Futterfische
FFutter & Ernährung > Futtermittel – tierisch
Definition & Überblick
Als Futterfische werden kleine bis mittelgroße Fischarten bezeichnet, die ganz oder zerteilt als Nahrung für andere Tiere verfüttert werden. Sie zählen zu den tierischen Futtermitteln und kommen sowohl in der Aquaristik als auch in der Terraristik, der Vogelhaltung und der Fütterung von Raubtieren in Zoos zum Einsatz. Typische Futterfischarten sind Stinte, Sprotten, Makrelen, Sardinen, Moderlieschen, Guppys und Lauben. Futterfische werden lebend, frisch, tiefgefroren oder gefriergetrocknet angeboten. Sie gelten als Ergänzungsfuttermittel, da sie zwar ernährungsphysiologisch hochwertig sind, als alleinige Futterquelle jedoch nicht bei allen Tierarten eine vollständige Nährstoffversorgung sicherstellen.
Die Verwendung von Futterfischen orientiert sich am natürlichen Beutespektrum des jeweiligen Tieres. Für viele Raubfische, Wasservögel, Reptilien und Säugetiere stellen ganze Fische eine besonders artgerechte Futterkomponente dar, weil sie neben Muskelfleisch auch Innereien, Knochen, Haut und Schuppen enthalten – also ein breites Spektrum an Nährstoffen in naturbelassener Form liefern.
Zusammensetzung & Inhaltsstoffe
Futterfische zeichnen sich durch ein günstiges Nährstoffprofil aus. Die genauen Werte variieren je nach Fischart, Größe und Fettgehalt, doch als Orientierung gelten folgende Richtwerte für ganze, rohe Futterfische:
- Protein (Rohprotein): 14–20 % – hochwertiges tierisches Eiweiß mit allen essenziellen Aminosäuren
- Fett (Rohfett): 2–15 % – je nach Art; fettreiche Arten wie Sprotten und Makrelen liefern viele Omega-3-Fettsäuren (EPA und DHA)
- Rohfaser: vernachlässigbar gering, da Fische kein Pflanzenmaterial enthalten
- Rohasche: 2–5 % – repräsentiert den Mineralstoffanteil aus Gräten und Schuppen
- Feuchtigkeit: 65–80 %
- Vitamine: besonders Vitamin A, Vitamin D3, Vitamin E und B-Vitamine (v. a. B12); die Leber enthält hohe Konzentrationen fettlöslicher Vitamine
- Mineralstoffe & Spurenelemente: Calcium und Phosphor aus den Gräten in einem günstigen Verhältnis, dazu Jod, Selen, Zink und Eisen
Der hohe Gehalt an langkettigen Omega-3-Fettsäuren macht Futterfische besonders wertvoll für Haut, Gefieder, Fell und die allgemeine Zellgesundheit der gefütterten Tiere. Das natürliche Calcium-Phosphor-Verhältnis ganzer Fische liegt häufig nahe dem Idealwert, was sie von reinem Muskelfleisch deutlich unterscheidet.
Für welche Tiere geeignet?
- Raubfische in der Aquaristik: Piranha, Arowana, Hecht, Wels – hier kommen lebende oder aufgetaute Futterfische zum Einsatz
- Reptilien: Wasseragamen, Warane, Strumpfbandnattern und viele Wasserschildkröten fressen regelmäßig Futterfische
- Amphibien: Große Molche, Axolotl und bestimmte Froscharten nehmen kleine Futterfische an
- Raubvögel und Wasservögel: Greifvögel in Falknerhaltung, Eulen, Pelikane, Pinguine und Eisvögel
- Säugetiere: Fischotter, Robben, Frettchen und in der Zoo-Tierhaltung auch Bären und Großkatzen
- Hunde und Katzen: Gelegentlich als Ergänzungsfuttermittel in der BARF-Fütterung (biologisch artgerechtes rohes Futter)
Entscheidend ist stets, dass die Futterfischgröße an das Beutetier angepasst wird. Zu große Fische können Verletzungen im Maul oder Schlund verursachen, zu kleine Fische bieten keinen ausreichenden Nährwert pro Fütterungseinheit.
Fütterungsempfehlung
Die Futtermenge richtet sich nach Tierart, Körpergewicht, Aktivitätslevel und Stoffwechselbedarf. Einige Orientierungswerte:
- Raubfische: 2–5 % des Körpergewichts pro Fütterung; Fütterungsintervall je nach Art alle 1–3 Tage
- Wasserschildkröten: Futterfische 1–2 Mal pro Woche als Teil einer gemischten Futterration, die auch pflanzliche Kost enthält
- Axolotl: 2–3 kleine Futterfische pro Mahlzeit, 2–3 Mal wöchentlich
- Greifvögel und Eulen: Ganze Fische als Bestandteil der Tagesration, ergänzend zu Eintagsküken oder Mäusen
- BARF für Hunde/Katzen: Fisch sollte maximal 10–20 % der tierischen Gesamtration ausmachen
Tiefgefrorene Futterfische müssen vor der Verfütterung vollständig aufgetaut werden – idealerweise langsam im Kühlschrank, nicht in der Mikrowelle. Bei der Lebendfütterung ist darauf zu achten, dass die Futterfische vor dem Einsetzen in Quarantäne gehalten werden, um die Übertragung von Parasiten und Krank