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Hellroter Ara

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Tierart – Vögel > Papageien

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Ara macao
  • Ordnung: Papageien (Psittaciformes)
  • Familie: Eigentliche Papageien (Psittacidae)
  • Gattung: Eigentliche Aras (Ara)
  • Lebensraum: Tropische Regenwälder, Galeriewälder und Waldränder Mittel- und Südamerikas
  • Größe: 80–96 cm (einschließlich Schwanzfedern)
  • Gewicht: 900–1.100 g
  • Lebenserwartung: 40–50 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis zu 75 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Hellrote Ara, auch als Arakanga bezeichnet, gehört zu den größten und auffälligsten Vertretern der Papageien. Sein Gefieder ist überwiegend scharlachrot gefärbt. Die mittleren und großen Flügeldecken leuchten gelb, während die Schwungfedern und die äußeren Flügeldecken in kräftigem Blau erscheinen. Die langen, spitz zulaufenden Schwanzfedern zeigen auf der Oberseite ein tiefes Rot mit blauen Spitzen, die Unterseite schimmert goldrot.

Ein charakteristisches Merkmal ist das unbefiederte, weiße Gesichtsfeld, das sich von der Schnabelbasis bis hinter die Augen erstreckt. Diese nackte Hautpartie ist weitgehend glatt und zeigt nur wenige feine Federreihen. Der kräftige, hakenförmig gebogene Oberschnabel ist hornfarben mit einer dunklen Spitze, der Unterschnabel schwarz. Die Iris ist beim erwachsenen Vogel gelblich, bei Jungvögeln dagegen dunkelbraun. Die Beine und Füße sind grau bis dunkelgrau; die Zehen sind als Kletterfüße angeordnet – zwei Zehen zeigen nach vorn, zwei nach hinten (Zygodaktylie).

Vom nah verwandten Grünflügelara (Ara chloropterus) lässt sich der Hellrote Ara durch das gelbe Flügelband und die weitgehend glatte, unbefiederte Gesichtshaut unterscheiden. Beim Grünflügelara durchziehen dagegen deutliche rote Federreihen die nackte Wangenpartie, und die Flügeldecken sind grün statt gelb.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Hellroten Aras erstreckt sich von Südmexiko über Mittelamerika bis ins nördliche Südamerika – von Kolumbien und Venezuela über das Amazonasbecken bis nach Peru, Bolivien und das östliche Brasilien. Zwei Unterarten werden anerkannt: Ara macao cyanopterus in Mittelamerika und Ara macao macao in Südamerika. Die mittelamerikanische Unterart ist etwas größer und zeigt ein breiteres blaues Band auf den Flügeln.

Als Habitat bevorzugt die Art immergrüne tropische Tieflandregenwälder, kommt aber auch in Galeriewäldern entlang von Flussläufen, an Waldrändern und in halboffenen Landschaften mit ausreichendem Baumbestand vor. Die Höhenverbreitung reicht vom Meeresniveau bis etwa 1.000 Meter, vereinzelt auch bis 1.500 Meter. Der Hellrote Ara ist auf große, zusammenhängende Waldflächen angewiesen, da er weite Strecken zwischen Schlaf-, Fress- und Brutplätzen zurücklegt.

Ernährung

Der Hellrote Ara ernährt sich vorwiegend von Samen, Nüssen, Früchten und Beeren. Mit seinem kräftigen Schnabel kann er selbst hartschalige Nüsse und Palmfrüchte aufbrechen. Ergänzend stehen Blüten, Nektar und gelegentlich Insektenlarven auf dem Speiseplan. Eine Besonderheit ist der regelmäßige Besuch sogenannter Lehmlecken – freiliegender Flussufer oder Steilwände aus tonhaltigem Sediment. Dort nehmen die Vögel mineralhaltige Erde auf. Es wird angenommen, dass die enthaltenen Tonminerale pflanzliche Toxine aus unreifen Früchten und Samen im Verdauungstrakt binden und so neutralisieren. Diese Lehmlecken werden oft von mehreren Ara-Arten gleichzeitig aufgesucht und stellen soziale Treffpunkte dar.

Verhalten & Lebensweise

Hellrote Aras sind tagaktive Vögel, die meist in Paaren oder kleinen Familiengruppen unterwegs sind. An Schlafbäumen und Lehmlecken versammeln sich jedoch regelmäßig größere Gruppen von mehreren Dutzend Individuen. Die Paarbindung ist ausgesprochen eng und hält in der Regel lebenslang. Die Partner sitzen dicht beieinander, pflegen gegenseitig ihr Gefieder und fliegen stets synchron.

Im Flug sind Hellrote Aras durch ihre langen Schwanzfedern und die leuchtende Farbgebung auf große Entfernung erkennbar. Sie fliegen mit gleichmäßigen, flachen Flügelschlägen und erreichen beachtliche Geschwindigkeiten. Ihr Ruf ist ein durchdringender, rauer Schrei, der über weite Distanzen hörbar ist und der Kommunikation innerhalb der Gruppe sowie der Reviermarkierung dient. Ein klar abgegrenztes Revier verteidigen die Vögel jedoch nicht – sie nutzen überlappende Streifgebiete und wechseln je nach Nahrungsangebot zwischen verschiedenen Waldabschnitten.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Brutzeit variiert je nach Region und fällt meist in die Trockenzeit. Als Nistplatz dienen natürliche Baumhöhlen in großen, abgestorbenen oder lebenden Urwaldriesen, oft in Höhen von 15 bis 30 Metern. Das Weibchen legt in der Regel zwei bis drei weiße Eier, die es über einen Zeitraum von etwa 24 bis 28 Tagen bebrütet. Während dieser Phase versorgt das Männchen die Partnerin mit Nahrung.

Die Küken schlüpfen nackt und blind. Beide Elternvögel füttern den Nachwuchs durch Hervorwürgen vorverdauter Nahrung. Nach etwa 90 bis 110 Tagen sind die Jungvögel flügge, bleiben aber noch mehrere Monate bei den Eltern, um Nahrungssuche und Sozialverhalten zu erlernen. Da die Aufzucht sehr zeitintensiv ist, brüten Hellrote Aras in der Regel nur alle ein bis zwei