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Herz

H

Futter & Ernährung > Futtermittel – tierisch

Definition & Überblick

Als Herz bezeichnet man in der Tierernährung das Muskelorgan verschiedener Schlachttiere – vorwiegend von Rind, Lamm, Huhn, Pute, Ente und Wild –, das als hochwertiges Einzelfuttermittel in der Rohfütterung (BARF), als Bestandteil von Nassfutter oder als getrockneter Kausnack eingesetzt wird. Anatomisch handelt es sich beim Herz nicht um ein klassisches Innereiengewebe, sondern um quergestreifte Muskulatur. Es wird dennoch traditionell den Innereien zugeordnet, da es zu den Schlachtnebenprodukten zählt.

In der praktischen Fütterung nimmt Herz eine Sonderstellung ein: Es vereint die nährstoffdichte Zusammensetzung eines Organs mit der Textur und dem hohen Proteingehalt von Muskelfleisch. Dadurch eignet es sich hervorragend als Ergänzungsfuttermittel in einer ausgewogenen Futterration für Hunde, Katzen, Frettchen und bestimmte weitere Heimtiere.

Zusammensetzung & Inhaltsstoffe

Die Nährstoffzusammensetzung variiert je nach Tierart, aus der das Herz stammt. Rinderherz ist dabei das am häufigsten verfütterte und am besten dokumentierte Herzfuttermittel. Typische Analysewerte pro 100 g rohem Rinderherz:

  • Protein: 16–18 g – biologisch hochwertiges Eiweiß mit vollständigem Aminosäureprofil
  • Fett: 3–6 g – vergleichsweise mager, mit einem günstigen Fettsäuremuster
  • Rohfaser: nicht nachweisbar (tierisches Futtermittel)
  • Rohasche: ca. 1 g
  • Feuchtegehalt: 75–78 %

Besonders hervorzuheben ist der hohe Gehalt an Taurin – einer für Katzen essenziellen Aminosulfonsäure, die im Herz in deutlich höherer Konzentration vorkommt als in regulärem Muskelfleisch (ca. 60–120 mg/100 g). Darüber hinaus liefert Herz relevante Mengen an:

  • Vitaminen: B1 (Thiamin), B2 (Riboflavin), B6, B12, Niacin sowie geringe Mengen Vitamin A
  • Mineralstoffen und Spurenelementen: Eisen, Zink, Selen, Phosphor, Kalium, Magnesium
  • Coenzym Q10: ein natürliches Antioxidans, das im Herzmuskelgewebe in besonders hoher Konzentration vorliegt

Hühnerherzen weisen im Vergleich zu Rinderherz einen etwas höheren Fettgehalt auf (ca. 7–9 g/100 g), liefern aber ebenfalls exzellentes Protein und Taurin. Lammherz bewegt sich in den Werten zwischen Rind und Huhn.

Für welche Tiere geeignet?

Hunde profitieren stark von Herz als Bestandteil der Futterration. Es liefert mageres, gut verdauliches Protein und eignet sich auch für empfindliche Tiere oder Hunde mit Übergewicht, da der Fettanteil moderat ist.

Katzen sind auf die Zufuhr von Taurin angewiesen, da sie dieses nur begrenzt selbst synthetisieren können. Herz zählt daher zu den wichtigsten natürlichen Taurinquellen in der Katzenernährung. Bei der Rohfütterung von Katzen sollte Herz fester Bestandteil des Futterplans sein.

Frettchen als obligate Karnivoren verwerten Herz ebenfalls hervorragend. Es unterstützt deren hohen Proteinbedarf und liefert essenzielle Mikronährstoffe.

Für Reptilien (insbesondere fleischfressende Arten wie Warane oder Schlangen) kann Herz gelegentlich als Abwechslung angeboten werden, sollte jedoch nicht den Hauptanteil der Nahrung ausmachen, da ganze Beutetiere ein vollständigeres Nährstoffprofil bieten.

Nicht geeignet ist Herz als Futtermittel für Pflanzenfresser wie Kaninchen, Meerschweinchen oder Pferde.

Fütterungsempfehlung

Herz wird in der BARF-Fütterung üblicherweise dem Muselfleischanteil zugerechnet, wobei der Herzanteil maximal 15–20 % des gesamten Fleischanteils in der Futterration betragen sollte. Der Grund: Herz enthält aufgrund seiner Zusammensetzung deutlich mehr Purine und Phosphor als herkömmliches Muskelfleisch, was bei übermäßigem Verzehr die Nieren belasten kann.

  • Hunde: 3–5 Mal pro Woche als fester Bestandteil der Fleischmahlzeit; die Futtermenge orientiert sich am Gesamtfutterplan (etwa 2–3 % des Körpergewichts bei adulten Hunden)
  • Katzen: Täglich oder jeden zweiten Tag ein Anteil Herz in der Mahlzeit, um die Taurinversorgung sicherzustellen; empfohlener Anteil ca. 10–15 % der Gesamtration
  • Frettchen: Regelmäßig als Bestandteil einer abwechslungsreichen Fleischkost anbieten

Das Fütterungsintervall richtet sich nach der Gesamtgestaltung des Futterplans. Herz kann sowohl roh als auch leicht blanchiert verfüttert werden. Rohes Herz enthält mehr hitzeempfindliche Vitamine und Taurin; beim Kochen gehen insbesondere wasserlösliche B-Vitamine und Taurin teilweise in die Kochflüssigkeit über.

Vorteile & Nachteile

Vorteile:

  • Hervorragende natürliche Taurinquelle – unverzichtbar für Katzen
  • Hoher Proteingehalt bei moderatem Fettanteil
  • Reich an B-Vitaminen, Eisen, Zink und Coenzym Q10
  • Hohe Akzeptanz – die meisten Hunde und Katzen fressen Herz ausgesprochen gern
  • Vergleichsweise günstiges F