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Grillen

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Futter & Ernährung > Futtermittel – tierisch

Definition & Überblick

Grillen (Gryllidae) zählen zu den beliebtesten und nährstoffreichsten Futterinsekten in der Heimtierhaltung. Die bekannteste Art im Futterhandel ist die Heimchen (Acheta domesticus), gefolgt von der Steppengrille (Gryllus assimilis) und der Zweifleckgrille (Gryllus bimaculatus). Ursprünglich vor allem in der Terraristik als Lebendfutter etabliert, gewinnen Grillen zunehmend auch als getrocknetes oder gefriergetrocknetes Ergänzungsfuttermittel für Vögel, Kleinsäuger und sogar Hunde an Bedeutung.

Grillen sind in verschiedenen Größen erhältlich – von wenigen Millimetern (Mikrogrillen) bis zu etwa 2,5 Zentimetern bei ausgewachsenen Exemplaren. Diese Größenvielfalt macht sie als Futterinsekten äußerst vielseitig einsetzbar. Sie lassen sich lebend, gefroren, getrocknet oder als Grillenpulver verfüttern. Im Unterschied zu Mehlwürmern bieten Grillen ein günstigeres Verhältnis von Protein zu Fett und ein breiteres Spektrum an Mikronährstoffen.

Zusammensetzung & Inhaltsstoffe

Grillen gehören zu den proteinreichsten Futterinsekten überhaupt. Die Nährstoffzusammensetzung variiert je nach Art, Entwicklungsstadium und Fütterung der Grillen selbst, bewegt sich jedoch in folgenden typischen Bereichen (bezogen auf die Trockensubstanz):

  • Rohprotein: 55–70 %
  • Rohfett: 15–25 %
  • Rohfaser (Chitin): 5–10 %
  • Rohasche (Mineralstoffe): 3–6 %
  • Feuchte (lebend): ca. 68–75 %

Das Aminosäureprofil ist hochwertig und umfasst alle essenziellen Aminosäuren, darunter Methionin, Lysin und Tryptophan. An Mineralstoffen liefern Grillen nennenswerte Mengen an Kalzium, Phosphor, Eisen, Zink und Magnesium. Allerdings ist das Kalzium-Phosphor-Verhältnis mit etwa 1:3 bis 1:9 ungünstig, weshalb eine Supplementierung mit Kalzium – etwa durch Bestäuben mit Kalziumpulver (Dusting) – bei regelmäßiger Fütterung unerlässlich ist. An Vitaminen enthalten Grillen vor allem B-Vitamine (B1, B2, B12) sowie geringe Mengen an Vitamin A und E.

Für welche Tiere geeignet?

Grillen eignen sich als Futterinsekten für eine Vielzahl von Heimtieren:

  • Reptilien: Bartagamen, Leopardgeckos, Chamäleons, Anolis und viele weitere insektenfressende Echsen sowie kleinere Schlangen nehmen Grillen bereitwillig an. Für die meisten insektivoren Reptilien stellen sie einen zentralen Bestandteil der Futterration dar.
  • Amphibien: Frösche, Kröten, Molche und Axolotl profitieren von der Beweglichkeit lebender Grillen, die den natürlichen Jagdinstinkt stimuliert.
  • Spinnen und Skorpione: Vogelspinnen, Skorpione und andere Wirbellose erhalten Grillen als Hauptfutter in angepasster Größe.
  • Vögel: Insektenfressende Wildvögel, Weichfresser und Ziervögel nehmen getrocknete Grillen als proteinreiches Ergänzungsfuttermittel an, besonders während der Brutzeit und Jungenaufzucht.
  • Kleinsäuger: Igel, Zuckergleiter und omnivore Hamsterarten erhalten Grillen als tierische Proteinquelle im Rahmen einer abwechslungsreichen Ernährung.
  • Hunde und Katzen: Getrocknete Grillen oder Grillenpulver finden zunehmend Verwendung in hypoallergenen Futtermitteln und als proteinreiche Snacks, insbesondere für Tiere mit Futtermittelunverträglichkeiten.

Fütterungsempfehlung

Die optimale Futtermenge und das Fütterungsintervall richten sich nach Tierart, Körpergröße, Alter und Aktivitätsniveau. Einige Richtwerte:

  • Bartagamen (adult): 5–10 Grillen pro Fütterung, 2–3 Mal pro Woche. Jungtiere erhalten täglich kleinere Grillen in größerer Anzahl (20–40 Stück).
  • Leopardgeckos: 4–8 Grillen passender Größe alle 2–3 Tage.
  • Vogelspinnen: 1–3 Grillen pro Woche, abhängig von der Körpergröße der Spinne.
  • Igel: 5–10 getrocknete Grillen täglich als Bestandteil der Gesamtration.

Die Grillen sollten maximal so groß sein wie der Augenabstand des zu fütternden Tieres – eine bewährte Faustregel, die das Erstickungsrisiko minimiert. Lebendfutter empfiehlt sich grundsätzlich vor der Verfütterung durch Gut Loading aufzuwerten: Die Grillen werden 24–48 Stunden vor der Fütterung mit nährstoffreichem Futter (Möhren, Löwenzahn, spezielles Gut-Loading-Futter) versorgt, um ihren Nährwert deutlich zu steigern.

Vorteile & Nachteile

Vorteile:

  • Hervorragender Proteingehalt mit vollständigem Aminosäureprofil
  • Geringerer Fettgehalt als Mehlwürmer oder Wachsmotten – dadurch auch für übergewichtige Tiere besser geeignet
  • Aktive Bewegung stimuliert das natürliche Jagdverhalten und beugt Langeweile vor
  • In verschiedenen Größen und Darreichungsformen verfügbar
  • Durch Gut Loading und Dusting individuell im Nährwert