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Davidshirsch

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Tierart – Säugetiere > Huftiere – Hirsche

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Elaphurus davidianus
  • Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
  • Familie: Hirsche (Cervidae)
  • Unterfamilie: Cervinae
  • Gattung: Elaphurus
  • Lebensraum: Sumpfige Flussniederungen und feuchte Graslandschaften
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge ca. 150–200 cm, Schulterhöhe ca. 115–140 cm
  • Gewicht: 150–250 kg (Hirsche schwerer als Hirschkühe)
  • Lebenserwartung: ca. 18–23 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Davidshirsch ist ein großer, kräftig gebauter Hirsch mit mehreren anatomischen Besonderheiten, die ihn von anderen Vertretern der Familie der Cervidae deutlich unterscheiden. Im Chinesischen trägt er den Beinamen „Sìbùxiàng" – „keinem der vier ähnlich" –, weil sein Äußeres an verschiedene Tiere zugleich erinnert: Der Schwanz gleicht dem eines Esels, die Hufe erinnern an Rinder, der Hals wirkt pferdeähnlich, und das Geweih ähnelt keinem anderen Hirsch.

Das Fell wechselt mit den Jahreszeiten. Im Sommer ist es rötlich-braun mit einem leichten Glanz, im Winter wird es dichter, länger und nimmt einen graubraunen Ton an. Am Bauch und an der Innenseite der Läufe zeigt sich eine hellere, gelblich-weiße Färbung. Auffällig ist der vergleichsweise lange Schwanz, der mit einer dunklen Quaste endet und mit rund 50 cm deutlich länger ausfällt als bei den meisten anderen Hirscharten.

Das Geweih der Hirsche ist ebenfalls ungewöhnlich: Die Hauptstangen sind nach hinten gerichtet und verzweigen sich mehrfach. Die Sprossen zeigen teilweise nach vorn, was dem Geweih ein gegabeltes, fast „verkehrt" wirkendes Erscheinungsbild verleiht. Hirschkühe tragen kein Geweih. Die Hufe sind breit und können gespreizt werden, was dem Tier auf weichem, sumpfigem Untergrund eine vergrößerte Trittfläche verschafft – eine Anpassung an sein ursprüngliches Habitat in Feuchtgebieten.

Lebensraum & Verbreitung

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Davidshirschs lag in den sumpfigen Flussniederungen und Überschwemmungsebenen Ost- und Zentralchinas, insbesondere entlang des Jangtsekiang und des Gelben Flusses. Dort besiedelte er feuchte Graslandschaften, Röhrichtbestände und flache Seeufer – ein Biotop, das durch periodische Überflutungen gekennzeichnet war.

In freier Wildbahn gilt die Art seit dem späten 19. Jahrhundert als ausgestorben. Die letzte wild lebende Population verschwand vermutlich um 1900 infolge von Habitatverlust, Jagd und Überschwemmungskatastrophen. Der Gesamtbestand überlebte ausschließlich in europäischen Tierparks und Zuchtstationen. Seit den 1980er-Jahren wurden mehrfach Tiere nach China rückgeführt und in Schutzgebieten ausgewildert, unter anderem im Dafeng-Naturreservat in der Provinz Jiangsu und im Nanhaizi-Park bei Peking. Heute leben dort halbwilde Populationen, die sich eigenständig fortpflanzen.

Ernährung

Der Davidshirsch ist ein Pflanzenfresser mit einer Vorliebe für Gräser, Seggen und Wasserpflanzen. In seinem ursprünglichen Habitat fraß er bevorzugt weiche Sumpfvegetation, Schilf und krautige Pflanzen der Uferzone. Ergänzend nimmt er Laub, Baumrinde und gelegentlich Früchte auf. In Gefangenschaft wird die Nahrung durch Heu, Kraftfutter und Gemüse ergänzt. Die breiten, spreizbaren Hufe ermöglichen es ihm, auch in seichtem Wasser stehend zu äsen – ein Verhalten, das bei anderen europäischen und asiatischen Hirscharten kaum ausgeprägt ist.

Verhalten & Lebensweise

Davidshirsche leben gesellig und bilden Rudel unterschiedlicher Größe. Außerhalb der Brunftzeit bestehen diese Gruppen überwiegend aus Hirschkühen und Jungtieren, während erwachsene Hirsche sich zu kleineren Verbänden zusammenfinden oder einzelgängerisch umherstreifen. Die Tiere sind vorwiegend tagaktiv, zeigen aber auch in der Dämmerung Aktivitätsphasen.

Eine Besonderheit ist die ausgeprägte Affinität zum Wasser. Davidshirsche suchen regelmäßig Gewässer auf, um darin zu waten, zu schwimmen oder sich in Suhlen zu wälzen. Diese Verhaltensweise dient sowohl der Thermoregulation als auch der Parasitenabwehr. In der Brunftzeit verteidigen dominante Hirsche ein Revier, das mehrere Hirschkühe umfasst. Dabei setzen sie Lautäußerungen, Imponiergehabe und direkte Geweihkämpfe gegen Rivalen ein.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Brunft – auch Balzzeit genannt – fällt beim Davidshirsch in die Sommermonate, typischerweise zwischen Juni und August. Damit unterscheidet sich die Art von vielen europäischen Hirschen, deren Brunft in den Herbst fällt. Während dieser Phase sind die Hirsche besonders aggressiv und konkurrieren mit Geweihkämpfen und lautstarkem Röhren um die Gunst der Hirschkühe.

Die Tragzeit beträgt rund 280 Tage, also etwa neun Monate. In der Regel wird ein einzelnes Kalb geboren, selten Zwillinge. Die Kälber tragen in den ersten Lebenswochen ein geflecktes Fell, das als Tarnung im hohen Gras dient. Die Hirschkuh säugt ihr Jungtier mehrere Monate lang, wobei das Kalb bereits nach wenigen Wochen beginnt, feste Pflanzennahrung aufzunehmen. Die Geschlechtsreife tritt bei beiden Geschlechtern mit etwa zwei bis drei Jahren ein.

Bedrohung & Schutzstatus

Die IUCN stuft den Davidshirsch in der Roten Liste als „Extinct in the Wild" (EW) – in freier Wildbahn ausgestorben – ein. Dieser Status bezieht sich auf die Tatsache, dass sämtliche