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Komodowaran

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Tierart – Reptilien > Echsen – Warane & Skinke

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Varanus komodoensis
  • Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
  • Familie: Warane (Varanidae)
  • Gattung: Warane (Varanus)
  • Lebensraum: Tropische Trockenwälder, Savannen und Küstenregionen auf wenigen indonesischen Inseln
  • Größe: 200–310 cm (Gesamtlänge), in Ausnahmefällen über 3 Meter
  • Gewicht: 70–90 kg, einzelne Männchen bis über 100 kg
  • Lebenserwartung: 30–50 Jahre in freier Wildbahn

Aussehen & Merkmale

Der Komodowaran ist die größte heute lebende Echsenart und zugleich der schwerste rezente Vertreter der Familie der Warane (Varanidae). Sein massiger, langgestreckter Körper wird von kräftigen, stämmigen Beinen getragen, die in je fünf mit scharfen Krallen bewehrten Zehen enden. Die Haut ist mit groben, knöchernen Schuppen bedeckt, die als Osteodermen bezeichnet werden und dem Tier einen gewissen Schutz gegen Verletzungen bieten. Die Grundfärbung variiert von Dunkelgrau über Braun bis Olivgrün; Jungtiere zeigen dagegen ein auffälligeres Muster mit gelblichen Flecken und Bändern auf dunklem Grund.

Der Kopf ist flach und breit mit kräftigen Kiefern. Die tief gespaltene, leuchtend gelbe Zunge dient – ähnlich wie bei Schlangen – als Geruchsorgan. Über das Jacobson-Organ (Vomeronasalorgan) im Gaumen analysiert der Komodowaran damit chemische Signale aus der Umgebung und kann Aas oder Beutetiere auf Entfernungen von mehreren Kilometern wahrnehmen. Der Schwanz ist etwa so lang wie der Rumpf und wird sowohl als Stütze beim Aufrichten als auch als Waffe gegen Rivalen oder Angreifer eingesetzt.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Komodowarans ist äußerst begrenzt. Die Art kommt ausschließlich auf einigen wenigen Inseln der Kleinen Sundainseln in Indonesien vor: Komodo, Rinca, Flores sowie den kleineren Inseln Gili Motang und Gili Dasami. Das bevorzugte Habitat umfasst tropische Trockenwälder, lichte Monsunwälder, offene Savannen und felsige Küstenabschnitte. Die Tiere halten sich bevorzugt in tieferen Lagen auf, werden aber gelegentlich bis in Höhen von etwa 700 Metern angetroffen. Entscheidend für die Wahl des Biotops sind ausreichende Beutetierpopulationen und geeignete Plätze zum Graben von Bauten, die als Ruheplätze und zur Thermoregulation dienen.

Ernährung

Der Komodowaran ist ein opportunistischer Raubjäger und Aasfresser. Erwachsene Tiere erbeuten vor allem größere Säugetiere wie Timor-Hirsche (Rusa timorensis), Wildschweine, Wasserbüffel und verwilderte Ziegen. Jüngere und kleinere Exemplare ernähren sich überwiegend von Insekten, Eiern, kleineren Echsen und Vögeln. Auch Kannibalismus kommt vor – besonders Jungtiere fallen gelegentlich ausgewachsenen Artgenossen zum Opfer.

Die Jagdstrategie beruht auf Geduld und Tarnung. Der Komodowaran lauert häufig reglos an Wildwechseln und greift vorbeiziehende Beute mit einem plötzlichen Vorstoß an. Der Biss ist dabei hocheffektiv: Im Unterkiefer befinden sich Giftdrüsen, deren Sekret gerinnungshemmende und blutdrucksenkende Substanzen enthält. Gelingt es der Beute zu entkommen, folgt der Waran ihr oft über Stunden oder Tage, bis der Blutverlust und die Giftwirkung das Opfer schließlich schwächen. Zusätzlich begünstigen die zahlreichen pathogenen Bakterien im Speichel eine Sepsis bei gebissenen Beutetieren – ein Mechanismus, der lange als alleinige Erklärung für die tödliche Wirkung des Bisses galt, bevor die Giftdrüsen im Jahr 2009 nachgewiesen wurden.

Verhalten & Lebensweise

Komodowarane sind tagaktive Einzelgänger, die feste Streifgebiete bewohnen, diese aber nicht im engeren Sinne als Revier verteidigen. Die Aktivitätsphase konzentriert sich auf die Morgen- und Vormittagsstunden; die heißeste Tageszeit verbringen die Tiere meist im Schatten oder in selbst gegrabenen Erdbauten, die bis zu drei Meter lang sein können. Nachts ziehen sich die Echsen in diese Bauten zurück.

Bei Kadaverfunden kommen häufig mehrere Warane zusammen. Dabei herrscht eine klare Hierarchie: Größere, dominante Männchen fressen zuerst. Rangkämpfe werden durch ritualisiertes Aufrichten auf den Hinterbeinen und „Ringen" ausgetragen, bei dem die Kontrahenten versuchen, den Gegner zu Boden zu drücken. Junge Komodowarane verbringen einen Großteil ihrer ersten Lebensjahre auf Bäumen, um den kannibalischen Nachstellungen der Erwachsenen zu entgehen.

Die Tiere sind trotz ihres massigen Körperbaus ausdauernde Läufer und erreichen auf kurze Distanz Geschwindigkeiten von bis zu 20 km/h. Sie schwimmen gut und überqueren gelegentlich küstennahe Meerengen zwischen den Inseln.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit fällt auf die Monate Mai bis August. In dieser Phase kommt es zwischen den Männchen zu den beschriebenen Kommentkämpfen um den Zugang zu paarungsbereiten Weibchen. Nach der Kopulation legt das Weibchen zwischen September und Oktober durchschnittlich 15 bis 30 Eier in eine selbst gegrabene Grube oder nutzt verlassene Nesthügel des Großfußhuhns (Megapodius reinwardt). Das Weibchen bewacht das Gelege über mehrere Monate, verlässt es jedoch vor dem Schlupf.

Die Inkubationszeit beträgt etwa sieben bis acht Monate. Die Schlüpflinge messen rund 30 bis 40 Zentimeter und sind vom ersten Tag an auf sich allein gestellt. Bis zur Geschlechtsreife vergehen fünf