zwischen Dezember und September liegt. Weibchen können mehrere Würfe pro Jahr zur Welt bringen. Die Tragzeit beträgt etwa 6 Wochen (rund 42 Tage). Pro Wurf werden in der Regel ein bis drei, selten bis zu fünf Jungtiere geboren.

Wie bei allen Echten Hasen handelt es sich um Nestflüchter: Die Jungen kommen voll behaart, sehend und weitgehend mobil zur Welt. Sie werden in einer einfachen Bodenmulde ohne Nestbau abgesetzt. Das Weibchen säugt die Jungtiere nur für wenige Wochen, danach ernähren sie sich selbstständig. Die hohe Reproduktionsrate gleicht die beträchtliche Sterblichkeit aus – ein Großteil der Jungt