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Feldgrille

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Tierart – Insekten > Geradflügler & Co

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Gryllus campestris
  • Ordnung: Langfühlerschrecken (Ensifera), übergeordnet: Geradflügler (Orthoptera)
  • Familie: Echte Grillen (Gryllidae)
  • Gattung: Gryllus
  • Lebensraum: Trockenwarme Wiesen, Magerrasen, Heiden, Wegränder
  • Größe: 20–27 mm Körperlänge
  • Gewicht: ca. 0,5–0,8 g
  • Lebenserwartung: etwa 1 Jahr (gesamter Lebenszyklus), Imagines leben ca. 2–3 Monate

Aussehen & Merkmale

Die Feldgrille gehört zu den größten einheimischen Grillenarten und ist durch ihren gedrungenen, rundlichen Körperbau leicht von den schlanker gebauten Heuschrecken zu unterscheiden. Der Chitinpanzer ist glänzend schwarz bis schwarzbraun gefärbt, die Hinterschenkel zeigen an der Unterseite eine rötliche bis orangebraune Tönung. Der auffällig große, kugelige Kopf trägt lange, fadenförmige Fühler (Antennen), die etwa die Körperlänge erreichen oder übertreffen. Die kräftigen Mundwerkzeuge vom Beißtyp sind bereits mit bloßem Auge gut erkennbar.

Die Vorderflügel (Tegmina) sind derb und lederartig und bedecken bei beiden Geschlechtern den Hinterleib nur teilweise. Die Hinterflügel sind stark verkürzt, weshalb die Feldgrille trotz vorhandener Flügelanlagen flugunfähig ist. Männchen lassen sich anhand ihrer verbreiterten, mit einer Schrillleiste und einem Schrillkante versehenen Vorderflügel von den Weibchen unterscheiden. Weibchen besitzen am Hinterleibsende eine gut sichtbare, lanzettförmige Legeröhre (Ovipositor) von etwa 10–15 mm Länge, die zwischen den beiden Cerci (Hinterleibsanhängen) hervorragt. Die kräftigen Hinterbeine ermöglichen weite Sprünge, werden aber seltener zum Springen genutzt als bei vielen Heuschreckenarten – Feldgrillen laufen bevorzugt.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet von Gryllus campestris erstreckt sich über weite Teile Europas, von der Iberischen Halbinsel und Nordafrika über Mitteleuropa bis nach Westasien. In Skandinavien fehlt die Art weitgehend; die nördliche Verbreitungsgrenze verläuft etwa durch Südengland, die Niederlande und das norddeutsche Tiefland. In den Alpen steigt sie bis auf rund 1.500 Meter Höhe auf.

Als Habitat bevorzugt die Feldgrille offene, sonnenexponierte Biotope mit niedriger, lückiger Vegetation. Typische Lebensräume sind trockene Magerrasen, kurzrasige Weiden, Böschungen, Bahndämme, Heidegebiete und sandige Brachen. Entscheidend ist ein gut drainierter Boden, in dem die Tiere ihre Wohnröhren anlegen können. Staunasse oder stark beschattete Standorte werden gemieden. Durch Intensivierung der Landwirtschaft, Flurbereinigung und das Verschwinden extensiv genutzter Wiesen sind geeignete Habitate in Mitteleuropa stark zurückgegangen.

Ernährung

Die Feldgrille ist ein Allesfresser (Omnivore) mit überwiegend pflanzlicher Kost. Den Hauptanteil der Nahrung bilden Gräser, Kräuter, Keimlinge und Wurzelteile, die in unmittelbarer Umgebung der Wohnröhre abgeweidet werden. Daneben werden regelmäßig tierische Nahrungsbestandteile aufgenommen: kleine Insekten, Insektenlarven, Aas und gelegentlich auch Artgenossen bei Nahrungsmangel. Diese gemischte Ernährungsweise sichert die Versorgung mit Proteinen, die vor allem für die Eireifung der Weibchen bedeutsam ist.

Verhalten & Lebensweise

Feldgrillen leben einzelgängerisch und ausgeprägt standorttreu. Jedes Tier bewohnt eine selbst gegrabene Erdröhre von etwa 20–40 cm Tiefe und 1–2 cm Durchmesser, die als Revier verteidigt wird. Der Eingang wird von der Grille freigehalten und ist oft an einem kleinen Vorplatz aus abgebissenem Pflanzenmaterial zu erkennen. Bei Gefahr ziehen sich die Tiere blitzschnell rückwärts in die Röhre zurück.

Die Art ist überwiegend tagaktiv, wobei die Hauptaktivität in die warmen Nachmittags- und Vormittagsstunden fällt. An heißen Sommertagen sind die Tiere auch in den Abendstunden noch aktiv. Der charakteristische, weithin hörbare Gesang der Männchen ist eines der auffälligsten Merkmale der Feldgrille. Der Lockruf besteht aus gleichmäßigen, rhythmisch wiederholten Silbenreihen, die durch Aneinanderreiben der Vorderflügel (Stridulation) erzeugt werden. Die Schrillkante des linken Vorderflügels wird dabei über die Schrillleiste des rechten gestrichen. Die Lautstärke kann über 90 Dezibel erreichen, was den Gesang auf Distanzen von mehreren hundert Metern hörbar macht. Neben dem Lockgesang existieren ein Rivalengesang und ein leiserer Werbegesang in unmittelbarer Nähe des Weibchens.

Überwinternde Larven verbringen die kalte Jahreszeit in tieferen Bodengängen und stellen die Nahrungsaufnahme weitgehend ein. Sie durchlaufen ihre letzte Häutung im Frühjahr, meist im April oder Mai, und erreichen dann das Erwachsenenstadium.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit der Feldgrille erstreckt sich von Mai bis Juli. Männchen locken paarungsbereite Weibchen durch ihren Gesang an die Wohnröhre. Bei der Balz führt das Männchen den leiseren Werbegesang vor und präsentiert dem Weibchen eine Spermatophore, ein Samenpaket, das vom Weibchen aufgenommen wird. Die Befruchtung erfolgt indirekt.

Nach der Paarung legt das Weibchen über mehrere Wochen hinweg insgesamt 200–600 Eier einzeln oder in kleinen Gruppen in den Boden. Dazu wird der Ovipositor mehrere Zentimeter