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Schneehase

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Tierart – Säugetiere > Hasenartige

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Lepus timidus
  • Ordnung: Hasenartige (Lagomorpha)
  • Familie: Hasen (Leporidae)
  • Gattung: Echte Hasen (Lepus)
  • Lebensraum: Alpine Matten, subarktische Tundra, boreale Nadelwälder, Hochmoore
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge 45–65 cm, Ohrlänge 6–8 cm
  • Gewicht: 2,5–5,5 kg
  • Lebenserwartung: 5–8 Jahre in freier Wildbahn, bis zu 12 Jahre in Gefangenschaft

Aussehen & Merkmale

Der Schneehase ist ein mittelgroßer Vertreter der Gattung Lepus, der sich durch seinen ausgeprägten saisonalen Fellwechsel von den meisten anderen Hasenarten unterscheidet. Im Winter trägt er ein nahezu vollständig weißes Fell, das nur an den Ohrenspitzen schwarze Zeichnung zeigt. Dieses Winterfell ist deutlich dichter und länger als das Sommerfell und bietet sowohl Tarnung im Schnee als auch Isolation gegen Kälte. Im Sommer wechselt die Fellfarbe zu einem Graubraun bis Blaugrau, das an die steinige und vegetationsreiche Umgebung angepasst ist. In Irland und auf einigen schottischen Inseln, wo selten Schnee fällt, behalten die dort lebenden Populationen ganzjährig ein braunes Fell.

Im Vergleich zum Feldhasen (Lepus europaeus) wirkt der Schneehase gedrungener. Seine Ohren sind kürzer und weniger auffällig, was die Wärmeabgabe über diese dünn durchbluteten Körperteile verringert – eine typische Anpassung an kalte Klimazonen gemäß der Allenschen Regel. Die Hinterläufe sind breit und stark behaart, was wie eine Art Schneeschuh wirkt und dem Tier das Laufen auf weichem Schnee erleichtert. Die Augen liegen seitlich am Kopf und ermöglichen ein Gesichtsfeld von fast 360 Grad.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Schneehasen erstreckt sich über weite Teile der Paläarktis. Er besiedelt die skandinavische Tundra, die Taiga Sibiriens, die Gebirgsregionen Schottlands, Irlands und der Alpen sowie Teile Nordjapans (Hokkaido). In den Alpen kommt er in Höhenlagen zwischen 1.300 und 3.500 Metern vor, wobei er dort bevorzugt die Zone oberhalb der Baumgrenze bewohnt.

Sein Habitat umfasst offene, baumarme Landschaften: alpine Grasmatten, Zwergstrauchheiden mit Heidelbeere und Alpenrose, Blockhalden, Hochmoore und die arktische Tundra. In Skandinavien und Sibirien dringt er auch in lichte boreale Nadelwälder vor. Entscheidend für die Biotopwahl ist eine ausreichende Schneedecke im Winter, die sowohl Deckung als auch Nahrungszugang bietet, sowie das Vorhandensein von niedrigwüchsiger Vegetation.

In den Alpen stellt der Schneehase ein Eiszeitrelikt dar: Er besiedelte während der Kaltzeiten das europäische Flachland und zog sich mit der Erwärmung in die Hochlagen zurück. Dort lebt er heute in isolierten Populationen, die genetisch voneinander getrennt sind.

Ernährung

Der Schneehase ist ein reiner Pflanzenfresser (Herbivor). Sein Nahrungsspektrum variiert stark mit den Jahreszeiten. Im Sommer frisst er Gräser, Kräuter, Klee und junge Triebe verschiedener Alpenpflanzen. Im Winter, wenn diese Nahrungsquellen unter der Schneedecke liegen, weicht er auf Rinde, Knospen, Zweige von Zwergsträuchern sowie Heidekraut und Wacholder aus. Moose und Flechten ergänzen den Speiseplan.

Wie alle Hasenartigen praktiziert der Schneehase Caecotrophie: Er nimmt einen Teil seines Kots – den sogenannten Blinddarmkot – erneut oral auf, um Nährstoffe und Vitamine, die beim ersten Durchgang durch den Verdauungstrakt nicht vollständig resorbiert wurden, ein zweites Mal zu verwerten. Dieses Verhalten ist für die Nährstoffversorgung in seinem kargen Lebensraum essenziell.

Verhalten & Lebensweise

Der Schneehase ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber ruht er in flachen Mulden, sogenannten Sassen, die er in den Boden oder Schnee drückt und die ihm Windschutz und Tarnung bieten. Er gräbt keine Baue, sondern verlässt sich auf seine Fellfarbe zur Tarnung.

Die Art lebt weitgehend einzelgängerisch. Es gibt keine festen Reviere im engeren Sinne, jedoch Streifgebiete (Homeranges), die sich mit denen von Artgenossen überlappen können. In Regionen mit hoher Populationsdichte, etwa in der schottischen Hochebene, können sich lose Gruppen bilden, die jedoch keine sozialen Strukturen im Sinne eines Rudels aufweisen.

Bei Gefahr verharrt der Schneehase zunächst reglos und verlässt sich auf seine Tarnung. Wird er aufgescheucht, flüchtet er in schnellen Haken mit Geschwindigkeiten von bis zu 60 km/h. Zu seinen natürlichen Fressfeinden zählen Steinadler, Uhu, Hermelin, Rotfuchs und in nördlichen Breiten der Polarfuchs und der Vielfraß.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit – bei Hasen als Rammelzeit bezeichnet – erstreckt sich je nach geografischer Lage von Februar bis Juli. In den Alpen findet die Hauptpaarungszeit im März und April statt. Die Rammler verfolgen die Häsinnen und liefern sich untereinander Kämpfe, bei denen sie sich mit den Vorderläufen boxen.

Nach einer Tragzeit von etwa 50 Tagen bringt die Häsin ein bis fünf, meist zwei bis drei Junge zur Welt. Pro Jahr sind in den Alpen ein bis zwei Würfe möglich, in der subarktischen Tundra meist nur einer. Die Jungtiere sind Nestflüchter: Sie kommen behaart und sehend zur Welt und können bereits kurz nach der Geburt selbstständig laufen. Die Häsin säugt die Jungen etwa vier bis fün