Axishirsch
ATierart – Säugetiere > Huftiere – Hirsche
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Axis axis
- Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
- Familie: Hirsche (Cervidae)
- Unterfamilie: Echte Hirsche (Cervinae)
- Gattung: Axis
- Lebensraum: Lichte Wälder, Waldränder, Graslandschaften und Auengebiete auf dem indischen Subkontinent
- Größe: Kopf-Rumpf-Länge 110–140 cm, Schulterhöhe 75–97 cm
- Gewicht: Männchen 60–90 kg, Weibchen 40–60 kg
- Lebenserwartung: 15–20 Jahre in freier Wildbahn, bis 22 Jahre in Gefangenschaft
Aussehen & Merkmale
Der Axishirsch, auch als Chital oder Fleckenhirsch bezeichnet, gilt als einer der optisch auffälligsten Vertreter der Familie der Hirsche. Sein Fell ist rotbraun bis goldbraun gefärbt und über den gesamten Körper mit Reihen deutlicher weißer Flecken übersät. Diese Zeichnung bleibt – anders als beim Damhirsch oder beim europäischen Rothirsch – das gesamte Leben über erhalten und ist nicht auf das Jugendkleid beschränkt. Entlang des Rückgrats verläuft ein dunkler Aalstrich, der von einer Reihe besonders dichter Flecken begleitet wird. Die Unterseite des Körpers, die Innenseiten der Läufe und der Bereich um die Kehle sind deutlich heller, oft weißlich.
Männliche Tiere tragen ein dreisprossiges Geweih, das eine Länge von bis zu 100 cm erreichen kann. Im Vergleich zu anderen Hirscharten ist das Geweih schlank und leierartig geschwungen. Es wird jährlich abgeworfen und neu gebildet, wobei der Zeitpunkt des Geweihwechsels individuell stark variiert und nicht an eine feste Jahreszeit gebunden ist. Die Augen sind groß und dunkel, die Ohren breit und beweglich. Beide Geschlechter besitzen einen mittellangen Schwanz mit weißer Unterseite, der bei Flucht als Warnsignal aufgestellt wird.
Lebensraum & Verbreitung
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Axishirsches umfasst den indischen Subkontinent. Die Art kommt in Indien, Nepal und Sri Lanka vor, wobei Indien den weitaus größten Teil der Population beherbergt. Bevorzugte Habitate sind offene, lichte Laubwälder und Trockenwälder, Waldlichtungen, Galeriewälder entlang von Flussläufen sowie buschreiche Graslandschaften. Dichte, geschlossene Wälder werden gemieden. Der Axishirsch ist an die Nähe von Wasserquellen gebunden und siedelt selten weit von Flüssen, Seen oder Teichen entfernt.
Durch gezielte Aussetzung durch den Menschen hat sich der Axishirsch als Neozoon in zahlreichen Regionen außerhalb seines natürlichen Areals etabliert. Bedeutende eingebürgerte Populationen existieren in Texas (USA), auf Hawaii, in Australien, Kroatien und auf mehreren Inseln im Pazifik. In einigen dieser Gebiete verursacht die Art als invasive Spezies ökologische Probleme, da sie einheimische Vegetation überweidet und mit heimischen Herbivoren konkurriert.
Ernährung
Der Axishirsch ist ein reiner Pflanzenfresser mit einem breiten Nahrungsspektrum. Die Hauptnahrung besteht aus Gräsern, die je nach Verfügbarkeit bis zu 80 Prozent der Nahrung ausmachen können. Ergänzt wird der Speiseplan durch Kräuter, junge Triebe, Blätter, Blüten und Früchte. In der Trockenzeit, wenn frisches Gras knapp wird, weichen die Tiere verstärkt auf Laub, Rinde und herabgefallene Früchte aus. Der Axishirsch folgt häufig Gruppen von Hanuman-Languren, da diese Affen beim Klettern Früchte und Blätter zu Boden fallen lassen, die der Hirsch dann aufnimmt. Diese Vergesellschaftung bietet zudem einen Vorteil bei der Feindvermeidung, da die Languren aus erhöhter Position Raubtiere frühzeitig entdecken und durch Alarmrufe warnen.
Verhalten & Lebensweise
Axishirsche sind gesellige Tiere und leben in Rudeln, die typischerweise 10 bis 50 Individuen umfassen, gelegentlich aber auch deutlich größer werden können. Die Herden setzen sich aus Weibchen mit Jungtieren und jüngeren Männchen zusammen. Ältere, dominante Hirsche schließen sich den Gruppen vor allem zur Brunft an. Eine strikte Revierverteidigung findet nicht statt; die Streifgebiete verschiedener Herden überlappen sich erheblich.
Die Aktivitätsmuster sind vorwiegend auf die Morgen- und Abenddämmerung konzentriert. In Gebieten mit hohem Jagddruck oder starker menschlicher Präsenz verlagern die Tiere ihre Aktivität zunehmend in die Nachtstunden. Die heißen Mittagsstunden werden ruhend im Schatten verbracht, oft in der Nähe von Gewässern. Axishirsche sind gute Schwimmer und durchqueren bei Bedarf Flüsse.
Bei Gefahr stoßen die Tiere ein lautes, bellendes Alarmrufen aus, das über weite Strecken hörbar ist und auch andere Tierarten wie Sambarhirsche oder Wildschweine warnt. Zu den natürlichen Feinden zählen Tiger, Leoparden, Rothunde (Dholes), Streifenhyänen und Sumpfkrokodile. Jungtiere fallen gelegentlich auch Schakalen und großen Greifvögeln zum Opfer.
Fortpflanzung & Aufzucht
Eine der Besonderheiten des Axishirsches ist das Fehlen einer klar abgegrenzten Brunftzeit. Paarungen können ganzjährig stattfinden, wobei regionale Häufungen auftreten, die oft mit dem Einsetzen der Regenzeit korrelieren. Männchen konkurrieren zur Brunft durch Imponierverhalten, Lautäußerungen und direkte Geweihkämpfe um paarungsbereite Weibchen. Die Tragzeit beträgt rund 210 bis 235 Tage, also etwa siebeneinhalb Monate.
In der Regel wird ein einzelnes Kalb geboren, Zwillinge sind selten. Das Jungtier trägt von Geburt an die typische Fleckenzeichnung und ist ein