Blässhuhn
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Fulica atra
- Ordnung: Kranichvögel (Gruiformes)
- Familie: Rallen (Rallidae)
- Gattung: Blässhühner (Fulica)
- Lebensraum: Stehende und langsam fließende Gewässer mit Ufervegetation
- Größe: 36–42 cm Körperlänge
- Gewicht: 600–1.200 g
- Flügelspannweite: 70–80 cm
- Lebenserwartung: 15–18 Jahre (in Ausnahmefällen über 20 Jahre)
Aussehen & Merkmale
Das Blässhuhn ist ein kompakter, rundlich wirkender Wasservogel mit überwiegend schwarzem Gefieder. Kopf und Hals schimmern je nach Lichteinfall leicht bläulich-schwarz, während das übrige Körpergefieder eher schiefergrau bis schwarz gefärbt ist. Das auffälligste Erkennungsmerkmal ist die leuchtend weiße Blässe – ein Hornschild auf der Stirn, das nahtlos in den elfenbeinfarbenen Schnabel übergeht. Diesem Merkmal verdankt der Vogel seinen deutschen Namen. Die Augen sind auffallend rot.
Die Zehen des Blässhuhns tragen seitliche Schwimmlappen (Lappenfüße), die beim Schwimmen als Paddel dienen. Im Gegensatz zu Enten besitzt das Blässhuhn also keine zusammenhängenden Schwimmhäute, sondern einzeln gelappte Zehen. Diese Anpassung ermöglicht es dem Vogel, sich sowohl im Wasser als auch an Land geschickt zu bewegen. Beide Geschlechter sehen sich äußerlich sehr ähnlich; Männchen sind tendenziell etwas größer und besitzen eine geringfügig breitere Blässe.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet von Fulica atra erstreckt sich über weite Teile Europas, Nordafrikas, des Nahen Ostens und Asiens bis nach Australien und Neuseeland. In Mitteleuropa gehört das Blässhuhn zu den häufigsten Wasservögeln überhaupt. Es besiedelt nahezu jedes geeignete Habitat – von Stadtparkseen über natürliche Flachseen bis hin zu Stauseen, Kiesgruben und ruhigen Flussabschnitten.
Entscheidend für die Wahl des Biotops ist das Vorhandensein von Ufervegetation, insbesondere Schilf, Rohrkolben und Seggen. Diese dienen als Deckung, Nistplatz und Nahrungsquelle. In Mitteleuropa sind Blässhühner überwiegend Standvögel oder Kurzstreckenzieher. Populationen aus Nordosteuropa und Russland ziehen im Herbst in mildere Regionen am Mittelmeer, am Schwarzen Meer oder an die Atlantikküste. Auf eisfreien Gewässern überwintern sie häufig in großen Trupps, die mehrere Tausend Individuen umfassen können.
Ernährung
Das Blässhuhn ist ein Allesfresser mit deutlichem Schwerpunkt auf pflanzlicher Kost. Unterwasserpflanzen wie Laichkräuter, Tausendblatt und Armleuchteralgen bilden den Hauptanteil der Nahrung. Ergänzt wird der Speiseplan durch Gräser, Samen und junge Triebe von Ufervegetation. Tierische Nahrung in Form von Insektenlarven, Schnecken, kleinen Fischen und gelegentlich Eiern anderer Wasservögel wird ebenfalls aufgenommen, spielt aber eine untergeordnete Rolle.
Zur Nahrungsaufnahme taucht das Blässhuhn regelmäßig ab – meist bis in Tiefen von ein bis zwei Metern – oder gründelt mit dem Vorderkörper unter Wasser. An Land weidet es auf Rasenflächen und Wiesen, was besonders in Parkanlagen häufig zu beobachten ist. In Winteransammlungen zeigt sich mitunter ein kleptoparasitisches Verhalten: Blässhühner stehlen gelegentlich Nahrung von Tauchenten oder Schwänen, die Pflanzenmaterial aus tieferen Wasserschichten an die Oberfläche bringen.
Verhalten & Lebensweise
Blässhühner sind tagaktive Vögel, die den Großteil ihrer Zeit schwimmend auf dem Wasser verbringen. Trotz ihres eher behäbigen Eindrucks sind sie durchaus aggressiv, wenn es um die Verteidigung ihres Reviers geht. Besonders während der Brutzeit kommt es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Artgenossen, bei denen sich die Kontrahenten auf dem Rücken liegend mit den kräftigen Lappenfüßen treten und mit dem Schnabel hacken. Diese Kämpfe können mehrere Minuten dauern und wirken erstaunlich brutal.
Das Startverhalten beim Fliegen ist charakteristisch: Blässhühner laufen mit heftig schlagenden Flügeln und patschenden Füßen über die Wasseroberfläche, bevor sie sich mühsam in die Luft erheben. In der Luft fliegen sie dann geradlinig und mit schnellem Flügelschlag. Außerhalb der Brutzeit sind Blässhühner gesellig und bilden teils sehr große Ansammlungen auf offenen Gewässern. Die Kommunikation erfolgt über laute, durchdringende Rufe – das typische „kürk" oder „pix" ist an vielen Gewässern schon von Weitem zu hören.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Balz beginnt bereits im zeitigen Frühjahr, etwa ab März. Beide Partner schwimmen dabei aufeinander zu, senken synchron die Köpfe und berühren sich mit den Schnäbeln. Blässhühner führen eine monogame Saisonehe, wobei sich manche Paare über mehrere Brutsaisons hinweg erneut zusammenfinden.
Das Nest wird von beiden Partnern aus Schilfhalmen, Binsen und anderem Pflanzenmaterial errichtet. Es steht in der Regel im Flachwasser, verankert an Schilf oder Ästen, und ragt als schwimmende oder halbschwimmende Plattform aus dem Wasser. Das Gelege umfasst gewöhnlich sechs bis neun Eier, die rahmfarben mit feinen dunklen Sprenkeln sind. Beide Altvögel bebrüten die Eier über einen Zeitraum von 21 bis 24 Tagen.
Die Küken sind Nestflüchter und verlassen das Nest bereits am ersten Lebenstag. Sie tragen ein schwarzes Dunenkl