Krähenscharbe
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Gulosus aristotelis (früher Phalacrocorax aristotelis)
- Ordnung: Suliformes (Tölpelartige)
- Familie: Phalacrocoracidae (Kormorane)
- Gattung: Gulosus
- Lebensraum: Felsige Meeresküsten, Klippen, vorgelagerte Inseln
- Größe: 68–78 cm Körperlänge, Flügelspannweite 95–110 cm
- Gewicht: 1,5–2,3 kg
- Lebenserwartung: Bis zu 16 Jahre in freier Wildbahn
Aussehen & Merkmale
Die Krähenscharbe ist ein mittelgroßer, schlanker Meeresvogel mit überwiegend schwarzem Gefieder, das im Sonnenlicht einen deutlichen grünlich-metallischen Glanz zeigt. Sie ist kleiner und zierlicher als der nah verwandte Kormoran (Phalacrocorax carbo), mit dem sie häufig verwechselt wird. Der Schnabel ist dünner und kürzer, die Stirn steiler und der Hals wirkt insgesamt schlanker.
Im Prachtkleid, das zur Brutzeit von Januar bis April getragen wird, ziert ein nach vorn gebogener Federschopf den Oberkopf – ein auffälliges Unterscheidungsmerkmal gegenüber dem Kormoran. Die nackte Haut an der Schnabelbasis ist gelb gefärbt, beim adulten Vogel zeigt sich ein kleiner gelber Fleck am Mundwinkel. Die Augen sind smaragdgrün.
Jungvögel tragen ein eher bräunliches Gefieder mit hellerer Unterseite und lassen sich von jungen Kormoranen vor allem durch den schlankeren Körperbau und das Fehlen weißer Partien an Kinn und Wangen unterscheiden. Im Flug fällt die Krähenscharbe durch ihren kürzeren, runderen Kopf und den kürzeren Schwanz auf.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Krähenscharbe erstreckt sich entlang der atlantischen und mediterranen Küsten Europas sowie Nordafrikas. Die Art besiedelt felsige Steilküsten von Norwegen und Island im Norden bis Marokko und in den gesamten Mittelmeerraum. Bedeutende Brutpopulationen finden sich auf den Britischen Inseln, in der Bretagne, an den Küsten Norwegens sowie auf zahlreichen Mittelmeerinseln.
Im Gegensatz zum Kormoran meidet die Krähenscharbe Süßgewässer und Binnenland nahezu vollständig. Ihr Habitat beschränkt sich auf marine Lebensräume mit klarem Wasser und felsigem Untergrund. Sie ist ein ausgesprochener Küstenvogel, der sich selten weiter als wenige Kilometer vom Ufer entfernt. Als Brutplätze dienen geschützte Felsnischen, Höhlen in Steilklippen und Blockschutthalden an der Küste.
Drei Unterarten werden unterschieden: G. a. aristotelis an der Atlantikküste, G. a. desmarestii im Mittelmeerraum und G. a. riggenbachi an der nordwestafrikanischen Küste. Die mediterrane Unterart ist etwas kleiner und heller gefärbt.
Ernährung
Die Krähenscharbe ernährt sich fast ausschließlich von kleinen, bodennah lebenden Fischen. Sandaale (Ammodytidae) bilden in vielen Regionen die Hauptnahrung und machen stellenweise über 90 Prozent der Nahrung aus. Daneben werden Grundeln, Lippfische, Heringsartige und andere Kleinfische erbeutet. Gelegentlich stehen auch Garnelen und andere Krebstiere auf dem Speiseplan.
Die Jagd erfolgt tauchend von der Wasseroberfläche aus. Die Krähenscharbe taucht dabei typischerweise in Tiefen von 20 bis 45 Metern, wobei Maximaltiefen von über 60 Metern dokumentiert sind. Ein Tauchgang dauert durchschnittlich 30 bis 60 Sekunden. Im Unterschied zum Kormoran jagt sie bevorzugt über felsigem oder von Seetang bewachsenem Meeresgrund und meidet sandige oder schlammige Böden. Die Beute wird unter Wasser mit dem Schnabel ergriffen und an der Oberfläche verschluckt.
Verhalten & Lebensweise
Die Krähenscharbe ist tagaktiv und verbringt einen Großteil des Tages mit der Nahrungssuche. Wie der Kormoran sitzt sie häufig mit ausgebreiteten Flügeln auf Felsen, um ihr Gefieder zu trocknen – ein typisches Verhalten der Kormoranvögel, da deren Gefieder nicht vollständig wasserabweisend ist. Diese Eigenschaft erleichtert das Tauchen, erfordert aber regelmäßiges Trocknen.
Außerhalb der Brutzeit ist die Art weniger gesellig als der Kormoran. Sie bildet keine großen Schlafgemeinschaften und jagt meist einzeln oder in lockeren Gruppen. In der Brutzeit hingegen brütet sie in Kolonien, die von wenigen Paaren bis zu mehreren Tausend Brutpaaren reichen können. Ein ausgeprägtes Territorialverhalten zeigt sich am Nistplatz, wo beide Partner den unmittelbaren Nestbereich gegen Artgenossen verteidigen.
Die Art ist überwiegend standorttreu. Adulte Vögel verbleiben ganzjährig in der Nähe ihrer Brutkolonien. Jungvögel und Nichtbrüter zeigen ein stärkeres Dispersionsverhalten und können entlang der Küste mehrere Hundert Kilometer zurücklegen.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Balz beginnt je nach Region zwischen Dezember und März. Das Männchen besetzt einen Nistplatz in Felsnischen oder Höhlen und wirbt durch ritualisierte Kopfbewegungen, Flügelschlagen und kehlige Rufe um ein Weibchen. Außerhalb der Brutzeit ist die Krähenscharbe weitgehend stumm.
Das Nest wird aus Seetang, Zweigen und anderem pflanzlichen Material errichtet. Das Gelege umfasst in der Regel drei Eier, seltener ein bis sechs. Beide Elternvögel brüten abwechselnd über einen Zeitraum von etwa 30 bis 32 Tagen. Die Küken schlüpfen nackt und blind und werden von beiden Eltern mit vorverdautem Fisch gefüttert, den sie aus dem Schlund der Altv