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Pudu

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Tierart – Säugetiere > Huftiere – Hirsche

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Pudu (Gray, 1850) – zwei Arten: Südlicher Pudu (Pudu puda) und Nördlicher Pudu (Pudu mephistophiles)
  • Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
  • Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
  • Familie: Hirsche (Cervidae)
  • Unterfamilie: Trughirsche (Capreolinae)
  • Gattung: Pudu
  • Lebensraum: Gemäßigte Regenwälder, Bergwälder und Bambusdickichte Südamerikas
  • Größe: Schulterhöhe 25–43 cm, Körperlänge 60–85 cm
  • Gewicht: 3,3–13,5 kg (je nach Art)
  • Lebenserwartung: 8–12 Jahre in freier Wildbahn, bis 15 Jahre in menschlicher Obhut

Aussehen & Merkmale

Der Pudu gilt als kleinster Hirsch der Welt. Mit einer Schulterhöhe von teils weniger als 30 Zentimetern und einem Gewicht, das kaum über das einer Hauskatze hinausgeht, wirkt er auf den ersten Blick wenig hirschähnlich. Der Körperbau ist gedrungen, die Beine sind kurz und kräftig, der Rumpf leicht rundlich. Der Kopf erscheint im Verhältnis zum Körper relativ groß, die Ohren sind abgerundet und dicht behaart.

Das Fell ist beim Südlichen Pudu (Pudu puda) dicht, rau und von rotbrauner bis dunkelbrauner Färbung. Der Nördliche Pudu (Pudu mephistophiles) trägt ein dunkleres, nahezu schwarzbraunes Haarkleid, das an die kühleren, feuchten Bedingungen seines Höhenlebensraums angepasst ist. Bei beiden Arten fehlt eine ausgeprägte Unterwolle; das grobe Deckhaar bietet dennoch guten Schutz gegen Nässe.

Nur die Männchen (Böcke) tragen ein Geweih. Dieses ist unverzweigt, stangenförmig und wird lediglich 6 bis 9 Zentimeter lang. Es wird jährlich abgeworfen und neu gebildet. Weibchen (Ricken) sind geweihlos. Jungtiere beider Geschlechter zeigen eine für viele Hirscharten typische weiße Fleckung auf dem Rücken, die mit zunehmendem Alter verblasst.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Gattung Pudu erstreckt sich über den westlichen und südlichen Teil Südamerikas, wobei die beiden Arten geographisch getrennte Habitate besiedeln.

Der Südliche Pudu bewohnt die temperierten Valdivianischen Regenwälder im Süden Chiles und im angrenzenden Westen Argentiniens. Sein Biotop umfasst dichte Unterwuchszonen in immergrünen Laubwäldern, Bambusdickichte und Sekundärwälder in Lagen zwischen Meereshöhe und rund 1.700 Metern.

Der Nördliche Pudu lebt in den Bergwäldern der Anden, vorwiegend in Kolumbien, Ecuador und Peru. Sein Habitat liegt in Höhen zwischen 2.000 und 4.000 Metern, in Nebelwäldern und Páramo-Randzonen. Diese Art bevorzugt Gebiete mit dichter Vegetation und hoher Luftfeuchtigkeit.

Beide Arten sind auf Lebensräume mit dichter Bodenvegetation angewiesen, die ihnen Deckung vor Fressfeinden bietet. Offene Landschaften werden konsequent gemieden.

Ernährung

Pudus sind Pflanzenfresser und ernähren sich überwiegend von Blättern, Knospen, Rinde, Früchten und frischen Trieben. Als Wiederkäuer verfügen sie über einen mehrkammerigen Magen, der die Verdauung zellulosereicher Pflanzennahrung ermöglicht. Die Nahrungszusammensetzung variiert saisonabhängig: Im Frühjahr und Sommer stehen frische Blätter und Kräuter im Vordergrund, während in der kälteren Jahreszeit verstärkt Rinde, Flechten und herabgefallene Früchte aufgenommen werden.

Aufgrund ihrer geringen Körpergröße können Pudus nur bodennahe Vegetation erreichen. Um dennoch an höher wachsende Blätter oder Früchte zu gelangen, stellen sie sich gelegentlich auf die Hinterbeine oder klettern auf umgestürzte Baumstämme. Auch das Niederdrücken dünner Äste durch Körpergewicht wurde beobachtet.

Verhalten & Lebensweise

Pudus sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, wobei der Aktivitätszeitraum je nach Störungsgrad des Lebensraums variiert. In ungestörten Gebieten sind sie gelegentlich auch tagsüber unterwegs. Die Tiere leben einzelgängerisch; Paare finden sich nur zur Paarungszeit zusammen. Jedes Individuum nutzt ein festes Revier, das mit Duftmarken aus Drüsensekreten – insbesondere aus Voraugendrüsen und Zwischenzehendrüsen – markiert wird.

Innerhalb ihres Reviers legen Pudus ein Netz aus Wechseln (regelmäßig genutzten Pfaden) durch das dichte Unterholz an. Diese Trampelpfade dienen der schnellen Flucht vor Prädatoren. Zu den natürlichen Feinden zählen der Andenkondor (bei Jungtieren), Pumas, Andenschakale (Culpeo-Füchse), verwilderte Haushunde und verschiedene Greifvögel.

Bei Gefahr erstarren Pudus zunächst reglos und flüchten erst im letzten Moment in zickzackförmigen Sprüngen durch das Dickicht. Trotz ihrer kurzen Beine sind sie überraschend wendig und können steil ansteigende Hänge schnell überwinden.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit des Südlichen Pudus fällt auf den Herbst der Südhalbkugel (April bis Mai). Die Tragzeit beträgt rund 200 bis 210 Tage, sodass die Kitze im Frühling (November bis Januar) geboren werden. Pro Wurf wird in der