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Gelbscheitelamazone

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Tierart – Vögel > Papageien

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Amazona ochrocephala
  • Ordnung: Papageien (Psittaciformes)
  • Familie: Eigentliche Papageien (Psittacidae)
  • Gattung: Amazonenpapageien (Amazona)
  • Lebensraum: Tropische und subtropische Wälder, Savannen und Kulturland in Mittel- und Südamerika
  • Größe: 33–38 cm Körperlänge
  • Gewicht: 350–500 g
  • Lebenserwartung: 40–60 Jahre in Gefangenschaft, in freier Wildbahn etwas geringer

Aussehen & Merkmale

Die Gelbscheitelamazone ist ein mittelgroßer, kräftig gebauter Papagei mit überwiegend grünem Gefieder. Namensgebend ist der gelbe Fleck auf dem Scheitel, dessen Ausdehnung je nach Unterart und Individuum stark variiert – von einem kleinen Stirnfleck bis hin zu einer ausgedehnten gelben Kappe, die den gesamten Oberkopf bedeckt. Die Federn an Nacken und Rücken zeigen häufig dunkle Säume, die dem Gefieder eine leicht schuppige Struktur verleihen. An den Flügelbeugen finden sich bei vielen Individuen rote oder orangefarbene Abzeichen, die im Flug sichtbar werden. Der kräftige Schnabel ist hornfarben bis dunkelgrau, die Iris orangerot bei adulten Tieren. Die Füße sind grau und zygodaktyl angelegt – zwei Zehen zeigen nach vorn, zwei nach hinten –, was den Vögeln das Greifen und Klettern an Ästen erleichtert. Jungtiere sind insgesamt matter gefärbt und besitzen eine dunklere Iris.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Gelbscheitelamazone erstreckt sich über weite Teile Mittel- und Südamerikas, von Mexiko über Panama, Kolumbien und Venezuela bis ins nördliche Brasilien, nach Peru und Bolivien. Innerhalb dieses großen Areals besiedelt die Art unterschiedliche Habitate: tropische Tieflandregenwälder, Galeriewälder entlang von Flussläufen, lichte Trockenwälder, Savannenlandschaften mit Baumbestand sowie Mangrovenzonen. Auch in der Nähe menschlicher Siedlungen tritt sie auf, etwa in Plantagen, Obstgärten und Parklandschaften. In Höhenlagen ist die Art bis etwa 750 Meter anzutreffen, stellenweise auch höher. Durch eingebürgerte Populationen kommt die Gelbscheitelamazone mittlerweile auch in Teilen der USA (Südkalifornien, Florida) und vereinzelt in Europa vor.

Die taxonomische Einordnung der Gelbscheitelamazone war lange Gegenstand wissenschaftlicher Debatten. Zeitweise wurden die Gelbstirnamazone (Amazona ochrocephala ochrocephala), die Gelbnackenamazone (Amazona auropalliata) und die Doppelgelbkopfamazone (Amazona oratrix) als Unterarten geführt. Nach neueren molekulargenetischen Untersuchungen werden sie heute von vielen Autoren als eigenständige Arten behandelt. Im engeren Sinne umfasst Amazona ochrocephala dann noch mehrere Unterarten, deren genaue Abgrenzung weiterhin diskutiert wird.

Ernährung

Die Gelbscheitelamazone ernährt sich überwiegend pflanzlich. Auf dem Speiseplan stehen Samen, Nüsse, Früchte, Beeren, Blüten und Knospen verschiedener Baumarten. Gelegentlich werden auch Blätter und Rinde aufgenommen. In landwirtschaftlich genutzten Gebieten bedienen sich die Vögel an Mais, Mangos, Zitrusfrüchten und anderen Kulturpflanzen, was sie bei Landwirten unbeliebt macht. Wie viele andere Amazonenpapageien suchen Gelbscheitelamazonen gelegentlich mineralhaltige Lehm- oder Tonwände auf – sogenannte Salzlecken oder Colpas. Dort nehmen sie Mineralien auf, die vermutlich der Neutralisierung pflanzlicher Toxine dienen und den Mineralstoffhaushalt ergänzen.

Verhalten & Lebensweise

Gelbscheitelamazonen sind tagaktive Vögel, die in der Regel paarweise oder in kleinen Gruppen auftreten. Außerhalb der Brutzeit versammeln sie sich an gemeinsamen Schlafbäumen, wo sich Schwärme von mehreren Dutzend bis zu mehreren Hundert Individuen bilden können. Bei Sonnenaufgang fliegen die Tiere lautstark in ihre Nahrungsgebiete, abends kehren sie zurück. Die Rufe sind durchdringend und vielfältig – ein typisches Merkmal der Gattung Amazona.

Die Art gilt als standorttreu, unternimmt jedoch lokale Wanderungen in Abhängigkeit vom saisonalen Nahrungsangebot. Innerhalb ihrer Schwärme bestehen feste Paarbindungen, die über viele Jahre, oft lebenslang, gehalten werden. Partnertiere halten engen körperlichen Kontakt, putzen sich gegenseitig das Gefieder und fliegen synchron. Gegenüber Artgenossen kann es an Futterstellen und Brutplätzen zu Auseinandersetzungen kommen, bei denen die Vögel mit aufgestelltem Gefieder drohen und laut rufen.

Gelbscheitelamazonen sind für ihre ausgeprägte Lernfähigkeit und ihr Nachahmungstalent bekannt. In menschlicher Obhut erlernen viele Individuen Wörter und kurze Sätze, was die Art seit Jahrhunderten zu einem begehrten Heimtier macht.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Brutzeit fällt in den meisten Teilen des Verbreitungsgebiets in die Trockenzeit oder den Übergang zur Regenzeit. Als Höhlenbrüter nutzt die Gelbscheitelamazone natürliche Baumhöhlen, bevorzugt in abgestorbenen Palmen oder großen Laubbäumen. Das Weibchen legt in der Regel zwei bis vier weiße Eier, die es über einen Zeitraum von etwa 26 bis 28 Tagen allein bebrütet. Während dieser Phase wird es vom Männchen mit Nahrung versorgt. Die Küken schlüpfen nackt und blind und werden von beiden Elternteilen gefüttert. Nach rund acht bis zehn Wochen verlassen die Jungvögel die Bruthöhle, bleiben aber noch mehrere Monate im Familienverband und werden in dieser Zeit weiter mit Futter versorgt, bis sie vollständig selbstständig sind.

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