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Dreizehenmöwe

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Tierart – Vögel > Wasservögel – Möwen & Seeschwalben

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Rissa tridactyla
  • Ordnung: Regenpfeiferartige (Charadriiformes)
  • Familie: Möwen (Laridae)
  • Gattung: Dreizehenmöwen (Rissa)
  • Lebensraum: Offene See, Steilküsten, Klippen
  • Größe: 37–42 cm Körperlänge, Flügelspannweite 93–105 cm
  • Gewicht: 300–525 g
  • Lebenserwartung: 12–20 Jahre, Einzelnachweise bis über 25 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Dreizehenmöwe ist eine mittelgroße, zierlich gebaute Möwe, die sich von den meisten anderen europäischen Möwenarten durch einige auffällige Merkmale unterscheiden lässt. Das Gefieder adulter Vögel im Prachtkleid ist am Kopf, Hals, Brust und Unterseite reinweiß. Der Rücken und die Oberflügel sind zart blaugrau gefärbt. Die Flügelspitzen wirken wie in schwarze Tinte getaucht – sie sind scharf abgesetzt schwarz, ohne die bei anderen Möwenarten üblichen weißen Flecken (Spiegel). Dieses Merkmal erleichtert die Bestimmung im Flug erheblich.

Der Schnabel ist gelblich-grün, im Vergleich zu vielen Verwandten eher kurz und schmal. Die Beine sind schwarz – ein weiteres gutes Unterscheidungsmerkmal gegenüber ähnlichen Arten wie der Sturmmöwe (Larus canus), die grünlich-gelbe Beine besitzt. Das namensgebende Merkmal betrifft die Füße: Die Hinterzehe ist stark reduziert oder fehlt gänzlich, sodass funktionell nur drei Zehen vorhanden sind. Diese Reduktion stellt eine Anpassung an das pelagische Leben dar, bei dem Greiffüße kaum benötigt werden.

Jungvögel im ersten Winter zeigen ein charakteristisches dunkles W-förmiges Band über die Oberflügel, einen schwarzen Nackenfleck und eine schwärzliche Schwanzendbinde. Diese Zeichnung macht sie im Feld unverwechselbar.

Lebensraum & Verbreitung

Die Dreizehenmöwe ist ein ausgesprochener Hochseevogel und die pelagischste aller Möwenarten der Nordhalbkugel. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich zirkumpolar über die borealen und arktischen Zonen des Nordatlantiks und Nordpazifiks. Große Brutkolonien finden sich auf Island, den Färöer-Inseln, an den Küsten Norwegens, Schottlands, Irlands sowie auf Spitzbergen, Nowaja Semlja, in Alaska und an der kanadischen Atlantikküste.

Ihr bevorzugtes Habitat zur Brutzeit sind steile Felsklippen und Steilküsten, wo die Vögel auf schmalen Felsvorsprüngen nisten. Außerhalb der Brutzeit verbringt die Dreizehenmöwe den Großteil ihres Lebens auf offener See, oft Hunderte Kilometer von der nächsten Küste entfernt. Anders als viele andere Laridae sucht sie nur selten Binnengewässer, Mülldeponien oder Hafenbereiche auf. An deutschen Küsten ist sie als Durchzügler und Wintergast regelmäßig zu beobachten, brütet dort aber nicht.

Ernährung

Die Nahrung besteht überwiegend aus kleinen Fischen, Krebstieren und marinen Wirbellosen. Sandaale (Ammodytes), Lodde (Mallotus villosus) und junge Heringe bilden einen wesentlichen Teil der Ernährung während der Brutzeit. Auf offener See fressen Dreizehenmöwen zudem Planktonkrebse und kleine Tintenfische. Sie nehmen gelegentlich auch Fischabfälle von Trawlern an, sind aber weit weniger auf menschliche Nahrungsquellen angewiesen als etwa Silber- oder Heringsmöwen.

Die Nahrungssuche erfolgt im Flug über der Wasseroberfläche. Die Vögel tauchen dabei den Schnabel ein oder setzen kurz auf, um Beute von der Oberfläche aufzupicken. Tieftauchgänge wie bei Seeschwalben gehören nicht zum Repertoire.

Verhalten & Lebensweise

Dreizehenmöwen sind tagaktive, gesellige Vögel, die sowohl in der Brutzeit als auch auf See in Gruppen anzutreffen sind. Die Brutkolonien können von wenigen Dutzend bis zu mehreren Zehntausend Paaren reichen. An den Klippen herrscht ein ständiger, lautstarker Betrieb – der Ruf „kitti-wääk", der dem Vogel auch seinen englischen Namen „Kittiwake" eingebracht hat, ist charakteristisch und durchdringend.

Außerhalb der Brutzeit leben die Vögel pelagisch und ziehen über große Entfernungen. Beringungsdaten und Geolokator-Studien haben gezeigt, dass europäische Brutvögel im Winter bis in die Gewässer vor Neufundland, Westafrika oder in den zentralen Nordatlantik ziehen. Ein ausgeprägtes Revierverhalten zeigen Dreizehenmöwen nur am Brutplatz selbst, wo die schmalen Nistplätze energisch gegen Artgenossen und andere Koloniebrüter verteidigt werden.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Brutzeit beginnt je nach Breitengrad zwischen April und Juni. Die Balz umfasst gegenseitiges Kopfnicken, Schnabelberührungen und Fütterungsrituale. Dreizehenmöwen sind in der Regel monogam und kehren über viele Jahre zum gleichen Nistplatz zurück.

Das Nest wird auf schmalen Felsvorsprüngen oder Simsen errichtet und besteht aus Seetang, Gras und Schlamm, der zu einer kompakten, festklebenden Plattform verarbeitet wird. Das Gelege umfasst gewöhnlich ein bis drei Eier, die von beiden Partnern etwa 25 bis 32 Tage bebrütet werden. Die Küken sind Nesthocker und mit gräulich-weißem Dunengefieder bedeckt. Sie bleiben ungewöhnlich ruhig im Nest sitzen – eine überlebenswichtige Anpassung an die exponierten Klippennistplätze, von denen ein unbedachter Schritt den Absturz bedeuten kann. Nach rund 34 bis 42 Tagen sind die Jungvögel flügge.

Bedrohung & Schutzstatus

Die Dreizehenmöwe galt lange als eine