T Tierlexikon.net
← Lexikon

Inkakakadu

I

Tierart – Vögel > Papageien

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Cacatua leadbeateri
  • Ordnung: Papageien (Psittaciformes)
  • Familie: Kakadus (Cacatuidae)
  • Gattung: Eigentliche Kakadus (Cacatua)
  • Lebensraum: Trockene und halbtrockene Regionen im Inneren Australiens
  • Größe: 33–40 cm Körperlänge
  • Gewicht: 300–435 g
  • Lebenserwartung: 40–60 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis über 80 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Inkakakadu gehört zu den farbenprächtigsten Vertretern der Familie der Kakadus. Sein Gefieder ist überwiegend weiß bis zartrosa, wobei Brust, Bauch und Gesichtspartie eine deutlich lachsrosa Tönung aufweisen. Das auffälligste Merkmal ist die große, nach vorn gebogene Federhaube, die der Vogel bei Erregung, Balz oder Bedrohung aufrichtet. Die Haube zeigt im aufgestellten Zustand ein markantes Farbmuster aus weißen, scharlachroten und gelben Querstreifen – ein Merkmal, das den Inkakakadu unverwechselbar macht und ihm in der englischsprachigen Literatur den Namen „Major Mitchell's Cockatoo" eingebracht hat.

Der kräftige, nach unten gebogene Schnabel ist hornfarben bis hellgrau und typisch für die Ordnung der Papageien als Werkzeug zum Knacken von Samen und zum Klettern ausgelegt. Die Iris ist beim Männchen dunkelbraun, beim Weibchen rötlich-braun – eines der wenigen Merkmale, an denen sich die Geschlechter äußerlich unterscheiden lassen. Die Füße sind grau und zygodaktyl, das heißt, zwei Zehen zeigen nach vorn und zwei nach hinten, was dem Vogel hervorragende Kletterfähigkeiten verleiht. Im Flug zeigt die Unterseite der Schwingen eine kräftig rosa Färbung.

Der deutsche Name „Inkakakadu" geht nicht auf eine Verbindung zu den südamerikanischen Inka zurück, sondern leitet sich vermutlich von der kronenartigen Haube ab, die an den Kopfschmuck indigener Völker erinnert. Ein weiterer gebräuchlicher Name im deutschsprachigen Raum ist „Leadbeaterkakadu", abgeleitet vom wissenschaftlichen Artnamen.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Inkakakadus erstreckt sich über weite Teile des australischen Binnenlandes. Er besiedelt vorwiegend aride und semiaride Zonen, darunter offene Eukalyptuswälder, Mallee-Buschland, Akaziensteppen und die Randbereiche von Wüstengebieten. Im Gegensatz zu vielen anderen Kakaduarten meidet er dicht bewaldete Küstenregionen und feuchte Biotope. Sein Habitat liegt typischerweise in Gebieten mit einem jährlichen Niederschlag unter 500 Millimetern.

Die Art ist in allen australischen Bundesstaaten mit Ausnahme von Tasmanien nachgewiesen, wobei die höchsten Populationsdichten im westlichen New South Wales, im südlichen Queensland und in Teilen South Australias auftreten. Die Tiere benötigen zwingend Zugang zu Wasserquellen und suchen diese täglich auf. Ihr Aktionsradius kann sich dabei über mehrere Dutzend Kilometer erstrecken. Im Gegensatz zum weit verbreiteten Gelbhaubenkakadu (Cacatua galerita) tritt der Inkakakadu nie in großen Schwärmen in urbanen Gebieten auf.

Ernährung

Der Inkakakadu ernährt sich hauptsächlich von Samen heimischer Pflanzen, darunter Samen von Callitris-Kiefern, Akazien und verschiedenen Gräsern. Darüber hinaus stehen Nüsse, Wurzeln, Knollen, Früchte und gelegentlich Insektenlarven auf dem Speiseplan. Die Nahrungssuche erfolgt sowohl am Boden als auch in Bäumen und Sträuchern. Während der Trockenzeit graben die Vögel mit ihrem kräftigen Schnabel Zwiebeln und Wurzeln aus dem Erdreich – ein Verhalten, das bei Kakadus häufig zu beobachten ist.

Die Nahrungsaufnahme findet bevorzugt in den kühleren Morgen- und Abendstunden statt. Während der heißen Mittagszeit ruhen die Tiere im Schatten dichter Baumkronen.

Verhalten & Lebensweise

Inkakakadus sind tagaktive Vögel, die paarweise oder in kleinen Gruppen von bis zu 50 Individuen leben. Große Schwärme, wie sie für den verwandten Nacktaugenkakadu (Cacatua sanguinea) typisch sind, bildet die Art nur selten. Die Paarbindung ist außerordentlich eng und hält in der Regel ein Leben lang. Die Vögel kommunizieren über eine Reihe von lauten, krächzenden Rufen, die über weite Distanzen hörbar sind.

Das Revier eines Brutpaares umfasst je nach Nahrungsangebot eine Fläche von mehreren Quadratkilometern. Gegenüber Artgenossen und insbesondere gegenüber Gelbhaubenkakadus verteidigen Inkakakadus ihr Brutrevier aggressiv. Diese interspezifische Konkurrenz um Nisthöhlen gilt als einer der limitierenden Faktoren für die Bestandsentwicklung.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Brutzeit fällt in den australischen Frühling und Sommer, typischerweise von August bis Dezember. Der Balz geht ein ausgiebiges gegenseitiges Putzen und Füttern der Partner voraus, begleitet vom Aufstellen und Senken der Federhaube. Inkakakadus brüten in natürlichen Baumhöhlen, bevorzugt in großen, alten Eukalyptusbäumen. Die Höhlen werden mit Holzspänen und Rindenstücken ausgekleidet.

Das Gelege besteht aus zwei bis fünf Eiern, die von beiden Elternteilen über einen Zeitraum von etwa 23 bis 26 Tagen bebrütet werden. Das Männchen übernimmt vorwiegend die Brut am Tag, das Weibchen die Nachtschicht. Die Nestlinge sind beim Schlupf nackt und blind. Sie werden von beiden Altvögeln gefüttert und verlassen die Nisthöhle nach etwa acht Wochen. Auch nach dem Ausfliegen bleiben die Jungvögel noch