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Javaneraffe

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Tierart – Säugetiere > Primaten

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Macaca fascicularis
  • Ordnung: Primaten (Primates)
  • Familie: Meerkatzenverwandte (Cercopithecidae)
  • Gattung: Makaken (Macaca)
  • Verbreitungsgebiet: Südostasien, von Myanmar über die Malaiische Halbinsel bis zu den Philippinen und den Kleinen Sundainseln
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge 38–65 cm, Schwanzlänge 40–65 cm
  • Gewicht: Weibchen 2,5–5,5 kg, Männchen 4–9 kg
  • Lebenserwartung: In freier Wildbahn etwa 25–30 Jahre, in Gefangenschaft bis zu 38 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Javaneraffe, auch als Langschwanzmakak oder Krabbenesser-Makak bezeichnet, ist ein mittelgroßer Primat mit schlankem Körperbau. Das Fell ist überwiegend graubraun bis olivbraun gefärbt, wobei die Bauchseite deutlich heller ausfällt. Die Haare auf dem Oberkopf wachsen häufig nach hinten und bilden einen flachen Scheitel. Das Gesicht ist weitgehend unbehaart und zeigt eine grau-rosafarbene Haut. Auffällig sind die hellen, teils weißlichen Haare an den Wangen, die das Gesicht optisch einrahmen.

Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal gegenüber dem nahe verwandten Rhesusaffen (Macaca mulatta) ist der lange Schwanz, der annähernd die Kopf-Rumpf-Länge erreicht. Die Hände und Füße sind dunkel pigmentiert. Wie bei allen Makaken weisen Männchen deutlich größere Eckzähne auf als Weibchen – ein Merkmal, das beim innerartlichen Konkurrenzkampf eine Rolle spielt. Bei ausgewachsenen Tieren besteht ein ausgeprägter Geschlechtsdimorphismus: Männchen werden erheblich schwerer und größer als Weibchen.

Lebensraum & Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Javaneraffen erstreckt sich über weite Teile Südostasiens. Die Art kommt in Myanmar, Thailand, Kambodscha, Vietnam, Malaysia, Indonesien (insbesondere Java, Sumatra, Borneo und Timor) sowie auf den Philippinen vor. Darüber hinaus wurden Populationen durch menschliche Einflüsse auf Mauritius, in Hongkong und in Teilen Papua-Neuguineas eingebürgert.

Javaneraffen besiedeln ein breites Spektrum an Habitaten. Sie bewohnen tropische Regenwälder, Mangrovenwälder, Sumpfgebiete, Sekundärwälder und Küstenregionen. Die Art zeigt eine hohe Anpassungsfähigkeit an menschlich veränderte Landschaften und dringt regelmäßig in Plantagen, Tempelanlagen und urbane Randzonen vor. Besonders häufig sind sie in Flussnähe und an Küsten anzutreffen, was ihnen den englischen Beinamen „crab-eating macaque" eingebracht hat. Sie bewegen sich von Meereshöhe bis in Höhenlagen von etwa 2.000 Metern.

Ernährung

Javaneraffen sind Allesfresser mit einem ausgesprochen breiten Nahrungsspektrum. Den Hauptanteil der Nahrung bilden Früchte, die je nach Saison 60 bis 90 Prozent der Diät ausmachen können. Ergänzt wird der Speiseplan durch Blätter, Blüten, Samen, Rinde und Insekten. In Küstenregionen erbeuten die Tiere Krabben, Muscheln und andere Wirbellose aus dem Gezeitenbereich – ein Verhalten, das nicht bei allen Populationen gleichermaßen ausgeprägt ist.

In der Nähe menschlicher Siedlungen nutzen Javaneraffen bereitwillig anthropogene Nahrungsquellen. Sie plündern Abfallbehälter, Obstgärten und landwirtschaftliche Flächen. Diese Flexibilität in der Ernährung ist ein Schlüsselfaktor für den Erfolg der Art in gestörten Lebensräumen.

Verhalten & Lebensweise

Javaneraffen leben in sozialen Gruppen von 20 bis über 100 Individuen. Die Sozialstruktur ist matrilinear organisiert: Weibchen verbleiben zeitlebens in ihrer Geburtsgruppe, während junge Männchen mit Erreichen der Geschlechtsreife abwandern. Innerhalb der Gruppe bestehen stabile Rangordnungen sowohl unter den Weibchen als auch unter den Männchen. Der Rang eines Weibchens wird maßgeblich durch die Position seiner Mutter bestimmt.

Die Tiere sind überwiegend tagaktiv und verbringen die Nachtstunden in Schlafbäumen, häufig an Flussufern oder über Wasser. Die Wahl solcher Schlafplätze dient dem Schutz vor Bodenprädatoren wie Leoparden und Pythons. Javaneraffen sind geschickte Schwimmer und springen bei Gefahr bereitwillig ins Wasser – eine unter Primaten ungewöhnliche Eigenschaft.

Gegenseitige Fellpflege, das sogenannte Grooming, ist eine zentrale soziale Aktivität. Sie dient nicht nur der Parasitenentfernung, sondern vor allem der Pflege sozialer Bindungen und der Bestätigung hierarchischer Beziehungen. Die Streifgebiete einer Gruppe variieren je nach Habitat und Ressourcenverfügbarkeit zwischen 0,2 und mehreren Quadratkilometern.

Fortpflanzung & Aufzucht

Weibchen erreichen die Geschlechtsreife mit etwa vier Jahren, Männchen mit sechs bis sieben Jahren. Eine feste Paarungszeit gibt es nicht; die Fortpflanzung findet ganzjährig statt, wobei in einigen Regionen saisonale Häufungen beobachtet werden. Die Tragzeit beträgt rund 162 bis 193 Tage. In der Regel wird ein einzelnes Jungtier geboren, Zwillingsgeburten sind selten.

Das Neugeborene wiegt etwa 300 bis 400 Gramm und klammert sich zunächst an den Bauch der Mutter. Die Stillzeit dauert etwa 12 bis 14 Monate, obwohl die Jungtiere schon nach wenigen Wochen beginnen, feste Nahrung zu probieren. Neben der Mutter beteiligen sich häufig andere Weibchen der Gruppe an der Betreuung des Nachwuchses, ein Verhalten, das als Allomutterschaft bezeichnet wird. Die Geburtsintervalle liegen bei etwa einem bis zwei Jahren.

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