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Hakennasennatter

H

Tierart – Reptilien > Schlangen – Nattern

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Heterodon nasicus (Westliche Hakennasennatter); Gattung Heterodon
  • Ordnung: Schuppenkriechende (Squamata)
  • Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
  • Familie: Nattern (Colubridae)
  • Unterfamilie: Dipsadinae
  • Verbreitungsgebiet: Nordamerika (südliches Kanada bis Mexiko)
  • Größe: 40–90 cm, selten über 100 cm
  • Gewicht: 80–350 g, je nach Art und Geschlecht
  • Lebenserwartung: 12–18 Jahre in Gefangenschaft, in freier Wildbahn kürzer

Aussehen & Merkmale

Das namensgebende Merkmal aller Hakennasennattern ist die deutlich nach oben gebogene, vergrößerte Rostralschuppe an der Schnauzenspitze. Diese kielartig aufgeworfene Nase verleiht dem Kopf ein unverwechselbares Profil und dient als Grabwerkzeug. Der Körper ist gedrungen und kräftig gebaut, deutlich kompakter als bei vielen anderen Natternarten. Der Kopf ist breit, vom Hals nur wenig abgesetzt und leicht abgeflacht.

Die Grundfärbung variiert je nach Art und Unterart erheblich. Bei der Westlichen Hakennasennatter (Heterodon nasicus) überwiegen sandbraune, gelbliche oder graubraune Töne mit einer Reihe dunkler, sattelförmiger Flecken auf dem Rücken. Die Bauchseite ist überwiegend schwarz pigmentiert. Die Östliche Hakennasennatter (Heterodon platirhinos) zeigt eine noch größere Farbvariabilität – von gelblich über olivgrün bis nahezu komplett schwarz (melanistische Exemplare). Die Körperschuppen sind gekielt, was der Hautoberfläche eine matte, raue Textur verleiht.

Weibchen werden in der Regel deutlich größer und schwerer als Männchen. Letztere bleiben häufig unter 60 cm Gesamtlänge, während Weibchen 80 cm und mehr erreichen können.

Lebensraum & Verbreitung

Die Gattung Heterodon umfasst drei anerkannte Arten, die ausschließlich in Nordamerika vorkommen. Die Westliche Hakennasennatter (H. nasicus) besiedelt die Great Plains von Südkanada (Alberta, Saskatchewan, Manitoba) über die zentralen US-Bundesstaaten bis nach Nordmexiko. Die Östliche Hakennasennatter (H. platirhinos) bewohnt den gesamten Osten der USA, während die Südliche Hakennasennatter (H. simus) auf den Südosten der USA beschränkt ist.

Als bevorzugtes Habitat dienen trockene, sandige oder lockerbödige Biotope. Prärien, Halbwüsten, lichte Kiefernwälder, Flussufer mit Sandböden und landwirtschaftlich genutztes Offenland bieten geeignete Lebensbedingungen. Entscheidend für die Habitatwahl ist ein grabfähiges Substrat, da die Tiere einen großen Teil ihrer Zeit eingegraben verbringen. Feuchtere Lebensräume werden von der Östlichen Hakennasennatter toleriert, während H. nasicus ausgeprägt trockene Standorte bevorzugt.

Ernährung

Hakennasennattern sind auf Amphibien und deren Verwandte spezialisiert – mit artspezifischen Unterschieden. Die Östliche Hakennasennatter ernährt sich vorwiegend von Kröten der Gattung Anaxyrus (ehemals Bufo) und zeigt eine hohe Resistenz gegenüber deren Hautgiften. Die Westliche Hakennasennatter frisst neben Kröten auch Frösche, Eidechsen, kleine Nagetiere und gelegentlich Vogeleier.

Die aufgeworfene Nasenspitze wird aktiv eingesetzt, um Beute aus dem Boden oder aus lockerem Substrat auszugraben. Hakennasennattern verfügen über vergrößerte Zähne im hinteren Oberkieferbereich (opisthoglyphe Bezahnung) und produzieren ein mildes Gift über die Duvernoy-Drüse. Dieses Sekret unterstützt das Überwältigen von Beutetieren, ist für den Menschen jedoch in der Regel ungefährlich – vergleichbar mit einem leichten Insektenstich, allenfalls mit lokaler Schwellung.

Verhalten & Lebensweise

Hakennasennattern sind überwiegend tagaktiv, bei hohen Sommertemperaturen verlagern sie ihre Aktivitätsphase gelegentlich in die Dämmerung. Sie leben bodenbewohnend und graben sich häufig in lockeres Substrat ein – sowohl zur Thermoregulation als auch zur Beutejagd und zum Schutz vor Fressfeinden.

Bekannt ist die Gattung für ihr ausgeprägtes Abwehrverhalten, das unter Schlangen als einzigartig gelten darf. Wird eine Hakennasennatter bedroht, durchläuft sie ein mehrstufiges Repertoire: Zunächst flacht sie Kopf und Halsregion seitlich ab, ähnlich einer Kobra, und zischt laut. Dabei stößt sie mit geschlossenem Maul in Richtung des Störenfrieds vor – echte Bisse sind bei diesen Scheinangriffen äußerst selten. Zeigt die Drohgebärde keine Wirkung, folgt die zweite Stufe: Die Schlange dreht sich auf den Rücken, öffnet das Maul, lässt die Zunge heraushängen und verströmt ein übelriechendes Sekret aus den Kloakaldrüsen. Dieses Totstellen (Thanatose) wird so konsequent durchgeführt, dass das Tier sich sofort wieder auf den Rücken dreht, wenn man es umdreht.

In den nördlichen Teilen des Verbreitungsgebiets halten Hakennasennattern eine mehrmonatige Winterruhe (Brumation) in Nagerbauten, Felsspalten oder selbst gegrabenen Höhlen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit beginnt kurz nach der Winterruhe, meist im April oder Mai. Männchen lokalisieren paarungsbereite Weibchen anhand von Pheromonen. Eine Balz im engeren Sinne findet nicht statt; das Männchen verfolgt das Weibchen und leitet die Kopulation ein, indem es seinen Körper entlang des