Heuschrecken
HFutter & Ernährung > Futtermittel – tierisch
Definition & Überblick
Heuschrecken zählen zu den beliebtesten tierischen Futtermitteln in der Terraristik und gewinnen auch in der Vogel- und Kleinsäugerernährung zunehmend an Bedeutung. Als Futterinsekten kommen vor allem zwei Arten zum Einsatz: die Wanderheuschrecke (Locusta migratoria) und die Wüstenheuschrecke (Schistocerca gregaria). Beide Arten werden in spezialisierten Zuchtbetrieben in verschiedenen Größen – von der Mikrobe bis zum adulten Tier – gezüchtet und als Lebendfutter, Frostfutter oder getrocknet angeboten.
Heuschrecken gelten als Ergänzungsfuttermittel mit hervorragendem Nährstoffprofil. Ihr hoher Proteingehalt, die gute Verdaulichkeit und das instinktiv ausgelöste Jagdverhalten machen sie zu einem wertvollen Bestandteil artgerechter Futterrationen für insektivore und omnivore Heimtiere. Im Gegensatz zu vielen anderen Futterinsekten bieten Heuschrecken ein vergleichsweise günstiges Calcium-Phosphor-Verhältnis und einen moderaten Fettgehalt.
Zusammensetzung & Inhaltsstoffe
Die Nährstoffzusammensetzung von Heuschrecken variiert je nach Art, Entwicklungsstadium und Fütterung der Insekten selbst. Die folgenden Werte beziehen sich auf adulte Wanderheuschrecken in der Frischmasse:
- Protein (Rohprotein): ca. 20–26 % – bestehend aus hochwertigen Aminosäuren, darunter essenzielle wie Methionin und Lysin
- Fett (Rohfett): ca. 6–10 % – deutlich weniger als bei Wachsmotten oder Zophobas, was Heuschrecken zu einem fettarmen Futterinsekt macht
- Rohfaser: ca. 8–12 % – bedingt durch das Chitin-Exoskelett, das als Ballaststoff die Darmtätigkeit anregt
- Feuchtigkeit: ca. 62–70 %
- Mineralstoffe: Calcium (ca. 15–25 mg/100 g), Phosphor (ca. 180–250 mg/100 g), Kalium, Magnesium, Zink und Eisen
- Vitamine: B-Vitamine (B1, B2, B12) in nennenswerten Mengen, geringe Gehalte an Vitamin A und E
Das Calcium-Phosphor-Verhältnis liegt bei etwa 1:8 bis 1:12 und ist damit – wie bei den meisten Futterinsekten – ungünstig. Eine gezielte Supplementierung durch Bestäuben mit Calciumpulver (sogenanntes „Dusting") vor der Verfütterung ist daher unerlässlich. Auch das „Gut-Loading", also die nährstoffreiche Fütterung der Heuschrecken 24–48 Stunden vor der Verfütterung, verbessert das Nährstoffprofil erheblich.
Für welche Tiere geeignet?
Heuschrecken eignen sich als Futterkomponente für eine breite Palette von Heimtieren:
- Reptilien: Bartagamen, Chamäleons, Geckos (Leopardgeckos, Taggeckos), Warane, Anolis und zahlreiche weitere insektivore oder omnivore Echsenarten. Auch manche Schildkrötenarten nehmen gelegentlich Heuschrecken an.
- Amphibien: Pfeilgiftfrösche (kleinere Stadien), Laubfrösche, Kröten und Molche – je nach Körpergröße passende Heuschreckenstadien wählen.
- Wirbellose: Große Vogelspinnen, Skorpione und Gottesanbeterinnen.
- Vögel: Insektivore Weichfresser, Würger, Bienenfresser und Starenvögel. Auch für die Jungenaufzucht vieler Ziervögel geeignet.
- Kleinsäuger: Igel, Spitzmäuse und bestimmte Mausarten profitieren gelegentlich von Heuschrecken als Proteinquelle.
Für rein herbivore Tiere wie Pflanzenfresser unter den Landschildkröten oder Leguane sind Heuschrecken nicht geeignet und können bei regelmäßiger Fütterung zu Organschäden führen.
Fütterungsempfehlung
Die optimale Futtermenge und das Fütterungsintervall richten sich nach Tierart, Alter, Größe und Aktivitätslevel des Futtertieres:
- Juvenile Reptilien: Tägliche Fütterung mit 5–15 altersgerechten Heuschrecken, je nach Körpergröße. Die Heuschreckengröße sollte maximal dem Augenabstand des Tieres entsprechen.
- Adulte Reptilien: 2–4 Fütterungen pro Woche mit jeweils 3–8 adulten Heuschrecken. Fasten- oder Ruhetage einplanen, um Übergewicht zu vermeiden.
- Amphibien: 2–3 Fütterungen pro Woche mit der passenden Größe. Überschüssige Futtertiere nach 15–20 Minuten aus dem Terrarium entfernen.
- Vögel: Als Bestandteil der Futterration mehrmals wöchentlich anbieten, ergänzend zu Weichfutter und anderen Insekten.
Grundsätzlich gilt: Heuschrecken sind ein Ergänzungsfuttermittel und sollten nicht als alleinige Nahrungsquelle dienen. Eine abwechslungsreiche Futterration aus verschiedenen Insektenarten – etwa Grillen, Schaben und Fliegenlarven – stellt die Versorgung mit allen notwendigen Nährstoffen sicher. Vor jeder Fütterung sollte ein Dusting mit einem hochwertigen Calcium-Vitamin-D3-Präparat erfolgen.
Vorteile & Nachteile
Vorteile:
- Hoher Proteingehalt bei gleichzeitig niedrigem Fettanteil – ideal zur Vermeid