Gurke
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Definition & Überblick
Die Gurke (Cucumis sativus) gehört zur Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae) und zählt zu den wasserreichsten Gemüsearten überhaupt. Mit einem Wasseranteil von rund 95 Prozent liefert sie nur sehr wenig Energie, dafür aber eine Reihe wertvoller Mikronährstoffe. In der Tierernährung wird die Gurke als pflanzliches Ergänzungsfuttermittel eingesetzt – sie eignet sich nicht als Alleinfuttermittel, da sie weder ausreichend Protein noch Fett oder Rohfaser liefert, um den Nährstoffbedarf eines Tieres zu decken. Ihre Stärke liegt vielmehr in der Flüssigkeitszufuhr, der kalorienarmen Futterergänzung und der Akzeptanz bei vielen Tierarten. Verfüttert werden in der Regel Salatgurken (Schlangengurken) aus konventionellem oder biologischem Anbau; Einlegegurken in Essig oder Salzlake sind für die Tierfütterung grundsätzlich ungeeignet.
Zusammensetzung & Inhaltsstoffe
Die Nährwerte der frischen Salatgurke pro 100 g im Überblick:
- Wasser: ca. 95–97 g
- Energie: ca. 12–15 kcal (50–65 kJ)
- Protein (Rohprotein): ca. 0,6–0,7 g
- Fett (Rohfett): ca. 0,1–0,2 g
- Rohfaser: ca. 0,5–0,9 g
- Kohlenhydrate: ca. 1,8–2,0 g
Trotz ihres geringen Energiegehalts enthält die Gurke bemerkenswerte Mikronährstoffe. An Vitaminen sind vor allem Vitamin K, Vitamin C, verschiedene B-Vitamine (insbesondere B5, B1) sowie geringe Mengen Beta-Carotin (Provitamin A) vorhanden. Bei den Mineralstoffen sticht Kalium hervor (ca. 140–160 mg/100 g), daneben finden sich Magnesium, Calcium, Phosphor und Spuren von Eisen, Zink sowie Mangan. Die Schale enthält zusätzlich sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide und Triterpene, die antioxidative Eigenschaften besitzen. Der Gehalt an Cucurbitacinen – Bitterstoffen, die in Wildformen und bei Stresswachstum auftreten – ist bei modernen Kultursorten durch Züchtung weitgehend eliminiert.
Für welche Tiere geeignet?
Die Gurke lässt sich bei zahlreichen Tierarten als Futterbestandteil einsetzen:
- Hunde: Gut verträglich, kalorienarm – ideal als Snack bei Übergewicht oder als Bestandteil einer BARF-Ration.
- Katzen: Wird von manchen Katzen akzeptiert, von vielen jedoch verschmäht. Kann in kleinen Mengen angeboten werden, liefert aber kaum relevante Nährstoffe für obligate Karnivoren.
- Kaninchen: Sehr beliebt und gut verträglich. Wegen des niedrigen Rohfasergehalts nur als Ergänzung zu Heu und Frischfutter verwenden.
- Meerschweinchen: Ebenfalls geeignet, allerdings in Maßen, da der hohe Wassergehalt bei übermäßiger Fütterung Durchfall auslösen kann.
- Schildkröten (Landschildkröten): Akzeptabel als gelegentliche Abwechslung. Der geringe Nährstoffgehalt macht sie jedoch zu einem wenig wertvollen Futtermittel für herbivore Reptilien, die kalziumreiches Futter benötigen.
- Hühner und anderes Geflügel: Gerne genommen, besonders im Sommer als Flüssigkeitsquelle. Die Gurke kann halbiert oder in Stücken angeboten werden.
- Pferde: In kleinen Mengen als Leckerli unbedenklich.
Nicht geeignet ist die Gurke für rein insektivore oder strikt karnivore Arten, bei denen pflanzliche Bestandteile im Verdauungstrakt Probleme verursachen können.
Fütterungsempfehlung
Da die Gurke ein Ergänzungsfuttermittel mit geringem Nährwert ist, sollte sie stets nur einen kleinen Teil der gesamten Futterration ausmachen. Als Orientierung gelten folgende Richtwerte:
- Hunde: Je nach Körpergröße 2–5 Scheiben (ca. 30–80 g) pro Tag, roh und ungewürzt. Die Futtermenge kann bei übergewichtigen Tieren als Volumenersatz für kalorienreichere Snacks dienen.
- Kaninchen & Meerschweinchen: 1–2 dünne Scheiben pro Tier und Tag (ca. 20–40 g). Nicht täglich in großen Mengen füttern, um Verdauungsprobleme zu vermeiden. Das Fütterungsintervall sollte so gewählt werden, dass die Gurke innerhalb weniger Stunden gefressen wird, da sie schnell welkt und schimmeln kann.
- Geflügel: Eine halbe bis ganze Gurke pro Gruppe (5–10 Tiere), aufgeschnitten in Hälften oder Viertel.
- Pferde: Maximal eine halbe Gurke als gelegentliches Leckerli – nicht als regelmäßiger Bestandteil der Futterration.
Generell gilt: Die Gurke ersetzt keine strukturreichen Futtermittel (Heu, Gras) und keine proteinreichen Komponenten (Fleisch, Insekten, Leguminosen). Sie ergänzt die Ration um Flüssigkeit und Abwechslung.
Vorteile & Nachteile
Vorteile:
- Sehr kalorienarm – hervorragend geeignet für Tiere mit Übergewicht oder als Diät-Snack
- Hoher Wassergehalt unterstützt die Flüssigkeitsaufnahme, besonders bei trinkfaulen Tieren oder an heißen Tagen
- Gute Verträglichkeit bei den meisten Tierarten