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Königsnatter

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Tierart – Reptilien > Schlangen – Nattern

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Lampropeltis (Gattung mit mehreren Arten)
  • Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
  • Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
  • Familie: Nattern (Colubridae)
  • Gattung: Lampropeltis
  • Verbreitungsgebiet: Nord- und Mittelamerika
  • Größe: 90–180 cm je nach Art
  • Gewicht: 500–1.400 g
  • Lebenserwartung: 15–25 Jahre (in Gefangenschaft bis 30 Jahre)

Aussehen & Merkmale

Königsnattern gehören zu den auffälligsten Schlangen Nordamerikas. Ihr Gattungsname Lampropeltis leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet „glänzender Schild" – ein Verweis auf die glatten, stark glänzenden Schuppen, die das gesamte Tier bedecken. Der Körper ist schlank bis mäßig kräftig gebaut, der Kopf nur wenig vom Hals abgesetzt und von oben betrachtet leicht abgerundet.

Je nach Art variiert die Färbung erheblich. Die Kalifornische Königsnatter (Lampropeltis californiae) zeigt breite schwarze und weiße oder cremefarbene Querstreifen, während die Mexikanische Königsnatter (Lampropeltis mexicana) durch grau-braune Grundtöne mit rötlichen Sattelflecken gekennzeichnet ist. Besonders bekannt ist die Dreifarb-Musterung vieler Arten, bei der sich rote, schwarze und weiße oder gelbe Ringe abwechseln. Dieses Farbmuster ähnelt dem der hochgiftigen Korallenottern (Gattungen Micrurus und Micruroides) und stellt ein klassisches Beispiel für Bates'sche Mimikry dar: Eine ungiftige Art imitiert das Warnsignal einer giftigen Verwandten und schreckt so potenzielle Fressfeinde ab.

Die Beschuppung ist glatt und nicht gekielt. Die Bauchschuppen (Ventralia) sind breit und ermöglichen eine effiziente Fortbewegung auf unterschiedlichen Untergründen. Die Augen besitzen runde Pupillen – ein Merkmal, das viele ungiftige Nattern von Vipern mit schlitzförmigen Pupillen unterscheidet, wenngleich dieses Kriterium allein keine sichere Bestimmung erlaubt.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Gattung Lampropeltis erstreckt sich von Südkanada über die gesamten USA bis nach Mexiko und in Teile Mittelamerikas. Die einzelnen Arten besiedeln dabei sehr unterschiedliche Habitate. Die Gemeine Königsnatter (Lampropeltis getula) bewohnt trockene Kiefernwälder, Graslandschaften, Halbwüsten und landwirtschaftlich genutzte Flächen im Osten und Südosten der USA. Die Präriekönigsnatter (Lampropeltis calligaster) bevorzugt offene Graslandschaften und Prärien im zentralen Nordamerika.

Generell besiedeln Königsnattern ein breites Spektrum an Biotopen: Laubwälder, Buschland, felsige Hanglagen, Flussufer und Randbereiche menschlicher Siedlungen. Sie nutzen Verstecke unter Steinen, Totholz, Rindenstücken und in verlassenen Nagetierbauten. In höheren Lagen, etwa in den Bergen Mexikos, kommen einige Arten bis auf über 2.500 Meter Höhe vor.

Ernährung

Königsnattern sind Raubtiere mit einem ungewöhnlich breiten Beutespektrum. Sie fressen Nagetiere, Eidechsen, Frösche, Vogeleier und Jungvögel. Die eigentliche Besonderheit liegt jedoch in ihrer Ophiophagie: Königsnattern erbeuten regelmäßig andere Schlangen, darunter auch Giftschlangen wie Klapperschlangen (Crotalus) und Kupferköpfe (Agkistrodon contortrix). Gegenüber dem Gift nordamerikanischer Grubenottern besitzen sie eine partielle Immunität, die auf speziellen Serumfaktoren im Blut beruht. Diese Resistenz ist allerdings nicht absolut und schützt nicht gegen das Gift aller Schlangenarten gleichermaßen.

Die Beute wird durch Umschlingen getötet. Als Würgeschlange legt Lampropeltis mehrere Körperschlingen um das Beutetier und erhöht den Druck, bis der Blutkreislauf des Opfers zum Stillstand kommt. Anschließend wird die Beute im Ganzen verschlungen, wobei der dehnbare Unterkiefer – wie bei den meisten Schlangen – das Verschlingen großer Nahrungsstücke ermöglicht.

Verhalten & Lebensweise

Königsnattern sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, insbesondere in den warmen Sommermonaten. In den kühleren Jahreszeiten verlagern sie ihre Aktivität häufiger in die Tagesstunden. Sie leben einzelgängerisch und beanspruchen kein festes Revier im engeren Sinne, nutzen aber wiederholt dieselben Versteckplätze und Jagdgebiete.

Bei Bedrohung zeigen Königsnattern verschiedene Abwehrstrategien. Neben Flucht können sie den Schwanz vibrieren lassen, was auf trockenem Laub ein rasselndes Geräusch erzeugt und Fressfeinde an eine Klapperschlange erinnern soll. Außerdem sondern sie bei Gefahr ein übelriechendes Sekret aus den Analdrüsen ab. Bisse gegenüber dem Menschen kommen selten vor und sind ungefährlich.

In den nördlicheren Teilen ihres Verbreitungsgebietes halten Königsnattern eine Winterruhe (Brumation). Sie überwintern in frostfreien Spalten, Felshöhlen oder tiefen Nagetierbauten, teilweise zusammen mit anderen Schlangenarten.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit beginnt im Frühjahr, kurz nach dem Ende der Winterruhe. Männchen lokalisieren paarungsbereite Weibchen über Duftstoffe (Pheromone), die entlang der Kriechspur abgegeben werden. Bei der Paarung umwindet das Männchen das Weibchen und führt einen seiner beiden Hemip