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Flussseeschwalbe

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Tierart – Vögel > Wasservögel – Möwen & Seeschwalben

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Sterna hirundo
  • Ordnung: Regenpfeiferartige (Charadriiformes)
  • Familie: Seeschwalben (Sternidae)
  • Gattung: Sterna
  • Lebensraum: Küsten, Flussufer, Seen, Kiesinseln, Feuchtgebiete
  • Größe: 31–35 cm Körperlänge, Flügelspannweite 72–83 cm
  • Gewicht: 90–150 g
  • Lebenserwartung: Durchschnittlich 10–15 Jahre, Einzelnachweise bis über 25 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Flussseeschwalbe ist ein schlanker, elegant gebauter Vogel mit langen, spitz zulaufenden Flügeln und einem tief gegabelten Schwanz, der ihr im Flug ein markantes Erscheinungsbild verleiht. Im Prachtkleid trägt sie eine schwarze Kopfkappe, die von der Stirn bis in den Nacken reicht. Die Oberseite des Gefieders ist hellgrau, die Unterseite weiß bis zart graurosa getönt. Der Schnabel ist orangerot mit schwarzer Spitze – ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal gegenüber der sehr ähnlichen Küstenseeschwalbe (Sterna paradisaea), deren Schnabel im Prachtkleid vollständig dunkelrot gefärbt ist.

Die Beine sind rot und relativ kurz, was den Vogel am Boden etwas unbeholfen wirken lässt. Im Schlichtkleid, das ab dem Spätsommer angelegt wird, weicht die schwarze Stirnpartie einem weißen Feld, und der Schnabel verfärbt sich zunehmend dunkel. Jungvögel zeigen auf der Oberseite bräunliche Schuppenmuster und einen gelblich-braunen Schnabelansatz. Die Geschlechter unterscheiden sich äußerlich nicht – es liegt kein ausgeprägter Geschlechtsdimorphismus vor.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Flussseeschwalbe erstreckt sich über weite Teile der nördlichen Hemisphäre. Sie brütet in Europa, Asien und Nordamerika, von den gemäßigten bis in die subarktischen Zonen. In Mitteleuropa besiedelt sie sowohl die Meeresküsten als auch das Binnenland, wo sie an Flussufern, Baggerseen, Stauseen und naturnahen Flussauen vorkommt.

Als Habitat bevorzugt die Art offene, vegetationsarme Flächen in unmittelbarer Wassernähe. Natürliche Brutplätze sind Kies- und Sandinseln in Flüssen sowie flache Strandabschnitte. Da solche natürlichen Biotope durch Flussregulierung und Verbauung selten geworden sind, nimmt die Art zunehmend künstliche Nisthilfen an – etwa Kiesschüttungen, Betonflöße und eigens errichtete Brutplattformen. An der Nord- und Ostseeküste brütet sie auf Düneninseln und Salzwiesen, oft in Nachbarschaft zu Möwenkolonien.

Die Flussseeschwalbe ist ein ausgeprägter Langstreckenzieher. Europäische Populationen überwintern an den Küsten West- und Südafrikas, wobei einzelne Vögel bis nach Südafrika ziehen. Die Zugstrecke kann je nach Population 10.000 bis 15.000 Kilometer in eine Richtung betragen.

Ernährung

Die Nahrung besteht überwiegend aus kleinen Fischen mit einer Länge von 3 bis 10 Zentimetern. Häufige Beutearten sind je nach Lebensraum Stint, Hering, Sandaal, Stichling und Rotauge. Ergänzend werden Wasserinsekten, Krebstiere und gelegentlich auch kleine Garnelen erbeutet.

Die Jagdtechnik ist charakteristisch: Die Flussseeschwalbe fliegt in einer Höhe von 5 bis 15 Metern über der Wasseroberfläche, rüttelt kurz und stößt dann kopfüber ins Wasser. Diese Stoßtaucher-Technik erlaubt Tauchtiefen von bis zu einem Meter. Anders als viele Möwenarten nimmt die Flussseeschwalbe keine Abfälle oder pflanzliche Nahrung auf – sie ist eine reine Jägerin.

Verhalten & Lebensweise

Flussseeschwalben sind tagaktive Vögel, die den Großteil des Tages mit Nahrungssuche und der Bewachung ihres Brutplatzes verbringen. Sie brüten koloniebildend, wobei die Kolonien von wenigen Paaren bis zu mehreren tausend Brutpaaren reichen können. Innerhalb der Kolonie verteidigen die Vögel ein kleines Revier unmittelbar um das Nest herum.

Gegenüber Nesträubern und Störungen reagieren Flussseeschwalben äußerst aggressiv. Bei Gefahr steigen die Kolonievögel gemeinsam auf und attackieren Eindringlinge – auch deutlich größere Tiere und Menschen – im Sturzflug, begleitet von durchdringenden, schrillen Rufen. Diese sogenannte Hassreaktion ist eine der wirksamsten Verteidigungsstrategien unter Koloniebrütern.

Der Ruf der Flussseeschwalbe ist ein scharfes, zweisilbiges „kri-jäh", das sowohl als Alarm- als auch als Kontaktlaut dient. Während der Balzzeit zeigen die Vögel auffällige Flugmanöver und der Nahrungsübergabe-Flug, bei dem das Männchen dem Weibchen einen Fisch als Brautgeschenk überreicht, gehört zum festen Balzrepertoire.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Brutzeit erstreckt sich in Mitteleuropa von Mai bis Juli. Flussseeschwalben führen eine monogame Saisonehe, wobei sich viele Paare in Folgejahren erneut zusammenfinden, sofern beide Partner an denselben Koloniestandort zurückkehren. Das Nest ist eine flache Mulde am Boden, die kaum oder nur spärlich mit Pflanzenteilen, kleinen Steinen oder Muschelbruchstücken ausgekleidet wird.

Das Gelege umfasst in der Regel zwei bis drei Eier, die sandfarben bis olivbraun gefleckt sind und sich hervorragend in den Untergrund einfügen. Beide Elternvögel bebrüten die Eier über einen Zeitraum von 21 bis 26 Tagen. Die Küken sind Nestflüchter und verlassen das Nest bereits nach wenigen Tagen, bleiben aber in der Nähe der Kolonie. Die F