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Eichenspinner

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Tierart – Insekten > Schmetterlinge – Nachtfalter

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Lasiocampa quercus
  • Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
  • Familie: Glucken (Lasiocampidae)
  • Gattung: Lasiocampa
  • Lebensraum: Laubwälder, Heiden, Moorränder, Gebüschlandschaften
  • Flügelspannweite: Männchen 45–65 mm, Weibchen 55–85 mm
  • Gewicht: ca. 0,5–1,5 g (Imagines)
  • Lebenserwartung: Gesamtentwicklung etwa ein Jahr; Falter leben nur wenige Tage bis maximal zwei Wochen

Aussehen & Merkmale

Der Eichenspinner zeigt einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus. Die Männchen sind deutlich kleiner als die Weibchen und tragen eine dunkelbraune bis rotbraune Grundfärbung auf den Vorderflügeln, die von einer hellen, gelblichen Querbinde durchzogen wird. Die Hinterflügel sind etwas heller gefärbt. Weibchen erscheinen insgesamt blasser – ihre Flügel zeigen ein ockergelbes bis hellbraunes Kolorit mit der gleichen charakteristischen Querbinde. Beide Geschlechter besitzen einen dicht behaarten, kräftigen Körper, der für Vertreter der Familie der Glucken typisch ist. Die Fühler der Männchen sind breit doppelt gekämmt, was ihnen eine große Oberfläche zur Wahrnehmung von Pheromonen verleiht. Die Weibchen besitzen dagegen nur schwach gekämmte, fast fadenförmige Antennen.

Die Raupen des Eichenspinners werden bis zu 80 mm lang. Sie sind dunkelbraun bis schwarzbraun gefärbt und tragen eine dichte Behaarung aus langen, samtartigen Haaren. Entlang der Körperseiten verläuft ein auffälliger weißer Längsstreifen, der als sicheres Bestimmungsmerkmal dient. Der Kopf ist relativ klein und dunkel. Bei Berührung rollen sich die Raupen zusammen – ein typisches Abwehrverhalten vieler Gluckenraupen.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet von Lasiocampa quercus erstreckt sich über weite Teile der Paläarktis. Die Art kommt von Westeuropa über Mitteleuropa bis nach Zentralasien vor. In Skandinavien erreicht sie ihre nördliche Verbreitungsgrenze, im Mittelmeerraum die südliche. In Mitteleuropa ist der Eichenspinner weit verbreitet und besiedelt Habitattypen von der Ebene bis in Mittelgebirgslagen von etwa 1.500 Metern Höhe.

Bevorzugte Biotope sind lichte Laubwälder und deren Ränder, Eichenmischwälder, Heidegebiete, Moorränder sowie gebüschreiche Magerrasen. Entgegen der Namensgebung ist die Art keineswegs ausschließlich an Eichen gebunden. Sie bewohnt auch Gebiete mit Schlehen, Weißdorn und Heidekraut. In Großbritannien und Irland existiert eine Unterart (Lasiocampa quercus callunae), die vor allem auf Calluna-Heiden vorkommt und sich durch eine dunklere Färbung auszeichnet.

Ernährung

Die Raupen des Eichenspinners sind polyphag – sie fressen an einer Vielzahl verschiedener Pflanzenarten. Zu den bevorzugten Futterpflanzen zählen Stieleiche (Quercus robur), Traubeneiche (Quercus petraea), Schlehe (Prunus spinosa), Weißdorn (Crataegus), Heidelbeere (Vaccinium myrtillus) und Heidekraut (Calluna vulgaris). Daneben werden auch Blätter von Birken, Weiden, Haseln und Brombeeren angenommen. Die Raupen fressen vorwiegend nachts und ruhen tagsüber reglos an Zweigen oder am Stamm, wo ihre dunkle Färbung als Tarnung dient.

Die erwachsenen Falter nehmen keine Nahrung mehr auf. Ihre Mundwerkzeuge sind stark zurückgebildet. Der gesamte Energiebedarf für die kurze Lebensphase als Imago wird aus den Fettreserven gedeckt, die während des Raupenstadiums angelegt wurden.

Verhalten & Lebensweise

Adulte Eichenspinner sind nachtaktiv. Die Männchen fliegen in den Abend- und Nachtstunden auf der Suche nach Weibchen, wobei sie deren Pheromone mithilfe ihrer vergrößerten Fühler über beträchtliche Distanzen wahrnehmen können. Gelegentlich sind Männchen auch in der Abenddämmerung oder sogar am Tage fliegend zu beobachten – ein Verhalten, das bei vielen anderen Nachtfaltern selten auftritt. Die Weibchen sind dagegen schwerfälligere Flieger und bleiben häufig in der Nähe ihres Schlupfortes sitzen, wo sie durch Pheromonabgabe die Männchen anlocken.

Die Raupen überwintern als Jungraupen in der Bodenstreu oder im Moos am Fuß ihrer Futterpflanzen. Im Frühjahr nehmen sie ihre Fraßtätigkeit wieder auf und durchlaufen bis zum Frühsommer mehrere Häutungen. Bei Störung nehmen sie eine typische Abwehrhaltung ein: Sie rollen sich seitlich zusammen und stellen die langen Körperhaare auf, die bei empfindlichen Personen Hautreizungen verursachen können.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Flugzeit der Imagines erstreckt sich in Mitteleuropa von Juni bis August, wobei die Männchen in der Regel einige Tage vor den Weibchen schlüpfen (Proterandrie). Nach der Paarung legt das Weibchen die Eier in Gruppen an dünnen Zweigen oder Blättern der Futterpflanzen ab. Ein Gelege umfasst 100 bis 300 Eier, die von einer schützenden Schicht aus Afterwolle bedeckt werden.

Die Raupen schlüpfen nach etwa zwei bis drei Wochen und beginnen sofort mit der Nahrungsaufnahme. Sie durchlaufen insgesamt fünf bis sechs Larvenstadien. Die Überwinterung erfolgt als halbwüchsige Raupe. Im darauffolgenden Frühjahr setzen die Raupen ihr Wachstum fort und verpuppen sich schließlich im Mai oder Juni in einem dichten, länglichen Gespinstkokon, der meist bodennah zwischen Pflanzenteilen oder in der Vegetation befestigt wird. Der Kokon ist bräunlich und mit