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Eistaucher

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Tierart – Vögel > Wasservögel – Taucher & Co

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Gavia immer
  • Ordnung: Seetaucherartige (Gaviiformes)
  • Familie: Seetaucher (Gaviidae)
  • Gattung: Gavia
  • Lebensraum: Süßwasserseen, Küstengewässer, offenes Meer
  • Größe: 66–91 cm Körperlänge; Flügelspannweite 127–147 cm
  • Gewicht: 2,7–6,3 kg
  • Lebenserwartung: 20–30 Jahre in freier Wildbahn

Aussehen & Merkmale

Der Eistaucher ist der größte Vertreter der Familie der Seetaucher (Gaviidae) und zählt zu den schwersten flugfähigen Wasservögeln Nordamerikas. Im Prachtkleid, das während der Brutzeit getragen wird, zeigt das Gefieder eine auffällige Zeichnung: Kopf und Hals sind schwarz mit grünlichem oder purpurnem Metallglanz. Am Hals befindet sich ein unterbrochenes Band aus weißen Längsstreifen. Die Oberseite ist schwarz mit einem regelmäßigen Muster aus weißen Flecken, die auf dem Rücken größere, auf den Flügeldecken kleinere Karos bilden. Brust und Bauch sind rein weiß.

Im Schlichtkleid, das außerhalb der Brutzeit angelegt wird, wirkt der Eistaucher deutlich unscheinbarer. Die Oberseite erscheint dann einheitlich dunkelbraun bis graubraun, die Unterseite bleibt weiß. Der kräftige, dolchartige Schnabel ist im Sommer schwarz und verfärbt sich im Winter zu einem blassen Grau. Die Augen sind auffallend rot – ein Merkmal, das bei allen adulten Tieren ausgeprägt ist und möglicherweise beim Sehen unter Wasser hilft. Die Beine setzen weit hinten am Körper an, was den Eistaucher zu einem hervorragenden Schwimmer und Taucher macht, ihn an Land jedoch unbeholfen und schwerfällig wirken lässt.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Eistauchers erstreckt sich über die nördlichen Regionen Nordamerikas. Er brütet in Kanada, Alaska, auf Grönland, in Island sowie vereinzelt im äußersten Nordosten der USA. Das bevorzugte Bruthabitat sind klare, tiefe Süßwasserseen mit fischreichem Gewässergrund, häufig eingebettet in boreale Nadelwälder oder die Tundralandschaft. Die Seen müssen groß genug sein, damit der Eistaucher die nötige Startstrecke für den Abflug hat – er benötigt einen Anlauf von mehreren hundert Metern über die Wasseroberfläche.

Im Winter ziehen die Vögel an die Atlantik- und Pazifikküste Nordamerikas, wo sie in Küstennähe oder auf dem offenen Meer überwintern. Einzelne Exemplare erscheinen als seltene Wintergäste auch an europäischen Küsten, darunter an der Nordsee und in Skandinavien. Irrgäste wurden gelegentlich an mitteleuropäischen Binnengewässern nachgewiesen. Als Biotop nutzt der Eistaucher im Winter vor allem flache Küstenabschnitte, Buchten und Flussmündungen.

Ernährung

Der Eistaucher ernährt sich überwiegend von Fischen. Zu seinen Beutetieren zählen Barsche, Forellen, Hechte, Heringe und verschiedene Kleinfischarten. Er jagt tauchend, wobei er mit kräftigen Beinschlägen Tiefen von bis zu 60 Metern erreichen kann. Ein Tauchgang dauert in der Regel 40 bis 60 Sekunden, kann bei Bedarf aber bis zu drei Minuten andauern. Die Beute wird unter Wasser gepackt und meist an der Oberfläche verschlungen.

Neben Fischen stehen auch Krebstiere, Wasserschnecken, Insektenlarven und gelegentlich Wasserpflanzen auf dem Speiseplan. Während der Brutzeit auf Süßwasserseen erbeuten die Vögel vor allem die dort vorkommenden Fischarten; im marinen Winterquartier stellen sie ihre Nahrung auf Meeresfische und wirbellose Meerestiere um.

Verhalten & Lebensweise

Eistaucher sind tagaktive Vögel, die den Großteil ihres Lebens auf dem Wasser verbringen. An Land gehen sie fast ausschließlich zum Brüten. Außerhalb der Brutzeit leben sie einzeln oder in lockeren Gruppen, ohne feste soziale Bindungen zu Artgenossen. Während der Brutzeit hingegen verteidigen Paare ihr Revier energisch gegen Eindringlinge, auch gegen andere Eistaucher. Revierkämpfe können heftig ausfallen und sogar zum Tod eines der Kontrahenten führen.

Bekannt ist der Eistaucher für seine eindringlichen Rufe, die weithin über die Seen hallen. Das Repertoire umfasst einen langgezogenen, jaulenden Schrei, ein tremoloartiges „Lachen" und einen jodelnden Ruf, der der Reviermarkierung dient. Diese Lautäußerungen, oft in der Dämmerung oder nachts vorgetragen, gelten als eines der charakteristischen Klangbilder der nordamerikanischen Wildnis.

Fortpflanzung & Aufzucht

Eistaucher führen monogame Saisonehen, wobei sich viele Paare in aufeinanderfolgenden Jahren erneut zusammenfinden. Die Balz beginnt im Frühjahr nach der Rückkehr in die Brutgebiete und umfasst synchrone Tauchgänge, Kopfschütteln und gemeinsames Rufen. Das Nest wird dicht am Ufer oder auf kleinen Inseln angelegt – oft nur eine flache Mulde aus Pflanzenmaterial, die kaum über der Wasserlinie liegt.

Das Gelege besteht aus ein bis zwei olivbraunen, dunkel gefleckten Eiern. Beide Elternteile brüten abwechselnd über einen Zeitraum von 27 bis 30 Tagen. Die Küken sind Nestflüchter und gehen bereits kurz nach dem Schlupf ins Wasser. In den ersten Lebenswochen reiten sie häufig auf dem Rücken der Eltern, was sie vor Unterkühlung und Raubfischen schützt. Die Jungvögel werden etwa elf bis zwölf Wochen lang von den Eltern mit Fischen gefüttert, bis sie selbständig tauchen und jagen können. Flugfähig werden sie nach ungefähr elf Wochen.

Bedrohung &