Innereien
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Definition & Überblick
Als Innereien werden die inneren Organe von Schlachttieren bezeichnet, die als Futtermittel tierischen Ursprungs in der Ernährung von Hunden, Katzen und anderen karnivoren oder omnivoren Heimtieren eingesetzt werden. Dazu zählen unter anderem Leber, Herz, Niere, Milz, Lunge, Pansen, Blättermagen und Magen. In der Natur bilden Innereien einen selbstverständlichen Bestandteil der Beutemahlzeit – ein Wildcanide frisst sein Beutetier nahezu vollständig, wobei die Organe in der Regel zuerst verzehrt werden, da sie besonders nährstoffreich sind.
In der modernen Tierernährung gelten Innereien als hochwertiges Ergänzungsfuttermittel. Sie liefern Nährstoffe, die in reinem Muskelfleisch nur in geringer Konzentration vorkommen, und tragen wesentlich zu einer bedarfsgerechten Futterration bei. Ob roh im Rahmen einer BARF-Ernährung, gekocht oder als Bestandteil fertiger Nassnahrung – Innereien sind aus einer artgerechten Fütterung kaum wegzudenken.
Zusammensetzung & Inhaltsstoffe
Die Nährstoffzusammensetzung von Innereien variiert stark je nach Organ und Tierart. Grundsätzlich zeichnen sich Innereien durch folgende Merkmale aus:
- Protein: Innereien liefern hochwertiges tierisches Eiweiß mit einem vollständigen Aminosäureprofil. Der Proteingehalt liegt je nach Organ zwischen 12 und 22 Prozent. Herz und Leber gehören zu den proteinreichsten Innereien.
- Fett: Der Fettgehalt ist bei den meisten Innereien moderat bis niedrig (2–7 %), mit Ausnahme von Hirn, das einen deutlich höheren Fettanteil aufweist.
- Vitamine: Leber ist eine der konzentriertesten natürlichen Quellen für Vitamin A, Vitamin D, Vitamin B12, Folsäure und Biotin. Niere und Milz liefern ebenfalls nennenswerte Mengen an B-Vitaminen. Herz ist reich an Coenzym Q10 und Taurin – ein für Katzen essenzieller Nährstoff.
- Mineralstoffe & Spurenelemente: Innereien enthalten in relevanten Mengen Eisen (besonders Milz und Leber), Zink, Selen, Kupfer und Mangan. Die Bioverfügbarkeit dieser Mineralstoffe aus tierischen Quellen ist in der Regel höher als aus pflanzlichen Futtermitteln.
- Rohfaser: Der Rohfasergehalt von Innereien liegt praktisch bei null. Pansen und Blättermagen bilden eine Ausnahme, da sie Reste pflanzlichen Futterbreis enthalten können, wodurch geringe Mengen an Rohfaser in die Ration gelangen.
Für welche Tiere geeignet?
Innereien eignen sich grundsätzlich für alle Tiere, deren natürliches Nahrungsspektrum tierische Bestandteile umfasst:
- Hunde: Als fakultative Karnivoren profitieren Hunde erheblich von Innereien in der Futterration. Besonders bei selbst zusammengestellten Rationen (BARF, Kochen) sind Innereien unverzichtbar, um den Bedarf an Vitaminen und Spurenelementen zu decken.
- Katzen: Für obligate Karnivoren wie die Katze sind Innereien besonders wertvoll. Das im Herz enthaltene Taurin ist für Katzen lebensnotwendig, da sie diese Aminosäure nicht in ausreichender Menge selbst synthetisieren können.
- Frettchen: Als strikte Fleischfresser benötigen Frettchen einen hohen Anteil tierischer Komponenten, Innereien eingeschlossen.
- Greifvögel und Reptilien: Auch in der Fütterung von karnivoren Reptilien und Greifvögeln spielen Innereien eine Rolle, meist als Bestandteil ganzer Futtertiere.
Für rein herbivore Tiere wie Kaninchen, Meerschweinchen oder Pferde sind Innereien nicht geeignet und dürfen nicht verfüttert werden.
Fütterungsempfehlung
Innereien sollten regelmäßig, aber in kontrollierter Futtermenge Bestandteil der Ration sein. Als Faustregel für Hunde und Katzen gilt:
- Der Innereienanteil sollte insgesamt etwa 10–15 Prozent der gesamten Fleischration ausmachen.
- Davon entfällt ungefähr die Hälfte auf Leber, die restlichen Anteile verteilen sich auf andere Organe wie Herz, Niere, Milz und Lunge.
- Pansen und Blättermagen werden in vielen BARF-Plänen separat berechnet und können je nach Konzept 15–20 Prozent des Fleischanteils ausmachen.
- Das Fütterungsintervall ist flexibel gestaltbar: Innereien können täglich in kleinen Portionen oder zwei- bis dreimal wöchentlich in größeren Mengen gegeben werden, solange die Wochengesamtmenge stimmt.
Innereien allein stellen kein Alleinfuttermittel dar. Sie müssen immer mit Muskelfleisch, Knochen oder Kalziumquellen und gegebenenfalls pflanzlichen Komponenten kombiniert werden, um eine vollwertige Ration zu ergeben.
Vorteile & Nachteile
Vorteile:
- Extrem nährstoffdicht – bereits kleine Mengen decken einen großen Teil des Vitamin- und Mineralstoffbedarfs
- Hervorragende Proteinqualität mit hoher biologischer Wertigkeit
- Natürliche Quelle für schwer substituierbare Nährstoffe wie Taurin, Vitamin A und Hämeisen
- Hohe Akzeptanz bei den meisten Hunden und Katzen
- Im Vergleich zu Muskelfleisch häufig kostengünstiger
Nachteile:
- Überdosierung von Leber kann zu einer Hypervitaminose A führen – ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko
- Niere