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Goldstreifensalamander

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Tierart – Amphibien > Schwanzlurche – Salamander & Molche

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Chioglossa lusitanica (Bocage, 1864)
  • Ordnung: Schwanzlurche (Caudata)
  • Familie: Echte Salamander (Salamandridae)
  • Gattung: Chioglossa (monotypisch)
  • Lebensraum: Feuchte, schattige Schluchten und Bachläufe in atlantisch geprägten Gebirgsregionen
  • Größe: 13–16 cm Gesamtlänge (davon etwa zwei Drittel Schwanz)
  • Gewicht: ca. 3–5 g
  • Lebenserwartung: bis zu 10 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft vereinzelt länger

Aussehen & Merkmale

Der Goldstreifensalamander ist ein schlanker, langgestreckter Schwanzlurch mit einem auffallend langen Schwanz, der deutlich mehr als die Hälfte der Gesamtkörperlänge ausmacht. Die Grundfärbung der glatten, drüsenreichen Haut ist dunkelbraun bis schwarz. Namensgebend sind zwei kupfer- bis goldfarbene Längsstreifen, die vom Hinterkopf über den Rücken bis zur Schwanzspitze verlaufen und dort häufig zu einem einzigen Band verschmelzen. Diese dorsalen Streifen können je nach Population in Intensität und Breite variieren.

Der Kopf ist im Vergleich zu anderen Salamandern schmal und leicht abgeflacht, die Schnauze stumpf gerundet. Die Augen sind groß und vorstehend mit dunkler Iris. Die Gliedmaßen sind kurz und zierlich – ein Merkmal, das zusammen mit dem langen Schwanz dem Tier ein fast eidechsenartiges Erscheinungsbild verleiht. Im Unterschied zu Reptilien fehlen dem Goldstreifensalamander selbstverständlich Schuppen; die Haut ist nackt, feucht und permeabel, was für die Hautatmung essenziell ist. Parotoiddrüsen, wie sie beim verwandten Feuersalamander (Salamandra salamandra) ausgeprägt sind, fehlen weitgehend.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Goldstreifensalamanders beschränkt sich auf den Nordwesten der Iberischen Halbinsel. Die Art kommt im Norden Portugals sowie in den angrenzenden Regionen Galiciens und Asturiens im Nordwesten Spaniens vor. Damit zählt Chioglossa lusitanica zu den endemischen Amphibienarten Europas mit einem vergleichsweise kleinen Areal.

Das bevorzugte Habitat sind feuchte, kühle Schluchten und enge Bachtäler in Gebirgslagen zwischen 100 und 1.300 Metern Höhe. Der Salamander besiedelt vorwiegend Biotope mit permanent hoher Luftfeuchtigkeit: moosbedeckte Granitfelsen, Quellaustritte, schattige Bachränder unter dichtem Laubwald – insbesondere Eichen-, Kastanien- und Lorbeerwälder. Die Nähe zu sauberem, fließendem Wasser ist ein entscheidender Faktor bei der Habitatwahl. In trockenen oder stark besonnten Lagen fehlt die Art vollständig.

Ernährung

Der Goldstreifensalamander ernährt sich ausschließlich karnivor. Das Nahrungsspektrum umfasst kleine wirbellose Tiere: Fliegen, Mücken, Ameisen, Spinnen, Milben, Asseln und andere Gliederfüßer, die im unmittelbaren Umfeld der Bachläufe und feuchten Felspartien vorkommen. Die Beute wird mit einer schnellen Zungenbewegung erbeutet – eine Methode, die unter Salamandern ungewöhnlich ist und eher an die Jagdtechnik von Fröschen erinnert. Die klebrige Zunge wird dabei blitzartig vorgeschleudert, um fliegende oder ruhende Insekten zu fangen. Dieses spezialisierte Jagdverhalten unterscheidet Chioglossa deutlich von den meisten anderen Vertretern der Familie Salamandridae, die ihre Beute eher durch langsames Anschleichen und Zuschnappen ergreifen.

Verhalten & Lebensweise

Der Goldstreifensalamander ist überwiegend nachtaktiv und verlässt seine Tagesverstecke – Felsspalten, Hohlräume unter Steinen, Moospolster – erst bei Einbruch der Dämmerung. Bei hoher Luftfeuchtigkeit oder Regen kann er gelegentlich auch tagsüber aktiv sein. Die Tiere leben einzelgängerisch und zeigen kein ausgeprägtes Territorialverhalten, nutzen jedoch feste Ruheplätze über längere Zeiträume hinweg.

Eine auffällige Verhaltensanpassung ist die Fähigkeit zur Autotomie: Wird der Salamander von einem Fressfeind ergriffen, kann er seinen langen Schwanz an vorgebildeten Bruchstellen abwerfen. Der abgetrennte Schwanz bewegt sich noch einige Zeit und lenkt den Angreifer ab, während das Tier flüchtet. Der Schwanz regeneriert sich anschließend, erreicht jedoch selten die ursprüngliche Länge. Diese Eigenschaft ist unter Salamandern selten und stellt ein weiteres Alleinstellungsmerkmal der Gattung Chioglossa dar.

Die Aktivitätsperiode erstreckt sich von März bis November. In den Wintermonaten zieht sich der Goldstreifensalamander in frostfreie Verstecke – häufig in Höhlen, Minen oder tiefe Felsspalten – zurück und verfällt in eine Kältestarre.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit fällt in die Monate September bis Dezember. Die Balz findet an Land statt: Das Männchen nähert sich dem Weibchen, umschlingt es mit den Vorderbeinen und drückt seine Kloakalregion gegen die des Weibchens. Anschließend setzt das Männchen eine Spermatophore auf dem Boden ab, die das Weibchen mit der Kloake aufnimmt – eine bei Schwanzlurchen verbreitete Form der inneren Befruchtung.

Das Weibchen legt etwa 12 bis 20 Eier, die einzeln oder in kleinen Gruppen an der Unterseite von Steinen in Bächen oder Quellbecken befestigt werden. Die Larvalentwicklung dauert je nach Wassertemperatur mehrere Monate. Die Larven sind aquatisch, besitzen externe Kiemenbüschel und ernähren sich von Kleinstorganismen im Wasser.