Basstölpel
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Morus bassanus
- Ordnung: Suliformes (Tölpelvögel)
- Familie: Sulidae (Tölpel)
- Gattung: Morus
- Lebensraum: Offenes Meer, Küstenklippen, Felsinseln des Nordatlantiks
- Größe: 87–100 cm Körperlänge, Flügelspannweite 165–180 cm
- Gewicht: 2,3–3,6 kg
- Lebenserwartung: 20–25 Jahre, in Einzelfällen über 35 Jahre
Aussehen & Merkmale
Der Basstölpel ist der größte Seevogel des Nordatlantiks und der größte Vertreter der Familie der Tölpel (Sulidae). Adulte Vögel tragen ein überwiegend weißes Gefieder mit schwarzen Flügelspitzen, die einen scharfen Kontrast bilden. Kopf und Nacken sind während der Brutzeit gelblich-goldfarben getönt – eine Färbung, die durch Carotinoide im Gefieder entsteht und als Indikator für den Gesundheitszustand des Vogels gilt.
Der kräftige, kegelförmige Schnabel ist blaugrau gefärbt und weist feine, gezahnte Kanten auf, die das Festhalten glitschiger Fische erleichtern. Die äußeren Nasenlöcher sind verschlossen – eine Anpassung an das Stoßtauchen. Die Atmung erfolgt über sekundäre Öffnungen im Schnabelinneren. Die Augen sind nach vorne gerichtet, was dem Basstölpel ein binokulares Sehfeld verleiht und das präzise Anvisieren von Beutetieren aus der Luft ermöglicht. Die Iris ist hell eisblau, umgeben von einem schmalen, nackten, schwarz gefärbten Hautring.
Jungvögel unterscheiden sich deutlich von den Altvögeln: Ihr Gefieder ist im ersten Lebensjahr dunkelbraun mit hellen Sprenkeln und wird über einen Zeitraum von vier bis fünf Jahren schrittweise durch das weiße Adultkleid ersetzt. Die Schwimmhäute zwischen allen vier Zehen sind bei erwachsenen Tieren grünlich-grau mit auffälligen türkisfarbenen Linien.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Basstölpels erstreckt sich über den Nordatlantik. Die Brutkolonien befinden sich an steilen Felsküsten und auf isolierten Inseln zwischen dem 48. und 72. Breitengrad. Die mit Abstand größte Kolonie liegt auf der schottischen Insel Bass Rock im Firth of Forth – dem Ort, der der Art ihren Namen gab. Weitere bedeutende Brutplätze finden sich auf Island, den Färöer-Inseln, in Norwegen, auf den Kanalinseln sowie an der Küste Neufundlands und im Sankt-Lorenz-Golf.
In Deutschland brütet der Basstölpel seit 1991 auf Helgoland, wo die Kolonie auf der Felsinsel „Lummenfelsen" stetig gewachsen ist und mittlerweile mehrere Tausend Brutpaare umfasst. Dieses Habitat bietet steile Klippen und unmittelbaren Zugang zu nahrungsreichen Meeresgebieten der Nordsee.
Außerhalb der Brutzeit leben Basstölpel pelagisch, also auf dem offenen Meer. Europäische Populationen überwintern entlang der westafrikanischen Küste bis zum Golf von Guinea, nordamerikanische Vögel ziehen in den Golf von Mexiko. Jungvögel unternehmen besonders ausgedehnte Wanderungen und kehren erst nach zwei bis drei Jahren in die Nähe der Brutkolonien zurück.
Ernährung
Der Basstölpel ernährt sich fast ausschließlich von Fisch. Makrelen, Heringe, Sandaale und Sardinen bilden die Hauptnahrung. Die Jagdmethode ist das Stoßtauchen: Aus Höhen von 10 bis 40 Metern stürzt sich der Vogel kopfüber ins Wasser, wobei er Geschwindigkeiten von bis zu 100 km/h erreicht. Kurz vor dem Eintauchen werden die Flügel eng an den Körper angelegt, sodass der Vogel eine pfeilartige Silhouette bildet. Luftsäcke unter der Haut im Brust- und Gesichtsbereich dämpfen den Aufprall und schützen vor Verletzungen.
Die Tauchtiefe beträgt in der Regel 3 bis 5 Meter, kann aber bis zu 15 Meter erreichen. Unter Wasser nutzt der Basstölpel seine Flügel und Schwimmfüße, um Beute aktiv zu verfolgen. Schwärme von jagenden Basstölpeln sind oft weithin sichtbar und dienen Fischern als Hinweis auf Fischschwärme. Gelegentlich profitieren die Vögel auch von Fischereiabfällen, die von Trawlern über Bord geworfen werden.
Verhalten & Lebensweise
Basstölpel sind tagaktive Vögel, die den Großteil des Tages mit der Nahrungssuche auf See verbringen. Während der Brutzeit fliegen einzelne Vögel bis zu 300 Kilometer weit, um ergiebige Fischgründe zu erreichen. Die Art ist ausgesprochen gesellig und brütet in dicht besiedelten Kolonien, in denen die Nester nur knapp außerhalb der Schnabelreichweite des Nachbarn angelegt werden. Diese enge Nachbarschaft führt zu häufigen ritualisierten Auseinandersetzungen, bei denen Schnabelfechten und lautes Rufen die Reviergrenzen klären.
Außerhalb der Brutzeit lösen sich die Kolonien auf, und die Vögel leben einzeln oder in losen Gruppen auf dem offenen Meer. Der Flug ist ein Wechsel aus kräftigen Flügelschlägen und langen Gleitphasen, wobei die Vögel die Thermik und den Windauftrieb über Wellenkämmen nutzen.
Fortpflanzung & Aufzucht
Basstölpel werden mit vier bis fünf Jahren geschlechtsreif und führen in der Regel monogame Partnerschaften, die über viele Jahre bestehen können. Die Balz umfasst ein aufwendiges Ritual: Die Partner stehen sich gegenüber, strecken die Schnäbel in die Höhe, kreuzen sie und bewegen synchron die Köpfe – ein Verhalten, das als „Schnabelfechten" oder „Sky-Pointing" bezeichnet wird.
Das Nest besteht aus Seetang, Gras und ander