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Barasingha

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Tierart – Säugetiere > Huftiere – Hirsche

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Rucervus duvaucelii
  • Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
  • Familie: Hirsche (Cervidae)
  • Unterfamilie: Cervinae
  • Gattung: Rucervus
  • Lebensraum: Sumpfgebiete, Grasfluren und feuchte Auenlandschaften des indischen Subkontinents
  • Körperlänge: 150–180 cm
  • Schulterhöhe: 110–130 cm
  • Gewicht: 170–280 kg (Hirsche), 130–145 kg (Hirschkühe)
  • Lebenserwartung: 20–23 Jahre in Gefangenschaft, in freier Wildbahn deutlich geringer

Aussehen & Merkmale

Der Barasingha, auch als Zackenhirsch oder Sumpfhirsch bezeichnet, zählt zu den mittelgroßen bis großen Vertretern der Familie der Hirsche. Sein Fell ist im Sommer gelbbraun bis rotbraun gefärbt und weist entlang der Rückenlinie häufig eine dunklere Zeichnung auf. Im Winter wird das Haarkleid dichter und nimmt einen dunkelbraunen, teils gräulichen Ton an. Auf der Unterseite von Hals, Bauch und an der Innenseite der Läufe ist das Fell heller, fast cremefarben. Jungtiere tragen in den ersten Lebensmonaten eine helle Fleckung, die mit zunehmendem Alter verblasst.

Das auffälligste Merkmal der männlichen Tiere ist ihr Geweih, das im ausgewachsenen Zustand mehr als zehn Enden aufweisen kann – der Hindi-Name „Barasingha" bedeutet wörtlich „Zwölfender". Das Geweih ist lang und stark verzweigt, wobei die einzelnen Sprossen bogenförmig nach oben und hinten ragen. Es wird jährlich abgeworfen und neu gebildet. Weibliche Tiere tragen kein Geweih. Im Vergleich zu anderen südasiatischen Hirschen wie dem Sambar oder dem Axishirsch wirkt der Barasingha insgesamt schlanker und hochbeiniger, was seiner Anpassung an sumpfiges Gelände entspricht.

Lebensraum & Verbreitung

Das historische Verbreitungsgebiet des Barasingha erstreckte sich über weite Teile des nördlichen und zentralen Indiens sowie Teile Nepals. Heute ist die Art nur noch in wenigen isolierten Populationen anzutreffen. Es werden drei Unterarten unterschieden, die sich in ihrem bevorzugten Habitat deutlich voneinander abgrenzen: Rucervus duvaucelii duvaucelii bewohnt die sumpfigen Überschwemmungsebenen Nordindiens und des nepalesischen Terai, R. d. branderi lebt in den harten Grasfluren Zentralindiens, insbesondere im Kanha-Nationalpark, und R. d. ranjitsinhi kommt in den Sümpfen Assams vor.

Das bevorzugte Biotop sind offene bis halboffene Feuchtgebiete – Sumpfland, saisonale Überflutungsflächen und die Ufer großer Flüsse. Die Tiere meiden dichten Wald und halten sich bevorzugt in Bereichen mit hohem Gras und flachem Wasser auf. Die Hufe des Barasingha sind breit gespreizt und verhindern ein tiefes Einsinken im weichen Untergrund – eine morphologische Anpassung, die seine enge Bindung an feuchte Lebensräume unterstreicht.

Ernährung

Der Barasingha ist ein reiner Pflanzenfresser und ernährt sich überwiegend von Gräsern und krautigen Wasserpflanzen. Während der Monsunzeit, wenn große Teile seines Habitats überflutet sind, frisst er bevorzugt aquatische Vegetation, darunter verschiedene Seggen- und Schilfarten. In der Trockenzeit weicht er auf terrestrische Gräser und junge Triebe aus. Gelegentlich nimmt er auch Laub und Früchte auf, diese spielen jedoch eine untergeordnete Rolle. Die Nahrungsaufnahme erfolgt vorwiegend in den kühleren Morgen- und Abendstunden; in der Mittagshitze ziehen sich die Tiere in schattige Bereiche zurück und ruhen wiederkäuend.

Verhalten & Lebensweise

Barasinghas leben in Rudeln, deren Zusammensetzung im Jahresverlauf stark variiert. Außerhalb der Brunftzeit bilden Hirschkühe und Jungtiere Herden von 10 bis 30 Individuen, während die männlichen Tiere sich zu losen Junggesellengruppen zusammenschließen oder einzelgängerisch umherstreifen. Zur Brunftzeit lösen sich diese Strukturen auf: Dominante Hirsche sammeln Harems aus mehreren Weibchen um sich und verteidigen diese gegenüber Rivalen.

Die Art ist überwiegend tagaktiv, zeigt aber in Gebieten mit hohem Jagddruck oder menschlicher Störung eine Verschiebung hin zu dämmerungs- und nachtaktivem Verhalten. Barasinghas sind standorttreu und unternehmen keine weiten Wanderungen, passen aber ihre Aufenthaltsorte saisonal dem Wasserstand an. Bei Hochwasser weichen sie auf höher gelegene Grasflächen aus.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Brunft fällt in der Regel in die Monate November bis Februar, wobei der Höhepunkt regional schwankt. In dieser Phase stoßen die Hirsche tiefe, röhrende Rufe aus und tragen rituelle Kämpfe aus, bei denen die Geweihe ineinander verhakt werden. Diese Auseinandersetzungen dienen der Rangklärung und verlaufen selten mit schweren Verletzungen.

Nach einer Tragzeit von rund 240 bis 250 Tagen bringt die Hirschkuh in der Regel ein einzelnes Kalb zur Welt, Zwillingsgeburten sind selten. Die Geburten fallen meist in die Zeit zwischen August und November, sodass die Jungtiere von der Nahrungsfülle nach dem Monsun profitieren. Das Kalb wird etwa sechs bis acht Monate gesäugt, beginnt aber bereits nach wenigen Wochen, eigenständig Gräser aufzunehmen. Die Geschlechtsreife wird bei beiden Geschlechtern im Alter von etwa zwei bis drei Jahren erreicht.

Bedrohung & Schutzstatus

Die IUCN stuft den Barasingha als „Vulnerable" (gefährdet) ein. Die Hauptbedrohungen sind der Verlust geeigneter