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Damhirsch

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Tierart – Säugetiere > Huftiere – Hirsche

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Dama dama
  • Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
  • Familie: Hirsche (Cervidae)
  • Unterfamilie: Echte Hirsche (Cervinae)
  • Gattung: Dama
  • Lebensraum: Lichte Laub- und Mischwälder, Parklandschaften, offene Kulturlandschaften
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge 120–175 cm, Schulterhöhe 80–105 cm
  • Gewicht: Hirsche 60–100 kg, Kühe 30–50 kg
  • Lebenserwartung: 15–20 Jahre in freier Wildbahn, bis 25 Jahre in Gehegen

Aussehen & Merkmale

Der Damhirsch ist ein mittelgroßer Vertreter der Familie der Hirsche, der sich durch sein charakteristisches Schaufelgeweih deutlich von anderen europäischen Hirscharten unterscheidet. Während das Rothirschgeweih stets stangen- und sprossenförmig bleibt, bilden die Geweihe älterer Damhirsche breite, abgeflachte Schaufeln mit zahlreichen Enden am oberen Rand aus. Junge Hirsche tragen zunächst einfache Spieße, die sich mit zunehmendem Alter zunehmend verbreitern. Das Geweih wird jährlich im April oder Mai abgeworfen und bis August neu gebildet. Während der Wachstumsphase ist es von einer nährstoffreichen Basthaut überzogen.

Das Sommerfell des Damhirschs zeigt eine rotbraune Grundfärbung mit auffälligen weißen Flecken auf Rücken und Flanken. Ein dunkler Aalstrich zieht sich über die Rückenlinie. Im Winter wechselt das Fell zu einem einheitlichen graubraunen Ton, wobei die Fleckenzeichnung weitgehend verschwindet. Der Spiegel – der helle Fleck rund um den Schwanz – ist weiß und wird seitlich von dunklen Streifen eingefasst. Es treten verschiedene Farbvarianten auf: Neben der häufigen gefleckten Normalfärbung gibt es schwarze (melanistische), weiße (leuzistische) und sehr helle, fast isabellfarbene Tiere. Weibliche Damhirsche, die als Kühe oder Damtiere bezeichnet werden, sind insgesamt kleiner und leichter als die Hirsche und tragen kein Geweih.

Lebensraum & Verbreitung

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Damhirschs lag im östlichen Mittelmeerraum und in Kleinasien. Gesicherte autochthone Populationen existierten auf der südlichen Balkanhalbinsel, in der heutigen Türkei und möglicherweise auf Rhodos. Bereits die Römer verbreiteten den Damhirsch als Park- und Jagdwild über weite Teile Europas. Im Mittelalter setzten vor allem Adel und Klöster diese Tradition fort, sodass der Damhirsch heute in nahezu ganz Europa, in Teilen Nord- und Südamerikas, in Australien, Neuseeland und Südafrika als eingebürgerte Art vorkommt.

Als Habitat bevorzugt der Damhirsch lichte Laub- und Mischwälder mit ausgedehnten Lichtungen, Waldwiesen und angrenzenden offenen Flächen. Er meidet dichte, geschlossene Nadelwaldbestände und hochalpine Lagen. In Mitteleuropa besiedelt er bevorzugt flaches bis hügeliges Gelände in Tieflandregionen. Parklandschaften mit einem Mosaik aus Wald, Gebüsch und Grünland bieten ideale Biotope. In vielen Regionen Deutschlands leben freilebende Populationen in Wildgattern, Forstrevieren und großflächigen Naturschutzgebieten.

Ernährung

Der Damhirsch ist ein Wiederkäuer und zählt zu den sogenannten Mischäsern, die sowohl grasen als auch browsen. Gräser und Kräuter bilden den Hauptbestandteil der Nahrung und können je nach Jahreszeit und Lebensraum über 60 Prozent der Äsung ausmachen. Daneben frisst der Damhirsch Blätter, Knospen und junge Triebe von Sträuchern und Bäumen, Eicheln, Bucheckern, Kastanien und herabgefallenes Obst. Im Winter, wenn die Vegetationsdecke reduziert ist, gewinnen Rinde, Efeu und Brombeerblätter an Bedeutung. In landwirtschaftlich geprägten Gebieten sucht er auch Felder auf und kann dort an Raps, Getreide und Rüben Schäden verursachen. Der Nahrungsbedarf eines ausgewachsenen Hirsches liegt bei etwa drei bis fünf Kilogramm Trockenmasse pro Tag.

Verhalten & Lebensweise

Damhirsche sind gesellige Tiere, die in geschlechtsspezifischen Rudeln leben. Weibchen bilden zusammen mit ihren Kälbern und Jährlingen sogenannte Kahlwildrudel, während die Hirsche außerhalb der Brunft eigene Hirschrudel formen. Die Rudelgrößen variieren je nach Lebensraum und Populationsdichte erheblich – von wenigen Tieren bis zu Gruppen von über 50 Individuen in offenen Parklandschaften.

Die Aktivität ist überwiegend dämmerungsaktiv mit Schwerpunkten in den frühen Morgen- und späten Abendstunden. In Gebieten mit geringer Störung durch Menschen sind Damhirsche auch tagsüber aktiv. In stark bejagten Revieren verlagert sich die Aktivität dagegen zunehmend in die Nachtstunden, sodass die Tiere dort nahezu nachtaktiv werden. Der Damhirsch nutzt feste Wechsel zwischen Einständen und Äsungsflächen und zeigt eine hohe Standorttreue. Ausgeprägte Revierverteidigung findet nur bei den Hirschen während der Brunft statt.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Brunft – im Jägerdeutsch auch als Brunftzeit bezeichnet – fällt beim Damhirsch in den Oktober und November und liegt damit etwa vier Wochen später als beim Rothirsch. Die Hirsche markieren sogenannte Brunftplätze, indem sie den Boden mit den Vorderläufen aufschlagen, mit dem Geweih Vegetation fegen und Duftmarken über den Präorbitaldrüsen absetzen. Auf diesen Brunftplätzen stoßen die Hirsche tiefe, rhythmische Rufe aus – ein charakteristisches Rülpsen, das über weite Entfernungen hörbar ist.

Das Paar