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Hühnernatter

H

Tierart – Reptilien > Schlangen – Nattern

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Pantherophis guttatus (ehemals Elaphe guttata)
  • Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
  • Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
  • Familie: Nattern (Colubridae)
  • Gattung: Pantherophis
  • Lebensraum: Laub- und Nadelwälder, Kulturland, Felslandschaften, Sumpfgebiete im südöstlichen Nordamerika
  • Größe: 80–150 cm, selten bis 180 cm
  • Gewicht: 200–800 g (adulte Tiere)
  • Lebenserwartung: 15–20 Jahre in Gefangenschaft, in freier Wildbahn schätzungsweise 6–10 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Hühnernatter, im englischen Sprachraum als „Corn Snake" bekannt, gehört zu den mittelgroßen nordamerikanischen Kletternattern. Ihr schlanker, muskulöser Körperbau ist typisch für baum- und bodenlebende Nattern. Die glatte, leicht glänzende Beschuppung zeigt auf der Oberseite eine Grundfärbung, die je nach Population von graubraun über orange bis hin zu kräftigem Rot reicht. Entlang des Rückens verlaufen dunkelrot bis rotbraun umrandete, sattelförmige Flecken, die sich in regelmäßigen Abständen bis zur Schwanzspitze erstrecken. Die Bauchseite ist weißlich mit einem unregelmäßigen schwarz-weißen Schachbrettmuster, das an die Zeichnung eines Maiskolbens erinnert – eine der möglichen Erklärungen für den englischen Trivialnamen.

Der Kopf ist nur wenig vom Hals abgesetzt und trägt große, runde Augen mit kreisrunder Pupille – ein typisches Merkmal ungiftiger, überwiegend tagaktiver Nattern. Auf der Kopfoberseite befindet sich häufig eine pfeilspitzenförmige Zeichnung, die von der Stirn bis zum Nacken reicht. Jungtiere ähneln in ihrer Zeichnung den adulten Schlangen, zeigen jedoch kontrastreichere Farben und wirken insgesamt blasser.

Die Hühnernatter wird gelegentlich mit der giftigen Kupferkopfotter (Agkistrodon contortrix) verwechselt, deren Verbreitungsgebiet sich teilweise überlappt. Ein sicheres Unterscheidungsmerkmal ist die Pupillenform: Die Kupferkopfotter besitzt als Grubenotter schlitzförmige Pupillen, während die Hühnernatter runde Pupillen aufweist.

Lebensraum & Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Hühnernatter erstreckt sich über den Südosten der Vereinigten Staaten – von New Jersey im Norden über Florida bis nach Louisiana im Westen. Vereinzelte Populationen wurden auch in angrenzenden Bundesstaaten nachgewiesen. Darüber hinaus existieren eingeschleppte Populationen auf einigen Karibikinseln sowie auf den Cayman Islands.

Die Art besiedelt eine Vielzahl von Habitaten. Bevorzugt werden lichte Kiefern- und Laubwälder, felsige Hänge, Buschland und landwirtschaftlich genutzte Flächen. Gerade die Nähe zu menschlichen Siedlungen und Scheunen brachte der Art ihren deutschen Trivialnamen ein: In Hühnerställen und Kornspeichern wurde die Schlange häufig beim Verzehr von Mäusen oder – seltener – von Hühnereiern angetroffen. In Florida kommt sie auch in Sumpfgebieten und an den Rändern von Feuchtbiotopen vor. Sie meidet offene, trockene Wüstengebiete und dichte, geschlossene Waldformationen.

Ernährung

Die Hühnernatter ist eine opportunistische Jägerin, die ihre Beute durch Umschlingen und Würgen überwältigt. Als ungiftige Natter verfügt sie über keinerlei Gift, sondern tötet ihre Beute ausschließlich durch Konstriktion. Das Nahrungsspektrum umfasst in erster Linie Kleinsäuger, insbesondere Mäuse, Ratten und andere Nager. Daneben frisst sie Eidechsen, Frösche, kleinere Schlangen und gelegentlich Vogeleier sowie Jungvögel. Jungtiere ernähren sich überwiegend von kleinen Eidechsen, Baumfröschen und neugeborenen Mäusen.

Die Beute wird mithilfe des ausgeprägten Geruchssinns aufgespürt. Dabei züngelt die Schlange regelmäßig, um mit dem Jacobson-Organ Duftpartikel in der Umgebung auszuwerten. Gefundene Beutetiere werden in einem schnellen Vorstoß gepackt, mit mehreren Körperschlingen umschlungen und nach dem Erstickungstod kopfvoran verschlungen.

Verhalten & Lebensweise

Die Hühnernatter ist vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, besonders während der warmen Sommermonate. Im Frühjahr und Herbst kann sie jedoch auch tagsüber bei der Thermoregulation oder Nahrungssuche beobachtet werden. Die Art ist einzelgängerisch; außerhalb der Paarungszeit meiden die Tiere den Kontakt zu Artgenossen.

Als geschickte Kletterin kann die Hühnernatter Bäume, Felsen und selbst glatte vertikale Flächen ersteigen, verbringt aber den Großteil ihrer Zeit am Boden oder in unterirdischen Verstecken wie Nagerbauten und unter Gestein. In den nördlichen Teilen ihres Verbreitungsgebiets hält sie eine mehrmonatige Winterruhe, bei der sie sich in frostfreie Spalten und Höhlen zurückzieht. Dabei teilen sich manchmal mehrere Individuen – teils auch Schlangen anderer Arten – ein gemeinsames Winterquartier.

Bei Bedrohung vibriert die Hühnernatter häufig mit der Schwanzspitze, was in trockenem Laub ein rasselndes Geräusch erzeugt und potenzielle Fressfeinde an eine Klapperschlange erinnern soll. Dieses Abwehrverhalten wird als Mimikry gedeutet. Wird sie dennoch ergriffen, kann sie eine übelriechende Flüssigkeit aus der Kloake absondern.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit fällt in die Monate März bis Mai, kurz nach dem Ende der Winterru