Feuerskink
FTierart – Reptilien > Echsen – Warane & Skinke
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Mochlus fernandi (früher Lepidothyris fernandi bzw. Riopa fernandi)
- Ordnung: Schuppenkriechentiere (Squamata)
- Familie: Skinke (Scincidae)
- Gattung: Mochlus
- Lebensraum: Tropische Regenwälder und feuchte Savannen West- und Zentralafrikas
- Größe: 25–37 cm Gesamtlänge
- Gewicht: 40–80 g
- Lebenserwartung: 15–20 Jahre in Gefangenschaft, in freier Wildbahn vermutlich kürzer
Aussehen & Merkmale
Der Feuerskink verdankt seinen deutschen Trivialnamen der auffälligen Rotfärbung an den Flanken, die je nach Population und individuellem Zustand von einem leuchtenden Orangerot bis zu einem tiefen Karminrot variiert. Die Grundfärbung der Oberseite ist ein glänzendes Dunkelbraun bis Schwarz, durchsetzt mit goldenen oder messingfarbenen Sprenkeln. Die Bauchseite zeigt sich dagegen in einem hellen Grau bis Cremeweiß.
Die Schuppen des Feuerskinks sind glatt, dachziegelartig angeordnet und besitzen einen auffälligen Glanz, der an poliertes Metall erinnert. Dieser Effekt entsteht durch die Lichtbrechung in den mehrschichtigen Keratinlagen der Oberhaut. Der Körperbau ist langgestreckt und zylindrisch, typisch für grabende Skinkarten. Die Extremitäten sind relativ kurz, aber kräftig und mit fünf Zehen ausgestattet, die beim Graben und Klettern über Wurzelwerk gute Dienste leisten. Der Schwanz macht etwa die Hälfte der Gesamtlänge aus und kann – wie bei vielen Skinken – bei Bedrohung durch Autotomie abgeworfen werden, wächst allerdings nur unvollständig nach.
Die Augen sind klein und besitzen ein bewegliches unteres Augenlid mit einem durchsichtigen Fenster, das als Schutz beim Graben im Substrat dient. Der Kopf ist leicht abgeflacht und geht ohne deutliche Halseinschnürung in den Rumpf über – eine Anpassung an die grabende Lebensweise.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Feuerskinks erstreckt sich über weite Teile West- und Zentralafrikas. Die Art kommt von Guinea und Sierra Leone im Westen über Ghana, Togo, Benin und Nigeria bis in die Demokratische Republik Kongo und nach Angola im Süden vor. Auch auf der Insel Bioko (Äquatorialguinea) existieren Populationen.
Als bevorzugtes Habitat dienen tropische Regenwälder mit dichter Laubstreu und feuchtem Boden. Der Feuerskink bewohnt die Bodenschicht des Waldes und ist auf eine hohe Luftfeuchtigkeit von 70–80 % sowie Temperaturen zwischen 24 und 30 °C angewiesen. Er besiedelt sowohl Primärwälder als auch Sekundärwälder, Waldränder und feuchte Savannengebiete. Gelegentlich trifft man ihn in der Nähe menschlicher Siedlungen an, etwa in Kakaoplantagen oder verwilderten Gärten, sofern dort ausreichend Bodenstreu und Feuchtigkeit vorhanden sind.
Innerhalb seines Biotops hält sich der Feuerskink bevorzugt unter umgestürzten Baumstämmen, in Laubhaufen, zwischen Wurzeln und in flachen, selbst gegrabenen Gängen im lockeren Waldboden auf.
Ernährung
Der Feuerskink ist ein opportunistischer Allesfresser mit einem Schwerpunkt auf tierischer Kost. Sein Nahrungsspektrum umfasst Insekten wie Grillen, Schaben und Käfer, daneben Spinnen, Schnecken, Regenwürmer und andere wirbellose Tiere, die er im Laub und im Boden aufstöbert. Gelegentlich nimmt er auch kleinere Wirbeltiere wie junge Frösche oder Echsen zu sich.
Der pflanzliche Anteil der Nahrung besteht aus weichen Früchten, Beeren und gelegentlich Blütenblättern. In Gefangenschaft akzeptiert die Art ein breites Futterangebot, sollte jedoch abwechslungsreich ernährt und mit Kalzium- sowie Vitaminpräparaten supplementiert werden, um Mangelerscheinungen zu vermeiden.
Verhalten & Lebensweise
Der Feuerskink ist überwiegend dämmerungsaktiv mit Aktivitätsphasen am frühen Morgen und in den Abendstunden. Während der heißen Mittagszeit zieht er sich in seine Verstecke unter der Laubstreu oder in Erdgänge zurück. Rein nachtaktiv ist die Art nicht, zeigt jedoch eine deutliche Meidung direkter Sonneneinstrahlung.
Die Tiere leben einzelgängerisch und verteidigen kein festes Revier im engeren Sinne, zeigen aber Ortstreue gegenüber ihren Versteckplätzen. Männchen reagieren auf Artgenossen gleichen Geschlechts mit Drohgebärden wie seitlichem Abflachen des Körpers und Aufreißen des Mauls. Bei direkter Konfrontation kann es zu Beißereien kommen, die gelegentlich zu Schwanzverlust führen.
Bei Bedrohung durch Prädatoren wie Schlangen, Greifvögel oder kleine Raubtiere reagiert der Feuerskink mit schneller Flucht ins nächste Versteck. Wird er ergriffen, setzt er sich durch kräftiges Beißen und heftige Drehbewegungen zur Wehr. Die Autotomie des Schwanzes dient als letztes Mittel der Feindvermeidung.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Fortpflanzungsbiologie des Feuerskinks ist im Freiland noch nicht vollständig erforscht. In Gefangenschaft zeigen Männchen während der Balz eine Intensivierung der roten Flankenfarbe. Das Paarungsverhalten umfasst Verfolgungsjagden und Nackenbisse, mit denen das Männchen das Weibchen fixiert.
Der Feuerskink ist ovipar, das heißt eierlegend. Das Weibchen legt etwa 4–9 Wochen nach der Paarung ein Gelege von 5 bis 9 Eiern in einer selbst gegrabenen Mulde in feuchtem Substrat ab. Die Inkubationszeit beträgt bei