Kalifornische Kettennatter
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Lampropeltis californiae (früher als Unterart Lampropeltis getula californiae geführt)
- Ordnung: Schuppenkriechende (Squamata)
- Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
- Familie: Nattern (Colubridae)
- Gattung: Königsnattern (Lampropeltis)
- Lebensraum: Halbwüsten, Grasland, Wälder, felsige Hänge und landwirtschaftliche Flächen im Westen Nordamerikas
- Größe: 90–150 cm, selten bis 180 cm Gesamtlänge
- Gewicht: 400–900 g, je nach Alter und Ernährungszustand
- Lebenserwartung: 15–20 Jahre in Gefangenschaft, in freier Wildbahn geschätzt 10–15 Jahre
Aussehen & Merkmale
Die Kalifornische Kettennatter besitzt einen schlanken, muskulösen Körper mit glatten, glänzenden Schuppen, die ihr den Gattungsnamen Lampropeltis (griechisch: „glänzender Schild") eingebracht haben. Die Grundfarbe ist ein tiefes Schwarz oder Dunkelbraun, über das sich in regelmäßigen Abständen helle, cremeweiße bis gelbliche Querbänder ziehen. Dieses charakteristische Bandmuster erinnert an Kettenglieder und ist namensgebend für die Art. Der Kopf ist nur wenig vom Hals abgesetzt, die Pupillen sind rund – ein typisches Merkmal ungiftiger Nattern.
Neben der gebänderten Wildform existieren verschiedene natürliche Farbvarianten. Besonders bekannt ist die gestreifte Morphe, bei der die Querbänder zu einem durchgehenden Längsstreifen verschmelzen. In der Terraristik wurden darüber hinaus zahlreiche Zuchtformen etabliert, darunter albinotische Tiere, melanistische Exemplare sowie die sogenannte „Banana"-Morphe mit intensiv gelber Grundfärbung. Die Bauchseite zeigt bei Wildtieren ein Schachbrettmuster aus hellen und dunklen Feldern.
Lebensraum & Verbreitung
Das natürliche Verbreitungsgebiet der Kalifornischen Kettennatter erstreckt sich über den Westen der Vereinigten Staaten und den Norden Mexikos. Der Schwerpunkt liegt in Kalifornien, doch die Art kommt auch in Oregon, Nevada, Utah und Arizona sowie in Baja California vor. Sie besiedelt eine Vielzahl unterschiedlicher Habitate und gilt als ausgesprochen anpassungsfähig. Trockene Buschlandschaften, lichte Eichenwälder, Grasland, felsige Hänge und die Randbereiche von Wüsten zählen ebenso zu ihren Biotopen wie Kulturlandschaften und Vorstadtgebiete.
Die Tiere halten sich bevorzugt in Bodennähe auf und nutzen Verstecke unter Steinen, Baumstämmen, Rindenstücken und in Nagetierbauten. In höheren Lagen ist die Art bis auf etwa 1.800 Meter über dem Meeresspiegel anzutreffen. Auf den Kanarischen Inseln, insbesondere Gran Canaria, hat sich seit den 1990er-Jahren eine invasive Population etabliert, die aus freigelassenen oder entkommenen Terrarientieren hervorging und dort erhebliche Auswirkungen auf die einheimische Herpetofauna hat, vor allem auf die endemische Kanareneidechse (Gallotia stehlini).
Ernährung
Die Kalifornische Kettennatter ist eine opportunistische Jägerin mit einem breiten Nahrungsspektrum. Sie ernährt sich von Kleinsäugern wie Mäusen und Ratten, Eidechsen, Fröschen, kleinen Vögeln samt deren Eiern sowie von anderen Schlangen. Gerade die Ophiophagie – das Fressen anderer Schlangen – ist ein hervorstechendes Merkmal der Gattung Lampropeltis. Die Kalifornische Kettennatter ist dabei teilimmun gegenüber dem Gift einiger nordamerikanischer Grubenottern, etwa der Klapperschlangen (Crotalus), und kann diese überwältigen und verzehren.
Die Beute wird durch Umschlingen getötet. Als Würgeschlange legt die Kettennatter mehrere Körperschlingen um das Beutetier und übt so lange Druck aus, bis ein Kreislaufstillstand eintritt. Die Beute wird anschließend im Ganzen verschlungen, wobei der dehnbare Unterkiefer eine Nahrungsaufnahme ermöglicht, die den eigenen Kopfdurchmesser deutlich übersteigt.
Verhalten & Lebensweise
Die Kalifornische Kettennatter ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, besonders während der heißen Sommermonate. Im Frühjahr und Herbst kann sie auch tagsüber beobachtet werden, wenn sie sich an sonnigen Stellen aufwärmt – ein für ektotherme Reptilien typisches Thermoregulationsverhalten. Die Art lebt einzelgängerisch und beansprucht kein festes Revier im engeren Sinne, zeigt aber eine gewisse Ortstreue gegenüber bewährten Versteckplätzen.
In den kälteren Monaten, etwa von November bis Februar, hält die Kettennatter eine Winterruhe (Brumation), während der die Stoffwechselaktivität stark herabgesetzt ist. Die Tiere ziehen sich dazu in frostfreie Spalten, Erdlöcher oder Nagetierbauten zurück. Bei Bedrohung zeigt die Art ein typisches Abwehrverhalten: Sie rollt sich zusammen, verbirgt den Kopf unter den Körperschlingen und kann dabei den Schwanz vibrieren lassen, was auf trockenem Laub ein rasselndes Geräusch erzeugt – eine Mimikry, die potenzielle Fressfeinde an Klapperschlangen denken lässt. Zusätzlich kann sie übel riechendes Sekret aus den Kloakaldrüsen absondern.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Paarungszeit beginnt kurz nach Beendigung der Winterruhe, meist im März oder April. Die Männchen suchen die Weibchen aktiv auf, wobei sie Pheromone verfolgen, die das Weibchen über die Haut absondert. Eine eigentliche Balz im komplexen Sinne findet nicht statt; das Männchen nähert sich dem Weibchen, umschlingt es teilweise und führt die Kopulation durch.
Die Kalifornische Kettennatter ist ovipar – sie legt Eier. Etwa 40 bis 65 Tage nach der Paar