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Futtertiere

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Futter & Ernährung > Futtermittel – tierisch

Definition & Überblick

Unter dem Begriff Futtertiere versteht man lebende oder tote Tiere, die gezielt als Nahrung für andere Tiere eingesetzt werden. Sie zählen zu den tierischen Futtermitteln und bilden für viele Reptilien, Amphibien, Vögel, Fische und einige Säugetiere einen essenziellen Bestandteil der artgerechten Ernährung. Futtertiere ahmen das natürliche Nahrungsspektrum nach und liefern ein komplexes Nährstoffprofil, das durch industriell hergestellte Futtermittel oft nur schwer zu ersetzen ist.

Zu den gängigsten Futtertieren gehören Insekten (Heimchen, Grillen, Heuschrecken, Mehlwürmer, Zophobas, Schaben), Kleinnager (Mäuse, Ratten, Hamster), Futterfische (Stinte, Moderlieschen, Guppys), Wirbellose (Regenwürmer, Asseln, Schnecken) sowie Futterküken und Wachsmotten. Je nach gehaltener Tierart kommen sie lebend, frisch getötet, gefroren oder gefriergetrocknet zum Einsatz. Futtertiere werden in der Regel als Einzelfuttermittel betrachtet und können – je nach Zusammensetzung der gesamten Futterration – sowohl als Alleinfuttermittel als auch als Ergänzungsfuttermittel dienen.

Zusammensetzung & Inhaltsstoffe

Das Nährstoffprofil von Futtertieren variiert stark je nach Art, Größe, Entwicklungsstadium und Fütterungszustand des Futtertieres selbst. Folgende Richtwerte geben eine Orientierung (bezogen auf die Trockensubstanz):

  • Protein: Insekten liefern 50–75 % Rohprotein, Kleinnager etwa 55–65 %. Die biologische Wertigkeit ist hoch, da alle essenziellen Aminosäuren enthalten sind.
  • Fett: Der Rohfettgehalt schwankt erheblich – Mehlwürmer und Zophobas sind mit 30–40 % besonders fettreich, Heimchen und Heuschrecken liegen bei 15–25 %, Mäuse bei 20–30 %.
  • Rohfaser: Insekten enthalten durch ihr Chitinpanzer-Material 5–15 % Rohfaser, die für manche Reptilien eine verdauungsfördernde Funktion erfüllt.
  • Vitamine: Vitamin A, D3 und B-Komplex sind in Kleinnagern (besonders in der Leber) gut vertreten. Insekten sind oft arm an Vitamin A und D3.
  • Mineralstoffe: Das Calcium-Phosphor-Verhältnis ist ein kritischer Punkt. Die meisten Insekten weisen ein ungünstiges Verhältnis von 1:5 bis 1:15 auf. Kleinnager bieten durch ihr Skelett ein deutlich besseres Verhältnis von etwa 1:1 bis 2:1.

Durch gezieltes Gut-Loading – also die nährstoffreiche Fütterung der Futtertiere 24–48 Stunden vor der Verfütterung – lässt sich der Nährstoffgehalt erheblich verbessern. Ergänzend wird häufig ein Bestäuben mit Calcium- und Vitaminpulver (sogenanntes „Dusting") empfohlen.

Für welche Tiere geeignet?

  • Reptilien: Bartagamen, Leopardgeckos, Chamäleons, Warane und Schlangen sind klassische Abnehmer von Futtertieren. Insektenfresser benötigen ein breites Spektrum an Insekten, Schlangen erhalten vorwiegend Kleinnager.
  • Amphibien: Pfeilgiftfrösche, Axolotl, Molche und Laubfrösche profitieren von Insekten, Würmern und kleinen Futterfischen.
  • Vögel: Greifvögel, Eulen und insektivore Ziervögel benötigen tierische Nahrung. Eintagsküken, Mäuse und Insekten sind gängige Futtermittel in der Falknerei und Vogelzucht.
  • Fische: Räuberische Zierfische und große Cichliden nehmen Futterfische, Mückenlarven und Artemia an.
  • Säugetiere: Igel, Frettchen und bestimmte Kleinsäuger fressen Insekten und Würmer als natürlichen Bestandteil ihrer Ernährung.

Fütterungsempfehlung

Die optimale Futtermenge und das passende Fütterungsintervall richten sich nach der gehaltenen Tierart, deren Alter, Größe und Aktivitätslevel. Grundsätzlich gelten folgende Richtwerte:

  • Insektenfressende Reptilien: Adulte Tiere erhalten 2–3 Mal pro Woche eine Futterration bestehend aus 5–15 Insekten passender Größe. Jungtiere werden täglich gefüttert.
  • Schlangen: Alle 7–14 Tage ein Kleinnager, dessen Körperumfang dem dicksten Punkt der Schlange entspricht. Jungtiere häufiger, adulte Tiere seltener.
  • Greifvögel: Tägliche Fütterung mit 10–20 % des eigenen Körpergewichts an Futtertieren, angepasst an Trainingsintensität und Jahreszeit.
  • Amphibien: Kleine Frösche täglich, größere Arten alle 2–3 Tage. Nicht gefressene Futtertiere nach spätestens 30 Minuten entfernen.

Abwechslung in der Futterration ist essenziell: Die Kombination verschiedener Futtertierarten verbessert die Nährstoffversorgung und verhindert Mangelerscheinungen. Monodiäten – etwa ausschließlich Mehlwürmer – führen langfristig zu Fehlernährung.

Vorteile & Nachteile

Vorteile:

  • Natürliches, artgerechtes Futtermittel mit hoher Akzeptanz bei den meisten Futterempfängern
  • Hohe biologische W