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Eismöwe

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Tierart – Vögel > Wasservögel – Möwen & Seeschwalben

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Larus hyperboreus
  • Ordnung: Regenpfeiferartige (Charadriiformes)
  • Familie: Möwen (Laridae)
  • Gattung: Larus
  • Lebensraum: Arktische und subarktische Küsten, Klippen, Tundra, Packeisgrenzen
  • Größe: 62–68 cm Körperlänge, Flügelspannweite 150–165 cm
  • Gewicht: 1.000–2.500 g, Männchen im Durchschnitt schwerer als Weibchen
  • Lebenserwartung: bis zu 20 Jahre in freier Wildbahn, in Einzelfällen über 30 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Eismöwe gehört zu den größten Vertretern der Familie Laridae und erreicht annähernd die Körpermaße der Mantelmöwe (Larus marinus). Adulte Vögel im Prachtkleid tragen ein einheitlich weißes Gefieder mit einem sehr hellen, blass silbergrauen Mantel auf Rücken und Oberflügeln. Ein entscheidendes Bestimmungsmerkmal ist das Fehlen schwarzer Flügelspitzen – die Handschwingen sind weiß bis blass cremefarben, was die Eismöwe von den meisten anderen Großmöwen deutlich unterscheidet.

Der kräftige Schnabel ist gelb mit einem roten Gonysfleck am Unterschnabel, der bei der Fütterung der Jungvögel als Auslösereiz dient. Die Iris ist hell gelblich, die Lidränder orangerot. Die Beine und Füße sind blassrosa bis fleischfarben. Im Schlichtkleid zeigt der Kopf und Nackenbereich eine feine bräunliche Strichelung.

Jungvögel im ersten Jahr sind insgesamt blass beigebraun bis rahmfarben mit einem charakteristisch hellen, fast einfarbigen Erscheinungsbild. Im Vergleich zu juvenilen Silbermöwen (Larus argentatus) wirken sie deutlich blasser und gleichmäßiger gefärbt. Der Schnabel ist im Jugendkleid rosafarben mit scharf abgesetzter schwarzer Spitze. Die volle Adulttracht wird erst im vierten Lebensjahr erreicht.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Eismöwe erstreckt sich zirkumpolar über die gesamte Arktis und Subarktis. Brutpopulationen finden sich auf Spitzbergen, Island, Grönland, in Nordkanada, Alaska sowie an den arktischen Küsten Russlands – von der Kola-Halbinsel bis Tschukotka. Auch auf den Inseln Franz-Josef-Land und Nowaja Semlja brütet die Art regelmäßig.

Als Habitat bevorzugt die Eismöwe felsige Steilküsten, flache Tundrainseln und Kiesstrände in unmittelbarer Küstennähe. Sie brütet sowohl einzeln als auch in lockeren Kolonien, nicht selten in Nachbarschaft zu Dreizehenmöwen (Rissa tridactyla) oder Dickschnabellummen (Uria lomvia), deren Gelege sie bei Gelegenheit plündert.

Im Winter zieht die Eismöwe in südlichere Breiten, bleibt dabei aber überwiegend an Küstenregionen gebunden. Regelmäßige Wintergäste erscheinen an den Küsten Skandinaviens, der Britischen Inseln, der Nordsee und Ostsee sowie im nordöstlichen Nordamerika bis in die Neuengland-Staaten. In Mitteleuropa tritt sie als seltener, aber regelmäßiger Wintergast auf, vor allem an der Nord- und Ostseeküste Deutschlands sowie an größeren Binnengewässern und Mülldeponien.

Ernährung

Die Eismöwe ist ein ausgesprochener Nahrungsopportunist mit einem breiten Beutespektrum. Fische, vor allem Polardorsch (Boreogadus saida) und Lodde (Mallotus villosus), bilden einen wesentlichen Bestandteil der Nahrung. Daneben erbeutet sie Wirbellose wie Seeigel, Muscheln, Krebstiere und Insektenlarven.

Als Prädator spielt die Eismöwe in arktischen Seevogelkolonien eine erhebliche Rolle. Sie erbeutet Eier und Küken von Lummen, Alken, Eiderenten und kleineren Möwenarten. Auch Lemminge und andere Kleinsäuger werden bei Gelegenheit gefressen. Im Winter nutzt sie Fischereiabfälle, Schlachtabfälle und Aas – einschließlich der Kadaver von Meeressäugern wie Robben. An Mülldeponien in südlicheren Überwinterungsgebieten bedient sie sich ebenfalls regelmäßig.

Verhalten & Lebensweise

Die Eismöwe ist tagaktiv, wobei sie in der arktischen Brutperiode bei Mitternachtssonne rund um die Uhr aktiv sein kann. Sie gilt als territorial und verteidigt ihr Brutrevier aggressiv gegen Artgenossen und andere Eindringlinge. Gegenüber kleineren Möwenarten tritt sie dominant auf und verdrängt diese regelmäßig von Nahrungsquellen.

Der Flug wirkt für eine Großmöwe relativ langsam und schwerfällig, mit tiefen, gleichmäßigen Flügelschlägen. Auf Nahrungssuche patrouilliert sie in niedrigem Gleitflug entlang von Klippen und Küstenlinien. Im Ruhezustand steht sie oft auf exponiertem Untergrund – Felsvorsprüngen, Eisschollen oder Strandwällen –, von wo aus sie das Umfeld überblicken kann.

Außerhalb der Brutzeit zeigt die Eismöwe ein weniger stark ausgeprägtes Territorialverhalten und kann in kleinen Trupps an gemeinsamen Nahrungsquellen erscheinen. An Schlafplätzen versammeln sich im Winter gelegentlich mehrere Individuen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Brutsaison beginnt je nach Breitenlage zwischen Ende Mai und Anfang Juni. Die Balz umfasst typische Möwen-Rituale: Kopfwerfen, lautes Rufen, gegenseitiges Füttern und paralleles Schreiten. Eismöwen führen in der Regel eine monogame Saisonehe, wobei langjährige Paarbindungen dokumentiert sind.

Das Nest wird auf dem Boden errichtet, bevorzugt auf erhöhten Felsvorsprüngen, Klippenabsätzen oder flachen Tundrahügeln. Es besteht aus Pfl