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Fauchschabe

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Tierart – Insekten > Geradflügler & Co

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Gromphadorhina portentosa
  • Ordnung: Schaben (Blattodea)
  • Familie: Blaberidae (Riesenschaben)
  • Gattung: Gromphadorhina
  • Lebensraum: Tropischer Regenwald, Bodenstreu, morsches Holz
  • Größe: 5–8 cm (Körperlänge)
  • Gewicht: ca. 7–25 g
  • Lebenserwartung: 2–5 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Madagassische Fauchschabe gehört zu den größten Schabenarten weltweit. Ausgewachsene Exemplare erreichen eine Körperlänge von fünf bis acht Zentimetern und sind damit deutlich größer als die in Mitteleuropa verbreiteten Schabenarten. Der Körper ist oval, abgeflacht und von einem kräftigen Chitinpanzer bedeckt. Die Grundfärbung variiert zwischen dunkelbraun und schwarz, wobei die Hinterränder der Abdominalsegmente häufig heller, rötlich-braun abgesetzt sind. Bei einigen Farbvarianten treten auch gelbliche oder orangefarbene Zeichnungen auf.

Im Gegensatz zu vielen anderen Vertretern der Ordnung Blattodea sind Fauchschaben vollständig flügellos – sowohl Männchen als auch Weibchen. Dieser Verlust der Flügel wird als sekundäre Reduktion gedeutet und steht im Zusammenhang mit der bodenbewohnenden Lebensweise. Die Beine sind kräftig und mit Haftpolstern (Arolien) an den Tarsen ausgestattet, die es den Tieren ermöglichen, selbst an glatten Oberflächen wie Glas emporzuklettern.

Männchen lassen sich von Weibchen anhand der Kopfhörner unterscheiden: Am Pronotum – dem großen Halsschild – tragen geschlechtsreife Männchen zwei deutlich ausgeprägte, abgerundete Höcker, die bei Rivalenkämpfen zum Einsatz kommen. Weibchen besitzen ein glattes Pronotum ohne solche Auswüchse. Zudem sind die Fühler der Männchen in der Regel dicker und stärker behaart als die der Weibchen.

Lebensraum & Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Fauchschabe ist auf Madagaskar beschränkt. Dort besiedelt sie vorwiegend tropische Regenwälder im östlichen und nördlichen Teil der Insel. Als Habitat dient der Waldboden mit seiner Schicht aus verrottendem Laub, morschen Stämmen und Totholz. Die Tiere halten sich bevorzugt unter loser Rinde, in Spalten umgestürzter Bäume und in natürlichen Hohlräumen auf. Diese Biotope bieten Schutz vor Fressfeinden und gewährleisten die für die Art notwendige hohe Luftfeuchtigkeit von 60–80 Prozent bei Temperaturen zwischen 24 und 32 °C.

Außerhalb Madagaskars existieren keine natürlichen Populationen. Durch den internationalen Tierhandel und die Haltung als Futtertier oder Terrarientier ist Gromphadorhina portentosa jedoch weltweit in menschlicher Obhut verbreitet.

Ernährung

Fauchschaben sind Allesfresser (Omnivoren) mit einer deutlichen Vorliebe für pflanzliche Kost. In ihrem natürlichen Habitat ernähren sie sich hauptsächlich von herabgefallenem Obst, Laub, morschem Holz, Pilzen und anderen organischen Zersetzungsprodukten. Sie spielen damit eine Rolle im Nährstoffkreislauf des Waldbodens, da sie pflanzliches Material zerkleinern und dessen Abbau durch Mikroorganismen beschleunigen.

In Gefangenschaft nehmen Fauchschaben ein breites Spektrum an Nahrungsmitteln an: Gemüse, Obst, Haferflocken, Fischfutter und gelegentlich auch tierisches Eiweiß in Form von Trockenfutter. Eine abwechslungsreiche Ernährung wirkt sich positiv auf Vitalität und Fortpflanzungserfolg aus. Trinkwasser nehmen die Tiere bevorzugt über feuchtes Substrat oder Nahrungsmittel mit hohem Wassergehalt auf.

Verhalten & Lebensweise

Fauchschaben sind überwiegend nachtaktiv. Tagsüber verbergen sie sich in Verstecken und werden erst in der Dämmerung aktiv, um auf Nahrungssuche zu gehen. Sie leben gesellig und bilden lose Gruppen, in denen sich allerdings eine deutliche soziale Hierarchie unter den Männchen herausbildet.

Das auffälligste Verhalten und Namensmerkmal der Art ist das Fauchen. Dieser Laut entsteht nicht über Stimmorgane, sondern durch das forcierte Auspressen von Luft durch die Stigmen – die Atemöffnungen (Spirakeln) am Abdomen. Der Mechanismus ist unter Insekten äußerst selten. Die Tiere setzen das Fauchen in drei Kontexten ein: als Abwehrreaktion bei Störung, als akustisches Signal bei Rivalenkämpfen zwischen Männchen und als Teil des Paarungsverhaltens. Das Geräusch ist für den Menschen deutlich hörbar und erinnert an ein leises Schlangenzischen.

Bei Auseinandersetzungen um Weibchen oder Revierrechte stoßen Männchen mit ihren Pronotalhöckern gegeneinander, fauchen dabei intensiv und versuchen, den Rivalen umzudrehen oder zur Seite zu schieben. Diese ritualisierten Kämpfe führen selten zu Verletzungen. Dominante Männchen halten bevorzugte Versteckplätze besetzt und haben besseren Zugang zu Weibchen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzung der Fauchschabe weist eine Besonderheit auf, die sie mit anderen Vertretern der Familie Blaberidae teilt: Sie ist ovovivipar. Das Weibchen bildet eine Oothek (Eipaket) aus, die es jedoch nicht ablegt, sondern in einer Bruttasche im Abdomen behält. Dort entwickeln sich die Embryonen, geschützt vor äußeren Einflüssen, über einen Zeitraum von etwa 60 Tagen.

Anschließend bringt das Weibchen 20 bis 60 lebende Nymphen zur Welt. Diese sind bei der Geburt weiß und weichhäutig, dunkeln aber innerhalb weniger Stunden nach. Die Jungtiere durchlaufen sechs bis sieben Häutungsstadien (Nymphenstadien),