Himbeerblätter
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Definition & Überblick
Himbeerblätter (Rubus idaeus) zählen zu den pflanzlichen Einzelfuttermitteln und werden in der Tierernährung als Ergänzungsfuttermittel eingesetzt. Die Blätter der Himbeerpflanze haben eine lange Tradition in der Kräuterheilkunde und finden sowohl getrocknet als auch frisch Verwendung im Futterplan verschiedener Tierarten. In der Praxis werden Himbeerblätter vor allem in der Fütterung von Kaninchen, Meerschweinchen, Chinchillas, Schildkröten und Pferden geschätzt.
Himbeerblätter sind kein Alleinfuttermittel, sondern dienen als wertvolle Ergänzung zur Grundfutterration. Ihr Einsatz zielt darauf ab, die Futterration abwechslungsreicher zu gestalten und gleichzeitig bestimmte gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe bereitzustellen. Die Blätter werden idealerweise zwischen Mai und September geerntet, bevor die Pflanze fruchtet, da zu diesem Zeitpunkt die Konzentration der wirksamen Inhaltsstoffe am höchsten ist.
Zusammensetzung & Inhaltsstoffe
Himbeerblätter weisen ein ernährungsphysiologisch interessantes Nährstoffprofil auf. Die getrockneten Blätter enthalten folgende Hauptbestandteile:
- Rohfaser: ca. 18–25 % – fördert die Verdauung und unterstützt eine gesunde Darmperistaltik
- Protein (Rohprotein): ca. 8–12 % – moderate Eiweißquelle
- Fett (Rohfett): ca. 2–4 % – gering, damit gut verträglich
- Rohasche: ca. 6–9 %
Besonders hervorzuheben ist der Gehalt an Gerbstoffen (vor allem Ellagitannine und Gallotannine), die adstringierend wirken und die Schleimhäute im Magen-Darm-Trakt schützen können. Darüber hinaus enthalten Himbeerblätter Flavonoide, Vitamin C, geringe Mengen an B-Vitaminen sowie die Mineralstoffe Kalzium, Eisen, Magnesium, Kalium und Mangan. Der hohe Kalziumgehalt ist je nach Tierart sowohl Vorteil als auch Risikofaktor – dazu mehr im Abschnitt Vorteile & Nachteile.
Zusätzlich enthalten die Blätter Fragarin, ein Alkaloid, dem eine entspannende Wirkung auf die glatte Muskulatur zugeschrieben wird. Dieser Inhaltsstoff ist der Grund, weshalb Himbeerblätter traditionell zur Geburtsvorbereitung bei Säugetieren eingesetzt werden.
Für welche Tiere geeignet?
Himbeerblätter eignen sich für eine Reihe von Tierarten und werden in unterschiedlichen Kontexten gefüttert:
- Kaninchen: Hervorragend geeignet als Bestandteil der täglichen Grünfutter- und Heuration. Kaninchen fressen Himbeerblätter in der Regel sehr gern, sowohl frisch als auch getrocknet.
- Meerschweinchen: Gut verträglich in kleinen Mengen als Ergänzung zum Grundfutter aus Heu und Frischfutter.
- Chinchillas und Degus: Ausschließlich getrocknet anbieten. Der niedrige Fettgehalt und der hohe Rohfaseranteil passen gut zur empfohlenen Ernährung dieser Arten.
- Landschildkröten: Himbeerblätter werden von vielen Schildkrötenarten akzeptiert und liefern wertvolle Rohfaser. Der Kalziumgehalt kommt dem Bedarf von Schildkröten entgegen.
- Pferde: In der Pferdefütterung werden Himbeerblätter gezielt bei tragenden Stuten eingesetzt, um die Beckenmuskulatur auf die Geburt vorzubereiten. Die Fütterung sollte erst im letzten Trächtigkeitsdrittel und in Absprache mit dem Tierarzt erfolgen.
- Hunde und Katzen: Gelegentlich als Kräuterzusatz im Futter verwendet, allerdings nicht als regulärer Futterbestandteil. Bei trächtigen Hündinnen wird manchmal Himbeerblättertee in der Spätträchtigkeit eingesetzt.
Nicht geeignet sind Himbeerblätter für Tiere, die auf eine strikt purinarme oder oxalatarme Diät angewiesen sind, sowie für Tierarten, deren Verdauungssystem nicht auf pflanzliche Rohfaser ausgelegt ist (z. B. reine Insektenfresser).
Fütterungsempfehlung
Da Himbeerblätter ein Ergänzungsfuttermittel darstellen, sollten sie stets nur einen Teil der gesamten Futterration ausmachen. Die empfohlene Futtermenge variiert je nach Tierart und Körpergewicht:
- Kaninchen (2–3 kg): Täglich eine kleine Handvoll frischer Blätter oder 1–2 Teelöffel getrocknete Blätter als Beimischung zum Heu. Das Fütterungsintervall kann täglich sein, eine Abwechslung mit anderen Kräutern und Blättern ist empfehlenswert.
- Meerschweinchen: 2–4 frische Blätter oder ½–1 Teelöffel getrocknete Blätter pro Tag, nicht als alleiniges Grünfutter.
- Chinchillas: 1–2 getrocknete Blätter, 2–3 Mal pro Woche. Frische Blätter vermeiden.
- Landschildkröten: Frische Blätter als Teil des Wiesengrün-Angebots, anteilig etwa 5–10 % der täglichen Grünfuttermenge.
- Pferde: 15–30 g getrocknete Blätter pro Tag, dem Kraftfutter oder einer Heucobs-Mischung beigemischt. Bei trächtigen Stuten Dosierung und Dauer mit dem Tierarzt abstimmen.
Grundsätzlich gilt: Neue Futtermittel sollten schrittweise eingeführt werden, um den Verdauung