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Erbsen

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Futter & Ernährung > Futtermittel – pflanzlich

Definition & Überblick

Erbsen (Pisum sativum) zählen zu den Hülsenfrüchten (Leguminosen) und gehören zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt. In der Tierernährung spielen sie als pflanzliches Futtermittel eine bedeutende Rolle, da sie einen hohen Proteingehalt mit einer guten Energiedichte kombinieren. Je nach Verarbeitungsform unterscheidet man zwischen ganzen Erbsen, geschälten Erbsen, Erbsenschrot, Erbsenflocken und Erbsenmehl. Auch Erbsenproteinkonzentrat findet zunehmend Verwendung in der Futtermittelindustrie.

In der Tierernährung werden Erbsen als Ergänzungsfuttermittel oder als Bestandteil von Mischfuttermitteln eingesetzt. Sie dienen vor allem als pflanzliche Proteinquelle und können in vielen Futterrationen einen Teil der Sojakomponente ersetzen. Im Gegensatz zu einigen anderen Leguminosen zeichnen sich Erbsen durch einen vergleichsweise niedrigen Gehalt an antinutritiven Substanzen aus, was sie für zahlreiche Tierarten gut verträglich macht.

Zusammensetzung & Inhaltsstoffe

Die Nährstoffzusammensetzung von Erbsen variiert je nach Sorte, Anbaubedingungen und Verarbeitungsgrad. Im Durchschnitt gelten folgende Richtwerte für getrocknete Futtererbsen:

  • Rohprotein: 20–26 % – damit liegen Erbsen deutlich über Getreide, aber unter Sojaextraktionsschrot
  • Rohfett: 1–2 % – Erbsen sind fettarm, was sie für energiereduzierte Rationen interessant macht
  • Rohfaser: 5–7 % – der Rohfasergehalt fördert die Verdauungstätigkeit
  • Stärke: 40–50 % – als Energielieferant von hoher Bedeutung
  • Mineralstoffe: Kalium, Phosphor, Magnesium, Eisen und Zink sind in relevanten Mengen enthalten
  • Vitamine: B-Vitamine (insbesondere Thiamin, Folsäure und Niacin) sowie geringe Mengen Vitamin E

Das Aminosäureprofil zeigt einen hohen Lysingehalt, was Erbsen als Ergänzung zu lysinarmem Getreide besonders wertvoll macht. Methionin und Cystein sind dagegen limitierend, sodass bei hohen Erbsenanteilen in der Futterration eine Ergänzung dieser schwefelhaltigen Aminosäuren sinnvoll sein kann.

Antinutritive Faktoren wie Trypsin-Inhibitoren, Tannine und Lektine sind in Futtererbsen in deutlich geringeren Konzentrationen vorhanden als etwa in Ackerbohnen oder rohen Sojabohnen. Durch thermische Behandlung (Toasten, Dampferhitzen, Extrudieren) lassen sich diese Stoffe zusätzlich reduzieren.

Für welche Tiere geeignet?

Erbsen eignen sich als Futterkomponente für eine Vielzahl von Tierarten:

  • Schweine: Erbsen sind in der Schweinemast und Sauenhaltung ein etabliertes Futtermittel. Besonders in der ökologischen Tierhaltung ersetzen sie häufig importiertes Sojaextraktionsschrot. Anteile von 15–25 % in der Futterration sind praxisüblich.
  • Geflügel: Bei Legehennen und Masthähnchen können Erbsen bis zu 15–20 % der Ration ausmachen. Höhere Anteile können die Futteraufnahme aufgrund von Tanninen einschränken.
  • Rinder: In der Rinderfütterung dienen Erbsen als Proteinergänzung. Bei Milchkühen liegt die empfohlene Einsatzmenge bei bis zu 3 kg pro Tier und Tag. Für Mastrinder sind sie ebenfalls geeignet.
  • Pferde: Erbsen können in kleinen Mengen als Proteinquelle in die Futterration integriert werden. Aufgrund des hohen Stärkegehalts ist eine moderate Futtermenge wichtig.
  • Kaninchen: Getrocknete Erbsen sind in kleinen Mengen als Ergänzung möglich, sollten aber wegen des Stärkegehalts nicht überdosiert werden.
  • Tauben und Ziervögel: Ganze oder geschrotete Erbsen sind fester Bestandteil vieler Taubenfuttermischungen und auch für größere Ziervögel geeignet.
  • Hunde und Katzen: In der Petfood-Industrie finden Erbsen zunehmend Verwendung als getreidefreie Kohlenhydrat- und Proteinquelle. Sie sind Bestandteil vieler als getreidefrei deklarierter Alleinfuttermittel.

Fütterungsempfehlung

Die optimale Einsatzmenge hängt von Tierart, Leistungsstadium und restlicher Rationszusammensetzung ab. Grundsätzlich gilt: Erbsen sollten nie als alleinige Proteinquelle dienen, sondern stets in eine ausgewogene Futterration eingebettet werden.

  • Schweine: 10–25 % der Gesamtration, bei Ferkeln aufgrund empfindlicher Verdauung eher am unteren Bereich beginnen
  • Geflügel: 10–20 % der Gesamtration, bei Broilern eher konservativ dosieren
  • Rinder: bis 30 % des Kraftfutteranteils, langsame Anfütterung über 1–2 Wochen empfohlen
  • Pferde: maximal 0,5–1 kg pro Tag für Großpferde, aufgeteilt auf mehrere Mahlzeiten

Das Fütterungsintervall sollte so gewählt werden, dass die Erbsenmenge über den Tag verteilt angeboten wird, um eine gleichmäßige Verdauung zu gewährleisten. Bei Wiederkäuern ist die Pansenverträglichkeit zu beachten: Zu große Mengen schnell fermentierbarer Stärke können zu Pansenazidose führen. Geschrotete oder gequetschte Erbsen werden besser verwertet als ganze Körner.

Vorteile & Nachteile

Vorteile:

  • Hoher Proteingehalt mit günstig