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Heu

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Futter & Ernährung > Futtermittel – pflanzlich

Definition & Überblick

Heu ist getrocknetes Gras und zählt zu den wichtigsten pflanzlichen Futtermitteln in der Tierernährung. Es entsteht durch das Mähen von Wiesen- oder Feldgräsern, die anschließend auf natürliche Weise oder maschinell getrocknet werden, bis ihr Feuchtigkeitsgehalt unter 15 Prozent sinkt. Durch diesen Trocknungsprozess wird das Grünfutter haltbar gemacht und behält einen Großteil seiner Nährstoffe über Monate hinweg.

Je nach botanischer Zusammensetzung unterscheidet man verschiedene Heutypen: Wiesenheu (aus artenreichen Naturwiesen), Luzerneheu (aus Luzerne, einem proteinreichen Schmetterlingsblütler), Kräuterheu (mit hohem Anteil an Wildkräutern) und Timothy-Heu (aus Wiesenlieschgras, besonders beliebt in der Kleintierernährung). Der Schnittzeitpunkt – erster, zweiter oder dritter Schnitt – beeinflusst den Nährstoffgehalt und die Struktur erheblich. Erster Schnitt liefert in der Regel rohfaserreicheres, gröberes Heu, während spätere Schnitte feiner und oft proteinreicher ausfallen.

In der Fütterung pflanzenfressender Tiere nimmt Heu eine zentrale Rolle ein. Für viele Tierarten gilt es als Grundfuttermittel oder sogar als Alleinfuttermittel, das den überwiegenden Teil der täglichen Futterration ausmacht.

Zusammensetzung & Inhaltsstoffe

Die Nährstoffzusammensetzung von Heu variiert stark je nach Pflanzenbestand, Schnittzeitpunkt, Bodenbeschaffenheit und Trocknungsbedingungen. Typische Richtwerte für gutes Wiesenheu (Trockensubstanz circa 86 Prozent) lauten:

  • Rohfaser: 25–35 Prozent – essenziell für die Verdauung und den Zahnabrieb bei Nagern und Pferden
  • Rohprotein (Protein): 6–14 Prozent – Luzerneheu erreicht Werte bis 18 Prozent
  • Rohfett (Fett): 1,5–3 Prozent
  • Rohasche (Mineralstoffe): 5–10 Prozent, darunter Calcium, Phosphor, Kalium und Magnesium
  • Vitamine: Beta-Carotin (Vorstufe von Vitamin A), Vitamin D (durch Sonneneinstrahlung während der Trocknung), Vitamin E und B-Vitamine in geringeren Mengen
  • Energiegehalt: etwa 6–9 MJ umsetzbare Energie pro Kilogramm Trockensubstanz

Der hohe Rohfasergehalt macht Heu zum idealen Strukturfutter. Es fördert die Darmmotorik, unterstützt eine gesunde Darmflora und sorgt bei Tieren mit stetig nachwachsenden Zähnen für den notwendigen Zahnabrieb. Der vergleichsweise moderate Energiegehalt beugt Übergewicht vor, wenn Heu in angemessener Futtermenge angeboten wird.

Für welche Tiere geeignet?

Heu ist für zahlreiche herbivore und omnivore Tierarten geeignet, wobei es je nach Spezies eine unterschiedliche Rolle in der Futterration spielt:

  • Kaninchen: Heu ist das wichtigste Futtermittel und sollte rund um die Uhr zur freien Verfügung stehen. Es dient als Alleinfuttermittel-Basis und ist unverzichtbar für die Zahngesundheit und Verdauung.
  • Meerschweinchen: Wie bei Kaninchen bildet Heu die Grundlage der täglichen Ernährung. Rohfaserreiches Wiesenheu ist hier die erste Wahl.
  • Chinchillas und Degus: Beide Arten benötigen rohfaserreiches, energiearmes Heu als Hauptfutter. Luzerneheu sollte aufgrund des hohen Calciumgehalts nur als Ergänzungsfuttermittel gegeben werden.
  • Pferde: Heu ist das zentrale Grundfuttermittel. Es deckt einen Großteil des Rohfaser- und Nährstoffbedarfs und ist für eine gesunde Darmfunktion unerlässlich.
  • Rinder, Schafe, Ziegen: In der Nutztierhaltung dient Heu als Winterfutter und Ergänzung zur Weidehaltung.
  • Schildkröten (Landschildkröten): Bestimmte Arten profitieren von Heu als rohfaserreiche Ergänzung.

Für reine Fleischfresser wie Katzen, Hunde oder Frettchen ist Heu als Futtermittel nicht geeignet, da ihr Verdauungssystem pflanzliche Rohfaser in dieser Form nicht verwerten kann.

Fütterungsempfehlung

Die empfohlene Futtermenge richtet sich nach Tierart, Körpergewicht und Aktivitätsgrad:

  • Kaninchen und Meerschweinchen: Heu ad libitum – also unbegrenzt verfügbar. Es sollte täglich frisch nachgelegt und verschmutztes Heu entfernt werden. Das Fütterungsintervall ist hier praktisch durchgehend, da diese Tiere als Dauerfresser auf eine kontinuierliche Rohfaserzufuhr angewiesen sind.
  • Chinchillas und Degus: Ebenfalls ad libitum. Die Heuraufe sollte nie leer sein.
  • Pferde: Mindestens 1,5 Kilogramm Heu pro 100 Kilogramm Körpergewicht täglich, idealerweise auf drei bis vier Fütterungsintervalle verteilt. Fresspausen sollten vier Stunden nicht überschreiten, um Magengeschwüren vorzubeugen.

Bei allen genannten Tierarten wird Heu durch frisches Grünfutter, Gemüse oder – je nach Art – geeignetes Kraftfutter als Ergänzungsfuttermittel ergänzt, um den vollständigen Nährstoffbedarf zu decken.

Vorteile & Nachteile

Vorteile:

  • Hoher Rohfasergehalt fördert eine gesunde