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Krokodilschwanzechse

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Tierart – Reptilien > Echsen – Warane & Skinke

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Shinisaurus crocodilurus
  • Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
  • Familie: Krokodilschwanzechsen (Shinisauridae)
  • Gattung: Shinisaurus (monotypisch)
  • Lebensraum: Subtropische Bergwälder mit langsam fließenden Gewässern in Südchina und Nordvietnam
  • Größe: 35–46 cm Gesamtlänge, davon etwa die Hälfte Schwanz
  • Gewicht: 100–150 g
  • Lebenserwartung: Bis zu 15 Jahre in freier Wildbahn, in menschlicher Obhut über 20 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Krokodilschwanzechse verdankt ihren deutschen wie ihren wissenschaftlichen Namen dem auffällig seitlich abgeflachten Schwanz, der mit zwei Reihen kräftiger, kielförmig erhabener Schuppen besetzt ist. Diese Doppelkielreihe erinnert stark an den Rückenpanzer von Krokodilen – daher der Artname crocodilurus, zusammengesetzt aus dem lateinischen crocodilus (Krokodil) und dem griechischen oura (Schwanz).

Der Körperbau ist robust, leicht dorsoventral abgeflacht, mit relativ kurzen, kräftigen Extremitäten. Die Grundfärbung variiert zwischen olivbraun, graubraun und rötlich-braun, wobei die Flanken meist heller ausfallen als der Rücken. Über den Körper ziehen sich unregelmäßige dunklere Querbänder. Die Bauchseite ist hell, oft cremefarben bis gelblich, teilweise mit dunklen Flecken oder orangeroten Anteilen – besonders bei Männchen während der Fortpflanzungszeit. Der Kopf ist dreieckig und breit, die Augen relativ groß mit runder Pupille.

Ein Geschlechtsdimorphismus ist vorhanden, wenn auch nicht extrem ausgeprägt: Männchen sind im Durchschnitt etwas größer, besitzen einen breiteren Kopf und zeigen intensivere Farbtöne an der Kehlregion und am Bauch.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Krokodilschwanzechse ist auf wenige isolierte Populationen in zwei Ländern beschränkt. In China kommt die Art in den Provinzen Guangxi, Guizhou und Hunan vor. In Vietnam wurden seit 2003 mehrere Populationen in den nördlichen Provinzen Bắc Giang und Quảng Ninh nachgewiesen.

Das Habitat der Art ist sehr spezifisch: Sie bewohnt immergrüne, subtropische Bergwälder in Höhenlagen von etwa 200 bis 1.500 Metern über dem Meeresspiegel. Entscheidend ist die Nähe zu langsam fließenden, kühlen Bächen und Wasserläufen, die von dichter Ufervegetation gesäumt werden. Die Tiere halten sich bevorzugt auf überhängenden Ästen und Sträuchern über oder direkt neben dem Wasser auf. Dieses Biotop bietet ihnen sowohl Deckung als auch schnellen Zugang zum Wasser als Fluchtmöglichkeit.

Die Fragmentierung des Lebensraums durch Abholzung und Landwirtschaft hat dazu geführt, dass viele Populationen voneinander isoliert sind. Die genetische Variabilität innerhalb dieser Restpopulationen ist entsprechend gering.

Ernährung

Die Krokodilschwanzechse ist ein opportunistischer Fleischfresser. Ihre Nahrung besteht überwiegend aus Wirbellosen wie Insekten und deren Larven, Regenwürmern, Schnecken und Kaulquappen. Gelegentlich werden auch kleine Fische und Amphibien erbeutet. Die Jagd erfolgt sowohl an Land als auch im Wasser. Im Wasser nutzt die Echse ihren seitlich abgeflachten Schwanz als Antriebsorgan und kann geschickt nach Beute tauchen.

In menschlicher Obhut hat sich gezeigt, dass die Tiere auch Heimchen, Wachsmottenlarven und gelegentlich neugeborene Mäuse annehmen. Die Nahrungsaufnahme ist stark temperaturabhängig und nimmt während der kühleren Wintermonate deutlich ab.

Verhalten & Lebensweise

Die Krokodilschwanzechse ist überwiegend tagaktiv, zeigt aber auch in den Dämmerungsstunden Aktivität. Große Teile des Tages verbringt sie nahezu reglos auf Ästen über dem Wasser sitzend – ein Verhalten, das in der Literatur als „Basking" beschrieben wird. Bei Störung lässt sie sich ins Wasser fallen und taucht unter, um der Gefahr zu entgehen.

Die Art zeigt kein ausgeprägtes Territorialverhalten. Mehrere Individuen können in relativer Nähe zueinander an demselben Bachlauf leben, wobei Männchen während der Paarungszeit aggressive Interaktionen untereinander zeigen. In den Wintermonaten verfällt die Krokodilschwanzechse in eine Kältestarre, die mehrere Monate andauern kann. Während dieser Phase reduziert sie ihren Stoffwechsel stark und nimmt keine Nahrung auf. Diese Winterruhe wird durch sinkende Temperaturen und verkürzte Tageslichtlänge ausgelöst.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzung beginnt im Frühjahr nach dem Ende der Winterruhe. Die Balz der Männchen umfasst Kopfnicken, Farbintensivierung an Kehle und Bauch sowie das Präsentieren der Flanken. Nach erfolgreicher Paarung entwickeln sich die Embryonen im Muttertier. Die Krokodilschwanzechse ist nämlich lebendgebärend (vivipar) – eine unter Echsen ungewöhnliche Eigenschaft.

Nach einer Tragzeit von etwa 8 bis 12 Monaten bringt das Weibchen zwischen zwei und zwölf Jungtiere zur Welt, wobei die durchschnittliche Wurfgröße bei vier bis sechs liegt. Die Neugeborenen messen etwa 10 bis 13 Zentimeter und sind sofort selbstständig. Eine Brutpflege durch die Elterntiere findet nicht statt. Die Geschlechtsreife wird mit etwa drei Jahren erreicht.

Bedrohung & Schutzstatus

Die Krokodilschwanzechse wird von der IUCN als stark gefährdet (Endangered) eingestuft. Die Gesamt