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Glucke

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Tierart – Insekten > Schmetterlinge – Nachtfalter

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Gastropacha quercifolia (Kupferglucke); Gattung Gastropacha, zahlreiche weitere Arten in der Familie
  • Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
  • Familie: Glucken (Lasiocampidae)
  • Lebensraum: Laubwälder, Waldränder, Obstgärten, Heckenlandschaften, Parks
  • Flügelspannweite: 25–90 mm je nach Art und Geschlecht
  • Gewicht: ca. 0,5–3 g (artabhängig)
  • Lebenserwartung: Gesamtentwicklung etwa 1 Jahr; Imagines (erwachsene Falter) leben nur wenige Tage bis maximal zwei Wochen

Aussehen & Merkmale

Der Name „Glucke" leitet sich von der charakteristischen Ruhestellung der Falter ab: Sie legen ihre Flügel dachziegelartig über den Körper und erinnern dabei an eine brütende Henne – eine Glucke. Die Familie Lasiocampidae umfasst in Mitteleuropa mehrere Arten, darunter die Kupferglucke (Gastropacha quercifolia), die Eichenglucke (Lasiocampa quercus), die Grasglucke (Euthrix potatoria, auch Trinkerin genannt) und die Kiefernglucke (Dendrolimus pini).

Glucken sind mittelgroße bis große Nachtfalter mit kräftigem, dicht behaarten Körper. Die Behaarung am Thorax und Hinterleib ist wollig und dient der Wärmeisolation während kühler Nächte. Die Flügel sind breit und von erdigen Braun-, Ocker- und Kupfertönen dominiert. Viele Arten zeigen auf den Vorderflügeln dunkle Querlinien und einen hellen oder dunkleren Mittelfleck, der als Diskalfleck bezeichnet wird. Die Hinterflügel sind meist einfarbig und heller als die Vorderflügel.

Die Fühler sind bei den Männchen deutlich gefiedert – eine Anpassung, die der Wahrnehmung weiblicher Pheromone über große Distanzen dient. Weibchen besitzen dagegen fadenförmige oder nur schwach gekämmte Antennen. Ein auffälliger Geschlechtsdimorphismus zeigt sich auch in der Körpergröße: Weibchen sind in der Regel deutlich größer und schwerer als Männchen, da sie eine große Zahl an Eiern im Hinterleib tragen.

Die Raupen der Glucken sind langgestreckt, oft dicht behaart und tragen seitliche Haarbüschel oder samtige Behaarung. Bei manchen Arten, etwa der Kiefernglucke, können die Raupenhaare bei Berührung Hautreizungen beim Menschen auslösen.

Lebensraum & Verbreitung

Die Familie Lasiocampidae ist weltweit verbreitet und umfasst rund 2.000 Arten, von denen etwa 30 in Mitteleuropa vorkommen. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über die gesamte Paläarktis, von Westeuropa bis Ostasien. In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind Glucken in verschiedenen Habitaten vertreten.

Bevorzugte Biotope sind Laub- und Mischwälder, lichte Waldränder, Streuobstwiesen, Feldgehölze und gebüschreiche Landschaften. Einige Arten wie die Grasglucke besiedeln auch Feuchtwiesen, Ufervegetation und Moorränder, während die Kiefernglucke an Kiefernforste gebunden ist. Die Kupferglucke kommt bevorzugt in wärmebegünstigten Lagen mit Schlehen- und Weißdornhecken vor.

Ernährung

Die erwachsenen Falter nehmen keine oder nur sehr eingeschränkt Nahrung auf. Ihr Saugrüssel ist bei vielen Arten der Familie stark zurückgebildet oder funktionslos. Die gesamte Energieversorgung für die kurze Imaginalphase stammt aus den Fettreserven, die während des Raupenstadiums aufgebaut wurden.

Die Raupen ernähren sich je nach Art von den Blättern verschiedener Laubbäume und Sträucher. Die Kupferglucke frisst an Schlehe, Weißdorn, Pflaume und anderen Rosengewächsen. Die Eichenglucke ist polyphag und akzeptiert neben Eichenlaub auch Birke, Weide, Heidelbeere und Brombeere. Raupen der Kiefernglucke fressen ausschließlich Kiefernnadeln und können bei Massenvermehrung in Forsten erhebliche Fraßschäden verursachen – ein Grund, weshalb diese Art forstlich relevant ist.

Verhalten & Lebensweise

Glucken sind strikt nachtaktiv. Die Falter ruhen tagsüber an Baumstämmen, Ästen oder im Laub am Boden und verlassen sich auf ihre kryptische Flügelfärbung als Tarnung. Die Kupferglucke imitiert in ihrer Ruhestellung ein vertrocknetes Laubblatt so überzeugend, dass sie selbst auf kurze Distanz kaum zu erkennen ist.

Männchen fliegen in den Abend- und Nachtstunden aktiv auf der Suche nach Weibchen. Sie werden dabei von Sexualpheromonen geleitet, die das Weibchen aus einer Drüse am Hinterleibsende abgibt. Die gefiederten Fühler der Männchen ermöglichen es ihnen, diese Duftstoffe über Entfernungen von mehreren hundert Metern wahrzunehmen. Lichtquellen üben auf die Männchen eine starke Anziehung aus, weshalb Glucken regelmäßig an Lichtfallen und beleuchteten Gebäuden beobachtet werden.

Die Raupen leben einzeln oder in lockeren Ansammlungen an ihren Fraßpflanzen. Bei Störung rollen sich viele Gluckenraupen zusammen oder lassen sich zu Boden fallen – eine einfache, aber wirksame Abwehrstrategie gegen Fressfeinde wie Vögel und parasitische Schlupfwespen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarung erfolgt meist in der ersten Nacht nach dem Schlupf des Weibchens. Das Weibchen legt seine Eier in Gruppen oder Ringen an Zweige und Rindenstücke der jeweiligen Fraßpflanze ab. Je nach Art umfasst ein Gelege zwischen 100 und 300 Eier. Die Eier sind oval, leicht abgeflacht und oft mit einer schaumigen Sc