Feldheuschrecke
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Acrididae (Familie)
- Ordnung: Orthoptera (Geradflügler)
- Unterordnung: Caelifera (Kurzfühlerschrecken)
- Familie: Acrididae
- Lebensraum: Trockenrasen, Wiesen, Heiden, Brachen, Wegränder, Gebirgsmatten
- Größe: 10–40 mm (je nach Art)
- Gewicht: 0,2–3 g
- Lebenserwartung: Wenige Monate als Imago; gesamter Lebenszyklus etwa ein Jahr
Aussehen & Merkmale
Feldheuschrecken gehören zur Familie der Acrididae innerhalb der Kurzfühlerschrecken (Caelifera). Ihr auffälligstes Unterscheidungsmerkmal gegenüber den Langfühlerschrecken – zu denen etwa die Laubheuschrecken und Grillen zählen – sind die kurzen, kräftigen Fühler, die deutlich kürzer als der Körper bleiben. Der Körperbau ist gedrungen und seitlich leicht zusammengedrückt. Die kräftig entwickelten Hinterbeine dienen als Sprungbeine und ermöglichen Sprünge, die das Fünfzigfache der eigenen Körperlänge erreichen können.
Die Körperfarbe variiert je nach Art und Habitat erheblich: Von Grün über verschiedene Brauntöne bis zu rötlich oder grau reicht das Spektrum. Viele Arten zeigen eine Färbung, die der jeweiligen Bodenoberfläche ihres bevorzugten Biotops entspricht und als Tarnfärbung dient. Die Vorderflügel (Tegmina) sind schmal und lederartig verhärtet, die Hinterflügel häutig und faltbar. Bei einigen Arten – etwa der Blauflügeligen Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens) – sind die Hinterflügel auffällig gefärbt und werden im Flug als Warnfarbe sichtbar.
Der Kopf trägt große Facettenaugen und die namensgebenden kurzen Antennen. Die Mundwerkzeuge sind als kauend-beißender Typ ausgebildet. An den Hinterbeinen befindet sich auf der Innenseite eine Reihe kleiner Zapfen oder Leisten, die zur Lauterzeugung genutzt werden.
Lebensraum & Verbreitung
Feldheuschrecken besiedeln weltweit nahezu alle terrestrischen Lebensräume mit Ausnahme der Polarregionen und extrem dichter Wälder. Ihr Verbreitungsgebiet umfasst alle Kontinente außer der Antarktis. In Mitteleuropa sind rund 80 Arten nachgewiesen, darunter häufige Vertreter wie der Nachtigall-Grashüpfer (Chorthippus biguttulus), der Gemeine Grashüpfer (Pseudochorthippus parallelus) und die Rote Keulenschrecke (Gomphocerippus rufus).
Typische Habitate sind magere Trockenrasen, extensiv genutzte Wiesen, Heiden, Dünenlandschaften und alpine Matten. Einige Arten besiedeln auch Ruderalflächen, Ackerränder und urbane Brachen. Die meisten mitteleuropäischen Feldheuschrecken bevorzugen sonnige, warme und offene Standorte mit niedriger bis mittelhoher Vegetation. Feuchte Wiesen und Moorränder werden von spezialisierten Arten wie der Sumpfschrecke (Stethophyma grossum) genutzt.
Ernährung
Feldheuschrecken ernähren sich überwiegend herbivor. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Gräsern und krautigen Pflanzen, wobei viele Arten Süßgräser (Poaceae) bevorzugen. Die Tiere fressen sowohl Blattspreiten als auch weiche Halme. Einige Arten nehmen gelegentlich auch tierische Kost zu sich, etwa Aas oder geschwächte Insekten – streng monophage Spezialisten sind unter den Feldheuschrecken selten. Die Nahrungsaufnahme erfolgt tagsüber, besonders bei warmer Witterung und Sonneneinstrahlung.
Verhalten & Lebensweise
Feldheuschrecken sind tagaktive Insekten. Ihre Aktivitätsphase beginnt mit der Erwärmung durch Sonneneinstrahlung, da sie als wechselwarme Tiere (ektotherm) auf äußere Wärmequellen angewiesen sind. Morgens nehmen viele Arten typische Sonnenbadstellungen ein, bei denen sie ihren Körper seitlich zur Sonne ausrichten, um möglichst viel Strahlung aufzunehmen.
Das auffälligste Verhalten der Feldheuschrecken ist die Stridulation – die Lauterzeugung durch Reiben der Hinterbeine an den Vorderflügeln. Diese sogenannte coxo-femorale Stridulation erzeugt artspezifische Gesänge, die primär der Partnerfindung dienen und die Balz einleiten. Jede Art produziert ein eigenes, unverwechselbares Klangmuster, das für die Artbestimmung im Feld ein zentrales Merkmal darstellt. Neben Werbegesängen existieren bei vielen Arten auch Rivalengesänge und Abwehrlaute.
Bei Bedrohung reagieren Feldheuschrecken zunächst mit Erstarren (Thanatose) oder springen fluchtartig davon. Geflügelte Arten können kurze Strecken fliegen. Die Blauflügelige Ödlandschrecke und verwandte Gattungen zeigen dabei ihre farbigen Hinterflügel im Flug und klappen sie bei der Landung abrupt zusammen – ein Verhalten, das Verfolger irritieren soll (Schreckfärbung).
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Paarungszeit der mitteleuropäischen Feldheuschrecken erstreckt sich von Juni bis Oktober. Männchen locken paarungsbereite Weibchen durch ihre artspezifischen Stridulationsgesänge an. Nach der Kopulation legt das Weibchen mit seinem Legebohrer (Ovipositor) Eipakete, sogenannte Ootheken, in den Boden ab. Je nach Art werden 5 bis über 100 Eier in einer schaumigen Schutzhülle eingebettet, die an der Erdoberfläche oder wenige Zentimeter tief im Substrat platziert wird.
Die Eier überwintern im Boden und sind durch die Oothek vor Frost und Austrock