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Bergnatter

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Tierart – Reptilien > Schlangen – Nattern

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Zamenis longissimus (Laurenti, 1768)
  • Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
  • Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
  • Familie: Nattern (Colubridae)
  • Gattung: Zamenis
  • Lebensraum: Lichte Wälder, Waldränder, steinige Hänge, Flusstäler in Mittel- und Südeuropa
  • Größe: 120–180 cm, selten bis 200 cm
  • Gewicht: 300–600 g
  • Lebenserwartung: 15–20 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis 30 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Bergnatter – im deutschsprachigen Raum häufiger als Äskulapnatter bezeichnet – gehört zu den größten einheimischen Schlangenarten Europas. Ihr schlanker, langgestreckter Körperbau ist typisch für kletternde Nattern. Die glatte, glänzende Beschuppung unterscheidet sie auf den ersten Blick von vielen anderen europäischen Schlangen, deren Schuppen gekielt sind. Die dorsalen Schuppen sind in 23 Reihen um die Körpermitte angeordnet.

Die Grundfärbung der Oberseite variiert zwischen olivbraun, gelbbraun und dunkelbraun, gelegentlich mit einem leichten Grünstich. An den Flanken zeigen einzelne Schuppen schmale weiße Ränder, die ein zartes, netzartiges Muster ergeben können. Die Bauchseite (Ventralseite) ist gelblichweiß bis hellgrau. Der Kopf ist relativ klein, wenig vom Hals abgesetzt und mit großen Kopfschildern bedeckt. Die Pupillen sind rund – ein zuverlässiges Unterscheidungsmerkmal gegenüber Vipern, deren Pupillen senkrecht geschlitzt sind. Jungtiere unterscheiden sich deutlich von adulten Exemplaren: Sie tragen auf dem Hinterkopf einen gelblichen, hufeisenförmigen Fleck, der mit zunehmendem Alter verblasst.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Bergnatter erstreckt sich von Nordspanien über Frankreich, Italien, den Balkan und die Türkei bis in den westlichen Iran. In Mitteleuropa besiedelt sie wärmebegünstigte Regionen in Österreich, der Schweiz, Südwestdeutschland und Tschechien. Isolierte Reliktvorkommen existieren an der deutschen Rheinstrecke bei Schlangenbad in Hessen sowie im Donautal bei Passau – Überbleibsel einer ehemals weiteren Verbreitung in der nacheiszeitlichen Wärmeperiode.

Das bevorzugte Habitat der Bergnatter umfasst strukturreiche, halboffene Landschaften. Lichte Laubmischwälder, Waldränder, aufgelassene Weinberge, Steinmauern, Flussauen und extensiv bewirtschaftete Kulturlandschaften bieten ihr die nötigen Requisiten: Sonnenplätze zur Thermoregulation, Verstecke unter Steinen und in Baumhöhlen sowie ausreichend Beutetiere. Die Art ist wärmeliebend (thermophil) und bevorzugt in Mitteleuropa süd- bis südwestexponierte Hanglagen. In den Alpen kommt sie bis in Höhenlagen von etwa 1.500 Metern vor, im Süden des Areals stellenweise noch höher – ein Umstand, der den volkstümlichen Namen Bergnatter erklärt.

Ernährung

Die Bergnatter ernährt sich vorwiegend von Kleinsäugern, darunter Mäuse, Wühlmäuse und junge Ratten. Ergänzend stehen Eidechsen, Blindschleichen, Jungvögel und Vogeleier auf dem Speiseplan. Die Nahrungszusammensetzung verschiebt sich im Laufe der Ontogenese: Juvenile Tiere fressen hauptsächlich Eidechsen und kleine Skinke, während adulte Exemplare zunehmend Säugetiere bevorzugen. Als ungiftige Würgeschlange überwältigt die Bergnatter ihre Beute durch Umschlingen und Konstriktion. Kleinere Beutetiere werden gelegentlich auch direkt ohne vorheriges Würgen verschlungen. Dank ihrer ausgeprägten Kletterfähigkeit kann sie Nester in Bäumen und Sträuchern plündern.

Verhalten & Lebensweise

Die Bergnatter ist überwiegend tagaktiv, zeigt in heißen Sommermonaten jedoch eine Verlagerung der Aktivitätsphasen in die Morgen- und Abenddämmerung. Sie gehört zu den besten Kletterern unter den europäischen Schlangen. Mithilfe ihrer Bauchschuppen und seitlich abgeknickter Ventralschilde kann sie selbst an glatten Baumstämmen senkrecht emporklettern. Auf dem Boden bewegt sie sich in der für Nattern typischen lateralen Undulation.

Im Frühjahr, je nach Region zwischen März und Mai, verlässt die Art ihre Winterquartiere. Die Überwinterung erfolgt gemeinschaftlich in frostfreien Felsspalten, Erdlöchern oder alten Kellern, oft zusammen mit anderen Schlangenarten. Die Bergnatter zeigt eine gewisse Standorttreue (Philopatrie): Individuen nutzen über Jahre hinweg dasselbe Revier mit einem Aktionsradius von wenigen hundert Metern. Bei Bedrohung flieht sie in der Regel rasch. Wird sie in die Enge getrieben, kann sie heftig zubeißen, ist für Menschen aber völlig ungefährlich.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit (Balz) findet im Mai und Juni statt. Männchen suchen aktiv nach paarungsbereiten Weibchen und folgen dabei deren Duftspur (Pheromone). Treffen zwei Männchen aufeinander, kommt es zu ritualisierten Kommentkämpfen, bei denen sich die Rivalen umeinander winden und gegenseitig zu Boden drücken, ohne sich zu verletzen.

Die Bergnatter ist ovipar – das Weibchen legt im Juli oder August 5 bis 15 weichschalige Eier an geschützten, feuchtwarmen Stellen ab. Bevorzugte Eiablageplätze sind verrottende Laubhaufen, Komposthaufen und morsche Baumstümpfe, da die Zersetzungswärme die Inkubation begünstigt. Die Inkubationszeit beträgt je nach Umgebungstemperatur sechs bis acht Wochen. Die Schlüpflinge messen etwa 20 bis 25