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Eichenlaub

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Futter & Ernährung > Futtermittel – pflanzlich

Definition & Überblick

Eichenlaub bezeichnet die Blätter verschiedener Eichenarten (Gattung Quercus), wobei in Mitteleuropa vor allem die Stieleiche (Quercus robur) und die Traubeneiche (Quercus petraea) von Bedeutung sind. In der Tierernährung wird Eichenlaub als pflanzliches Ergänzungsfuttermittel eingestuft – es eignet sich keinesfalls als Alleinfuttermittel. Die Blätter enthalten nennenswerte Mengen an Gerbstoffen (Tanninen), die bei übermäßiger Aufnahme toxisch wirken können, in kontrollierter Dosierung jedoch durchaus positive Effekte auf die Verdauung bestimmter Tierarten haben. Eichenlaub kann frisch, angewelkt oder getrocknet verfüttert werden und spielt traditionell in der Fütterung von Kaninchen, Schildkröten und verschiedenen Wirbellosen eine Rolle. Auch in der Aquaristik findet getrocknetes Eichenlaub Verwendung als natürliches Wasseraufbereitungsmittel und Futterquelle für Garnelen.

Zusammensetzung & Inhaltsstoffe

Die Nährstoffzusammensetzung von Eichenlaub variiert je nach Eichenart, Standort, Jahreszeit und Reifegrad der Blätter. Als grobe Orientierung gelten folgende Werte für frisches, ausgewachsenes Eichenlaub (bezogen auf die Trockensubstanz):

  • Rohfaser: 15–25 % – Eichenlaub ist damit ein vergleichsweise rohfaserreiches Futtermittel, das die Verdauungstätigkeit anregt.
  • Rohprotein (Protein): 5–9 % – der Proteingehalt ist gering und deckt keinen relevanten Anteil des Eiweißbedarfs.
  • Rohfett (Fett): 2–4 % – vernachlässigbar gering.
  • Mineralstoffe (Rohasche): 4–7 % – enthalten sind unter anderem Kalzium, Kalium und Mangan in moderaten Mengen.
  • Vitamine: Geringe Mengen an Vitamin C und verschiedenen B-Vitaminen; der Vitamingehalt sinkt beim Trocknen deutlich.
  • Tannine (Gerbstoffe): 5–12 % – dies ist der ernährungsphysiologisch kritischste Inhaltsstoff. Tannine binden Proteine und können bei hoher Aufnahme die Nährstoffverwertung beeinträchtigen und Leber- sowie Nierenschäden verursachen.

Im Herbstlaub ist der Tanningehalt tendenziell geringer als in jungen Frühlingsblättern, während der Rohfasergehalt im Herbst ansteigt. Eicheln, die sich gelegentlich zwischen den Blättern befinden, weisen einen deutlich höheren Tanningehalt auf und sollten bei der Fütterung entfernt werden.

Für welche Tiere geeignet?

Eichenlaub eignet sich als gelegentliche Ergänzung in der Futterration folgender Tiergruppen:

  • Kaninchen und Meerschweinchen: In kleinen Mengen als Bestandteil einer abwechslungsreichen Grünfuttermischung geeignet. Die Gerbstoffe wirken in geringer Dosis leicht stopfend und können bei leichtem Durchfall unterstützend eingesetzt werden.
  • Europäische Landschildkröten: Getrocknetes Eichenlaub wird als Bestandteil der rohfaserreichen Grundfütterung geschätzt, besonders im Herbst als naturnahes Substrat und Futter im Freigehege.
  • Wirbellose – Garnelen, Krebse, Schnecken: Getrocknetes und braunes Herbsteichenlaub dient als Dauerfutterquelle in Aquarien und Terrarien. Garnelen und Schnecken weiden die Biofilme auf den sich zersetzenden Blättern ab. Die abgegebenen Huminstoffe senken leicht den pH-Wert und wirken antibakteriell.
  • Insekten (z. B. Schaben als Futtertiere): Eichenlaub kann als Teil der pflanzlichen Futterration angeboten werden.

Nicht geeignet oder nur mit äußerster Vorsicht ist Eichenlaub für Pferde, Rinder und andere Großtiere. Bei diesen Spezies sind schwere Vergiftungen durch Eichenlaub und Eicheln gut dokumentiert. Bereits die Aufnahme größerer Mengen über wenige Tage kann zu Nierenversagen und Tod führen. Auch für Hunde und Katzen ist Eichenlaub nicht als Futter vorgesehen.

Fütterungsempfehlung

Eichenlaub sollte grundsätzlich nur als Ergänzungsfuttermittel in begrenzter Futtermenge angeboten werden, niemals als alleinige Nahrungsgrundlage. Konkrete Richtwerte:

  • Kaninchen/Meerschweinchen: 2–4 Blätter pro Tier, 2–3 Mal pro Woche. Die Blätter werden als Teil einer gemischten Grünfutterportion angeboten, nicht isoliert. Das Fütterungsintervall sollte so gewählt werden, dass kein täglicher Konsum stattfindet.
  • Landschildkröten: Getrocknetes Herbstlaub kann dauerhaft im Gehege als Substrat ausgelegt werden. Frisches Laub sparsam anbieten – maximal 5–10 % der pflanzlichen Futterration.
  • Garnelen/Aquaristik: 1–2 getrocknete Blätter pro 20–30 Liter Aquarienvolumen. Blätter im Becken belassen, bis sie nahezu vollständig zersetzt sind, dann ersetzen.

Bei erstmaliger Fütterung empfiehlt sich ein langsames Anfüttern mit einzelnen Blättern, um die individuelle Verträglichkeit zu prüfen.

Vorteile & Nachteile

Vorteile:

  • Kostenlos und in großen Mengen saisonal verfügbar
  • Hoher Rohfasergehalt fördert die Verdauung bei Pflanzenfressern
  • Gerbstoffe wirken in niedriger Dosierung leicht adstringierend und können bei weichem Kot stabilisierend wirken
  • Natürliche Beschäftigungsmöglichkeit – Tiere können daran nagen und fressen