Fregattvogel
FTierart – Vögel > Wasservögel – Taucher & Co
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Fregata (Gattung); bekannteste Art: Prachtfregattvogel (Fregata magnificens)
- Ordnung: Suliformes (Tölpelartige)
- Familie: Fregatidae (Fregattvögel)
- Gattung: Fregata
- Anzahl der Arten: 5 (Prachtfregattvogel, Bindenfregattvogel, Weißbauchfregattvogel, Adlerfregattvogel, Weihnachtsinsel-Fregattvogel)
- Lebensraum: Tropische und subtropische Meeresgebiete, Küsten, ozeanische Inseln
- Größe: 71–114 cm Körperlänge; Flügelspannweite bis 230 cm
- Gewicht: 600–1.600 g
- Lebenserwartung: 25–34 Jahre in freier Wildbahn
Aussehen & Merkmale
Fregattvögel gehören zu den auffälligsten Seevögeln der Tropen. Ihr Körperbau ist auf ausdauernden Segelflug ausgelegt: Die langen, spitz zulaufenden Flügel erreichen eine Spannweite von bis zu 230 Zentimetern, während das Körpergewicht mit maximal 1.600 Gramm vergleichsweise gering bleibt. Dieses extrem niedrige Verhältnis von Körpermasse zu Flügelfläche – die sogenannte Flächenbelastung – ist unter allen Vögeln eines der geringsten und ermöglicht stundenlangen Gleitflug ohne Flügelschlag.
Das Gefieder der Männchen ist überwiegend schwarz mit einem metallisch-grünlichen oder purpurnen Schimmer. Das markanteste Merkmal ist der leuchtend rote Kehlsack (Gularblase), den die Männchen während der Balz aufblähen können. Weibchen sind je nach Art an Brust und Bauch weiß gefärbt und etwas größer als die Männchen. Jungvögel zeigen typischerweise einen weißen Kopf und eine weiße Unterseite. Der Schnabel ist lang, kräftig und an der Spitze hakenförmig nach unten gebogen. Die Füße sind klein, mit nur kurzen Schwimmhäuten zwischen den Zehen – ein ungewöhnliches Merkmal für einen Seevogel. Der Schwanz ist tief gegabelt und dient als Steuerruder im Flug.
Eine Besonderheit des Gefieders: Es fehlt die bei den meisten Wasservögeln vorhandene Bürzeldrüse fast vollständig, weshalb das Gefieder der Fregattvögel nicht wasserabweisend ist. Kontakt mit dem Meerwasser führt rasch zur Durchnässung, was die Vögel flugunfähig machen würde.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Fregattvögel erstreckt sich über die tropischen und subtropischen Ozeane rund um den Globus. Die einzelnen Arten unterscheiden sich in ihrer geographischen Verbreitung: Der Prachtfregattvogel (Fregata magnificens) besiedelt vorwiegend die Atlantik- und Ostpazifikküsten Amerikas, während der Bindenfregattvogel (Fregata minor) im gesamten tropischen Indopazifik vorkommt. Der Weihnachtsinsel-Fregattvogel (Fregata andrewsi) ist ein Endemit der Weihnachtsinsel im Indischen Ozean und damit die Art mit dem kleinsten Verbreitungsgebiet.
Als Habitat dienen vorwiegend küstennahe Zonen und offene Meeresgebiete. Ihre Brutkolonien legen Fregattvögel auf kleinen, oft unbewohnten Inseln mit niedrigem Buschwerk oder Mangroven an. Abseits der Brutzeit verbringen sie den Großteil ihres Lebens in der Luft über dem offenen Ozean. Mithilfe von Thermik und Aufwinden können sie tagelang fliegen, ohne zu landen. Telemetrische Studien zeigten, dass einzelne Individuen Höhen von über 4.000 Metern erreichen und dabei Strecken von mehreren hundert Kilometern pro Tag zurücklegen.
Ernährung
Fregattvögel ernähren sich hauptsächlich von Fischen, fliegenden Fischen, Tintenfischen und Krebstieren. Da ihr Gefieder nicht wasserabweisend ist, können sie nicht schwimmen oder tauchen. Stattdessen erbeuten sie ihre Nahrung im Flug, indem sie dicht über der Wasseroberfläche gleiten und Beutetiere mit dem Hakenschnabel aus dem Wasser greifen. Besonders fliegende Fische, die sich aus dem Wasser erheben, werden in der Luft gefangen.
Daneben sind Fregattvögel für ihren Kleptoparasitismus bekannt: Sie verfolgen andere Seevögel – etwa Tölpel, Sturmtaucher oder Seeschwalben – und attackieren diese im Flug so lange, bis die Beute fallengelassen oder wieder ausgewürgt wird. Dieses Verhalten hat den Vögeln im Englischen den Beinamen „man-o'-war bird" (Kriegsschiffvogel) eingebracht. Untersuchungen zeigen allerdings, dass der Kleptoparasitismus nur einen geringeren Teil der Gesamtnahrung ausmacht als lange angenommen; der Großteil wird durch eigene Jagd erbeutet. Gelegentlich fressen Fregattvögel auch Eier und Küken anderer Seevogelarten sowie Aas und Fischabfälle.
Verhalten & Lebensweise
Fregattvögel sind tagaktive Vögel, die den Großteil ihrer Wachzeit im Flug verbringen. Ihre Flugweise ist geprägt von langem, energiesparendem Gleiten; aktiver Ruderflug kommt nur selten vor. Sie nutzen konvektive Aufwinde über dem Meer sowie Thermik über Inseln, um Höhe zu gewinnen und dann in langen Gleitphasen weite Strecken zurückzulegen.
Außerhalb der Brutzeit sind Fregattvögel weitgehend einzelgängerisch und durchstreifen große Meeresgebiete. Zur Brutzeit finden sie sich jedoch in teils großen Kolonien zusammen. Die Männchen verteidigen innerhalb der Kolonie kein ausgedehntes Revier, sondern lediglich den unmittelbaren Nestplatz. Das Sozialverhalten in der Brutkolonie ist durch Rivalität zwischen den Männchen geprägt, wobei es zu Schnabelhieben und lautstarken Auseinandersetzungen kommen kann.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Balz der Fregattvögel gehört