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Bartwaran

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Tierart – Reptilien > Echsen – Warane & Skinke

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Varanus barbatus
  • Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
  • Familie: Warane (Varanidae)
  • Gattung: Warane (Varanus)
  • Untergattung: Soterosaurus
  • Lebensraum: Tropische Regenwälder der nördlichen Philippinen
  • Größe: Bis etwa 150 cm Gesamtlänge
  • Gewicht: Geschätzt 3–6 kg
  • Lebenserwartung: Nicht gesichert dokumentiert; bei verwandten Arten 15–20 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Bartwaran ist ein mittelgroßer Vertreter der Familie Varanidae. Seinen deutschen Trivialnamen verdankt er den auffällig verlängerten, kegelförmigen Schuppen an der Unterseite des Kopfes und im Kehlbereich, die an einen Bart erinnern. Diese vergrößerten Kehlschuppen sind ein diagnostisches Merkmal, das ihn von anderen philippinischen Waranen unterscheidet.

Die Grundfärbung des Körpers ist überwiegend dunkel, schwarz bis schwarzbraun, mit gelben oder goldenen Flecken und Ocelli (Augenflecken), die sich in unregelmäßigen Querreihen über Rücken und Flanken ziehen. Der Schwanz ist seitlich abgeflacht und dient als Steuerruder beim Schwimmen und Klettern. Er macht etwa die Hälfte bis zwei Drittel der Gesamtlänge aus. Die Extremitäten sind kräftig gebaut, die Zehen tragen lange, gebogene Krallen, die dem Tier sowohl beim Klettern in Bäumen als auch beim Graben guten Halt geben. Die Zunge ist wie bei allen Waranen tief gespalten und dient als wichtiges Sinnesorgan zur chemischen Orientierung (Jacobsonsches Organ).

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Bartwaran beschränkt sich auf die nördlichen Philippinen, insbesondere auf die Insel Luzon und einige angrenzende kleinere Inseln. Damit zählt er zu den zahlreichen endemischen Waranarten des philippinischen Archipels. Die Philippinen beherbergen eine ungewöhnlich hohe Diversität innerhalb der Gattung Varanus – ein Resultat der komplexen geologischen und biogeographischen Geschichte der Region.

Das bevorzugte Habitat sind dichte, feuchte tropische Regenwälder vom Tiefland bis in mittlere Höhenlagen. Innerhalb dieses Biotops hält sich der Bartwaran vorwiegend in der Nähe von Fließgewässern auf: an Flussufern, in Galeriewäldern und entlang von Bächen mit dichter Ufervegetation. Er ist sowohl am Boden als auch in den unteren und mittleren Baumschichten anzutreffen und damit als semi-arboricol und semi-aquatisch zu charakterisieren. Die Bindung an intakte Waldgebiete macht ihn anfällig gegenüber Lebensraumverlust durch Abholzung.

Ernährung

Wie die meisten Warane ist der Bartwaran ein opportunistischer Prädator mit einem breiten Nahrungsspektrum. Die Nahrung setzt sich überwiegend aus tierischer Kost zusammen. Zu den Beutetieren zählen Wirbellose wie Insekten, Krebstiere und Schnecken, aber auch Wirbeltiere wie Frösche, kleinere Echsen, Schlangen, Fische und gelegentlich Kleinsäuger. Vogeleier und Jungvögel aus Nestern werden ebenfalls nicht verschmäht.

Die Jagdstrategie kombiniert aktives Aufspüren der Beute mithilfe der Züngelbewegungen – über die die chemische Analyse der Umgebung erfolgt – mit gelegentlichem Lauerjagen an Gewässerufern. Im Wasser ist der Bartwaran ein geschickter Jäger, der Fische und Krabben erbeuten kann. Die kräftigen Kiefer ermöglichen es ihm, auch hartschalige Beutetiere zu zerdrücken.

Verhalten & Lebensweise

Der Bartwaran ist vorwiegend tagaktiv, zeigt aber je nach Temperatur und Jahreszeit auch Aktivität in den Dämmerungsstunden. Wie andere Warane lebt er einzelgängerisch. Jedes Tier beansprucht ein Revier, dessen Größe von der Verfügbarkeit von Nahrung, Verstecken und Gewässern abhängt. Begegnungen zwischen Artgenossen außerhalb der Paarungszeit werden in der Regel durch Drohgebärden oder Ausweichen gelöst.

Als wechselwarmes Reptil reguliert der Bartwaran seine Körpertemperatur durch gezieltes Aufsuchen von Sonnenplätzen (Basking) auf freiliegenden Ästen oder Felsen am Flussufer. Bei Gefahr flüchtet er bevorzugt ins Wasser oder klettert rasch in die Baumkronen. Der seitlich komprimierte Schwanz erweist sich dabei als vielseitiges Werkzeug – im Wasser als Antrieb, im Baum als Balancierhilfe und bei der Verteidigung als Peitsche gegen Angreifer.

Ruhephasen verbringt das Tier in Baumhöhlen, zwischen Wurzelwerk oder in selbstgegrabenen Erdhöhlen entlang der Uferböschungen. Diese Verstecke bieten Schutz vor Fressfeinden wie großen Greifvögeln und Schlangen sowie vor extremen Witterungsbedingungen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Über die Fortpflanzungsbiologie des Bartwaran liegen bislang nur begrenzte Daten vor, da die Art erst 2010 wissenschaftlich beschrieben wurde und in schwer zugänglichen Waldgebieten lebt. Allgemeine Rückschlüsse lassen sich jedoch aus dem Verhalten verwandter philippinischer Warane ziehen.

Die Paarungszeit fällt vermutlich in die Übergangsphase zwischen Trocken- und Regenzeit, wenn das Nahrungsangebot zunimmt. Männchen suchen aktiv nach paarungsbereiten Weibchen und können dabei ritualisierte Kommentkämpfe mit Rivalen austragen, bei denen sich die Kontrahenten aufrecht auf die Hinterbeine stellen und versuchen, den Gegner zu Boden zu drücken. Die Weibchen legen ihre Eier in selbst gegrabene Nistgruben an feuchten, geschützten Stellen ab – bevorzugt in lockerem Erdreich oder verrottendem Pflanzenmaterial. Die Inkubationszeit dürfte, analog zu verwandten Arten, mehrere Monate betragen. Eine Brutpflege