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Brillenflughund

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Tierart – Säugetiere > Fledertiere

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Pteropus conspicillatus
  • Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
  • Unterordnung: Flughunde (Megachiroptera)
  • Familie: Flughunde (Pteropodidae)
  • Gattung: Eigentliche Flughunde (Pteropus)
  • Lebensraum: Tropische Regenwälder, Mangrovenwälder, Küstenwälder in Nordaustralien, Neuguinea und vorgelagerten Inseln
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge 22–25 cm, Flügelspannweite bis 1,5 m
  • Gewicht: 500–1.000 g
  • Lebenserwartung: Bis zu 15 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis über 20 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Brillenflughund gehört zu den größeren Vertretern der Gattung Pteropus. Sein Fell ist überwiegend schwarz bis dunkelbraun gefärbt. Namensgebend sind die hellen, strohgelben bis cremefarbenen Ringe um die Augen, die an eine Brille erinnern und dem Tier ein unverwechselbares Erscheinungsbild verleihen. Diese helle Zeichnung setzt sich oft als breiter Kragen über Nacken und Schultern fort, wobei die genaue Ausprägung individuell variiert.

Wie alle Flughunde besitzt der Brillenflughund einen hundeartigen Kopf mit großen Augen und einer spitzen Schnauze. Die Ohren sind relativ klein und abgerundet. Anders als bei den Fledermäusen (Microchiroptera) fehlt ein Tragus – jener Knorpelfortsatz im Ohr, der bei echoortenden Arten vorkommt. Auch die Nase weist keine Nasenblätter auf. Die Flughaut spannt sich zwischen den stark verlängerten Fingerknochen und den Hinterbeinen. Ein Schwanz fehlt oder ist nur rudimentär vorhanden.

Die großen Augen sind an das Sehen bei Dämmerung und Dunkelheit angepasst. Zusätzlich verfügt der Brillenflughund über einen ausgeprägten Geruchssinn, der bei der Nahrungssuche eine zentrale Rolle spielt. Echoortung nutzt diese Art nicht – sie orientiert sich ausschließlich visuell und olfaktorisch.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Brillenflughundes erstreckt sich über den tropischen Norden Australiens – insbesondere die Küstenregionen von Queensland – sowie über Teile Neuguineas und einige vorgelagerte Inseln der Torres-Straße. Die Art bewohnt bevorzugt tropische und subtropische Regenwälder, Mangrovenwälder sowie lichte Waldgebiete in Küstennähe. Gelegentlich dringt sie auch in städtische Gebiete und Obstplantagen vor, was zu Konflikten mit der Landwirtschaft führen kann.

Als Habitat dienen dem Brillenflughund dichte Baumbestände, in denen sich Schlafkolonien bilden können. Die Tiere bevorzugen dabei hohe Bäume in der Nähe von Gewässern. In Australien finden sich bedeutende Kolonien etwa in den Regenwäldern des Daintree-Nationalparks und im Umland von Cairns und Townsville. Die Höhenverbreitung reicht vom Tiefland bis auf etwa 1.000 Meter.

Ernährung

Der Brillenflughund ernährt sich ausschließlich pflanzlich. Seine Nahrung besteht aus reifen Früchten, Blüten und Nektar verschiedener tropischer Baumarten. Zu den bevorzugten Nahrungspflanzen zählen Feigen (Ficus-Arten), Eukalyptus, Melaleuca sowie diverse Regenwaldfrüchte. Gelegentlich frisst er auch Blätter und Blütenpollen.

Bei der Nahrungsaufnahme zerquetscht er die Früchte im Maul, saugt den Saft aus und spuckt die festen Faserreste als sogenannte Pellets wieder aus. Durch diese Ernährungsweise und die weiten Strecken, die er auf der Nahrungssuche zurücklegt – teils über 50 Kilometer pro Nacht –, spielt der Brillenflughund eine ökologisch bedeutsame Rolle als Samenverbreiter und Bestäuber im tropischen Regenwald. Zahlreiche Baumarten sind auf diese Bestäubungsleistung angewiesen.

Verhalten & Lebensweise

Der Brillenflughund ist vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber ruht er kopfüber hängend in großen Schlafkolonien, sogenannten Camps, die mehrere tausend bis zehntausende Individuen umfassen können. Diese Camps befinden sich meist in hohen Bäumen und werden über Jahre hinweg genutzt, sofern die Tiere nicht gestört werden.

Innerhalb der Kolonie herrscht eine ausgeprägte soziale Dynamik. Männchen beanspruchen während der Fortpflanzungszeit kleine Reviere innerhalb des Camps und verteidigen diese lautstark gegenüber Rivalen. Die Kommunikation erfolgt über eine Vielzahl von Lautäußerungen – Schreie, Kreischen und Zwitschern – sowie über Geruchsmarkierungen. Bei Einbruch der Dämmerung verlassen die Tiere in großen Gruppen das Camp und fliegen zu ihren Nahrungsplätzen, wobei sie regelmäßig bestimmte Flugrouten nutzen.

Brillenflughunde können bei Hitzewellen unter erheblichem Stress leiden. Bei Temperaturen über 42 °C kommt es in australischen Kolonien gelegentlich zu Massensterben, da die Tiere ihre Körpertemperatur nicht ausreichend regulieren können. Sie versuchen sich durch Fächeln mit den Flügeln und Belecken des Fells abzukühlen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit fällt in Australien in die Monate März bis Mai. Männchen verteidigen während der Balz kleine Territorien innerhalb der Kolonie und versuchen, vorbeifliegende Weibchen anzulocken. Nach einer Tragzeit von etwa sechs Monaten bringt das Weibchen ein einzelnes Jungtier zur Welt – Zwillingsgeburten sind äußerst selten.

Das Neugeborene klammert sich zunächst am Bauchfell der Mutter fest und wird während der Flüge mitgetragen. Nach etwa fünf Wochen wird das Jungtier im Camp zurückgelassen, während die Mutter auf Nahrungssuche