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Haubentaucher

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Tierart – Vögel > Wasservögel – Taucher & Co

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Podiceps cristatus
  • Ordnung: Lappentaucherartige (Podicipediformes)
  • Familie: Lappentaucher (Podicipedidae)
  • Gattung: Podiceps
  • Lebensraum: Stehende und langsam fließende Gewässer mit Ufervegetation
  • Größe: 46–51 cm Körperlänge
  • Gewicht: 800–1.400 g
  • Flügelspannweite: 59–73 cm
  • Lebenserwartung: 10–15 Jahre in freier Wildbahn, in Ausnahmefällen über 20 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Haubentaucher ist der größte in Mitteleuropa brütende Vertreter der Familie der Lappentaucher. Im Prachtkleid trägt er einen auffälligen, rotbraunen bis kastanienbraunen Federkragen, der das Gesicht rahmt, sowie zwei dunkle Federohren – die namensgebende Haube – auf dem Oberkopf. Diese Kopfzier ist bei beiden Geschlechtern vorhanden, wobei sie beim Männchen tendenziell etwas ausgeprägter ausfällt. Der Geschlechtsdimorphismus ist insgesamt gering, Männchen sind im Durchschnitt nur wenig größer als Weibchen.

Im Schlichtkleid, das außerhalb der Brutzeit getragen wird, fehlen Kragen und Haube weitgehend. Das Gefieder erscheint dann deutlich schlichter: Der Oberkopf ist dunkel, die Wangen weiß, und der Gesamteindruck wirkt blasser. Die Oberseite des Gefieders ist graubraun, die Unterseite seidig weiß. Der Hals ist lang und schlank, der Schnabel dolchartig zugespitzt und rosafarben mit dunklem First. Die Augen sind auffallend rot.

Wie alle Lappentaucher besitzt der Haubentaucher keine Schwimmhäute im eigentlichen Sinn. Stattdessen sind seine Zehen mit breiten, lappenartigen Hautsäumen versehen – sogenannten Schwimmlappen –, die beim Rückwärtsschwung zusammenklappen und beim Vorwärtsstoß auffächern. Die Beine setzen weit hinten am Körper an, was den Haubentaucher zu einem hervorragenden Schwimmer und Taucher macht, an Land jedoch ungeschickt wirken lässt.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Haubentauchers erstreckt sich über weite Teile der Paläarktis, von Westeuropa über Zentralasien bis nach China und Japan. Darüber hinaus besiedelt die Art Teile Afrikas, Australiens und Neuseelands, wo jeweils eigene Unterarten vorkommen. In Mitteleuropa ist der Haubentaucher einer der häufigsten Wasservögel und nahezu flächendeckend verbreitet.

Als Habitat bevorzugt er stehende oder langsam fließende Gewässer mit einer Mindestgröße von etwa einem Hektar. Seen, Teiche, Stauseen, Kiesgruben und Flussaltarme gehören zu seinen typischen Biotopen, sofern ausreichend Ufervegetation – insbesondere Schilf und Rohrkolben – vorhanden ist. Während der Brutzeit ist der Haubentaucher auf solche Röhrichtbestände angewiesen, da er sein Nest aus schwimmender Vegetation errichtet. Im Winter weicht er bei Vereisung der Binnengewässer häufig an die Küsten aus und ist dann auch in Meeresbuchten und Flussmündungen anzutreffen. In Mitteleuropa gilt die Art als Teil- oder Kurzstreckenzieher; viele Populationen verbleiben ganzjährig im Brutgebiet, sofern die Gewässer eisfrei bleiben.

Ernährung

Der Haubentaucher ernährt sich überwiegend von Fischen, die er durch Tauchen erbeutet. Zu seinen Beutefischen zählen Rotaugen, Barsche, kleine Hechte und Stichlinge. Die Tauchgänge dauern in der Regel 20 bis 40 Sekunden und erreichen Tiefen von bis zu sechs Metern, in Ausnahmefällen mehr. Neben Fischen stehen auch Wasserinsekten, Krebstiere, Mollusken und gelegentlich Amphibienlarven auf dem Speiseplan. Die Nahrungszusammensetzung variiert je nach Jahreszeit und Angebot im jeweiligen Gewässer.

Eine Besonderheit des Haubentauchers ist das regelmäßige Verschlucken eigener Federn. Dieses Verhalten beginnt bereits bei den Küken und dient vermutlich dem Schutz des Magens vor Verletzungen durch Fischgräten. Die Federn bilden im Magen einen filzartigen Ballen, der unverdauliche Nahrungsreste umschließt und später als Gewölle ausgewürgt wird.

Verhalten & Lebensweise

Haubentaucher sind tagaktive Vögel, die den Großteil ihres Lebens auf dem Wasser verbringen. An Land begeben sie sich nur ausnahmsweise, etwa wenn sie durch widrige Umstände dazu gezwungen werden. Der Flug wirkt geradlinig und schwerfällig; Start und Landung erfolgen ausschließlich von der Wasseroberfläche aus und erfordern einen langen Anlauf.

Während der Brutzeit beanspruchen Paare ein Revier, das gegenüber Artgenossen energisch verteidigt wird. Dabei nehmen die Vögel eine Drohhaltung mit gespreiztem Kragen ein und stoßen raue, weit hörbare Rufe aus. Außerhalb der Brutzeit sind Haubentaucher weniger territorial und versammeln sich mitunter in größeren Trupps auf nahrungsreichen Gewässern oder an Winterrastplätzen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Balz des Haubentauchers gehört zu den eindrücklichsten Ritualen der einheimischen Vogelwelt. Beide Partner führen synchrone Bewegungsabfolgen aus, darunter das sogenannte Kopfschütteln, bei dem sie sich mit aufgestelltem Kragen gegenüberstehen und rhythmisch die Köpfe hin- und herbewegen. Ein weiteres Element ist die „Pinguinpose": Beide Vögel tauchen nach Wasserpflanzen, schwimmen aufeinander zu und richten sich Brust an Brust steil aus dem Wasser auf, wobei sie sich das gesammelte Material präsentieren.

Das Nest ist eine schwimmende Plattform aus Pflanzenmaterial, die im Röhricht oder an überhängender Ufervegetation ver