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Blauzungenskink

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Tierart – Reptilien > Echsen – Warane & Skinke

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Tiliqua scincoides (Gemeiner Blauzungenskink); Gattung Tiliqua mit mehreren Arten
  • Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
  • Familie: Skinke (Scincidae)
  • Gattung: Tiliqua
  • Lebensraum: Halbwüsten, Trockenwälder, Grasland, Küstenbusch – vorwiegend in Australien und auf einigen Inseln Südostasiens
  • Größe: 45–60 cm Gesamtlänge, je nach Art
  • Gewicht: 300–700 g, einzelne Exemplare bis knapp 1 kg
  • Lebenserwartung: 15–20 Jahre in freier Wildbahn, in menschlicher Obhut bis 30 Jahre

Aussehen & Merkmale

Blauzungenskinke sind kräftig gebaute Echsen mit einem gedrungenen, zylindrischen Körper und vergleichsweise kurzen Beinen. Der Kopf ist breit, dreieckig und deutlich vom Hals abgesetzt. Die Schuppen sind glatt, glänzend und überlappen sich dachziegelartig – ein typisches Merkmal der Familie Scincidae. Die Grundfärbung variiert je nach Art und Unterart von silbergrau über gelbbraun bis hin zu kräftigem Braun, durchzogen von dunkleren Querbändern.

Das namensgebende Merkmal ist die auffällig kobaltblaue bis violettblaue Zunge, die breit und fleischig ist. Sie steht in starkem Kontrast zum rosafarbenen Mundinneren. Dieses Farbspiel dient als Abschreckung gegenüber Fressfeinden: Wird der Skink bedroht, reißt er das Maul weit auf und streckt die Zunge heraus. Die unerwartete Farbkombination irritiert Angreifer und verschafft dem Tier Zeit zur Flucht.

Der Schwanz ist kurz und stumpf, im Gegensatz zu vielen anderen Skinkarten jedoch nicht ohne Weiteres abwerfbar. Er dient als Fettspeicher und wird bei ausreichender Ernährung merklich dicker.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Gattung Tiliqua erstreckt sich über weite Teile des australischen Kontinents sowie Teile Neuguineas und einige Inseln Indonesiens. In Australien besiedeln Blauzungenskinke ein breites Spektrum an Habitaten: offene Eukalyptuswälder, Halbwüsten mit spärlicher Vegetation, Küstengebüsch, Grasland und landwirtschaftlich genutzte Flächen. Selbst in Vorstadtgärten australischer Siedlungen sind sie regelmäßig anzutreffen.

Die verschiedenen Arten besetzen teils unterschiedliche ökologische Nischen. Der Nördliche Blauzungenskink (Tiliqua scincoides intermedia) bevorzugt feuchte tropische Lebensräume im Norden Australiens, während der Westliche Blauzungenskink (Tiliqua occipitalis) trockene, sandige Biotope im Landesinneren besiedelt. Der Zentralaustralische Blauzungenskink (Tiliqua multifasciata) ist an extrem aride Bedingungen angepasst. Die Tannenzapfenechse (Tiliqua rugosa), ebenfalls zur Gattung gehörend, unterscheidet sich durch ihre groben, zapfenartigen Schuppen deutlich von den übrigen Vertretern.

Ernährung

Blauzungenskinke sind Allesfresser (Omnivoren) mit einer deutlichen Tendenz zu pflanzlicher Kost. Ihr Speiseplan umfasst Blüten, Blätter, Früchte und Beeren ebenso wie Schnecken, Insekten, Spinnen und gelegentlich Aas. In der Nähe menschlicher Siedlungen nehmen sie auch Küchenabfälle und Tierfutter an. Junge Tiere ernähren sich proteinreicher und fressen einen höheren Anteil an Insekten und anderen Wirbellosen, während ausgewachsene Exemplare verstärkt pflanzliche Nahrung zu sich nehmen.

Die breiten, kräftigen Kiefer ermöglichen es den Tieren, auch hartschalige Beute wie Schnecken und Käfer zu zermalmen. Blauzungenskinke sind keine aktiven Jäger, sondern durchstreifen ihr Revier gemächlich und fressen dabei, was sich ihnen bietet.

Verhalten & Lebensweise

Blauzungenskinke sind tagaktive Bodenbewohner. Sie verbringen die Nacht und die heißesten Stunden des Tages in Unterschlüpfen unter Steinen, Totholz, Laubhaufen oder in verlassenen Bauten anderer Tiere. Morgens suchen sie zunächst offene Stellen zum Sonnen auf, um ihre Körpertemperatur auf Betriebstemperatur zu bringen – wie alle Reptilien sind sie ektotherm, also auf externe Wärmequellen angewiesen.

Die Tiere leben einzelgängerisch und beanspruchen lockere Reviere, die sie allerdings nicht aktiv verteidigen. Innerartliche Begegnungen verlaufen meist friedlich, außer während der Paarungszeit, wenn Männchen durch Bisse und Ringkämpfe um die Gunst der Weibchen konkurrieren.

Bei Bedrohung setzen Blauzungenskinke auf eine Kombination aus Abschreckung und Flucht. Neben dem bereits beschriebenen Aufreißen des Mauls blasen sie ihren Körper auf und fauchen hörbar. Hilft das nicht, versuchen sie, sich schnell in Deckung zu bringen. Trotz ihrer kurzen Beine können sie über kurze Distanzen überraschend schnell laufen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit fällt in der südlichen Hemisphäre in die Monate September bis November (Frühling). Männchen spüren paarungsbereite Weibchen durch Zungenflackern auf, bei dem chemische Signale (Pheromone) wahrgenommen werden. Die Paarung selbst wird durch Nackenbisse des Männchens eingeleitet.

Blauzungenskinke sind lebendgebärend (vivipar) – ein unter Skinken verbreitetes, aber im Gesamtvergleich der Echsen eher seltenes Merkmal. Nach einer Tragzeit von etwa drei bis fünf Monaten bringt das Weibchen zwischen 5 und 25