Kakadu
KTierart – Vögel > Papageien
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Familie Cacatuidae
- Ordnung: Papageien (Psittaciformes)
- Familie: Kakadus (Cacatuidae)
- Gattungen: u. a. Cacatua, Calyptorhynchus, Eolophus, Nymphicus, Probosciger
- Artenanzahl: 21 rezente Arten
- Lebensraum: Wälder, Savannen, Halbwüsten und Kulturlandschaften in Australasien
- Größe: 30–65 cm (Nymphensittich ca. 30 cm, Palmkakadu bis 65 cm)
- Gewicht: 90–1.000 g je nach Art
- Lebenserwartung: 40–80 Jahre, in Menschenobhut vereinzelt über 80 Jahre
Aussehen & Merkmale
Kakadus unterscheiden sich von anderen Papageien durch eine bewegliche Federhaube auf dem Scheitel, die bei Erregung, Balz oder Abwehr aufgestellt wird. Das Gefieder ist bei vielen Arten überwiegend weiß, kann aber je nach Spezies auch grau, rosa oder schwarz gefärbt sein. So tragen die Rosakakadus (Eolophus roseicapilla) ein zartrosa Brustgefieder, während die Raben- und Langschnabelkakadus der Gattung Calyptorhynchus fast vollständig schwarzes Gefieder besitzen.
Der kräftige, seitlich abgeflachte Oberschnabel ist deutlich nach unten gebogen und dient als Kletterhilfe sowie als Werkzeug zum Aufbrechen harter Samenschalen. Eine anatomische Besonderheit ist das Fehlen der sogenannten Dyck-Textur in den Federn, die bei vielen anderen Papageien für grüne und blaue Farbeffekte sorgt. Daher kommen bei Kakadus keine Grün- oder Blautöne im Gefieder vor. Stattdessen produzieren spezielle Puderdunen ein feines, talkartiges Pulver, das dem Gefieder seinen seidigen Glanz verleiht und es vor Feuchtigkeit schützt.
Männchen und Weibchen lassen sich bei einigen Arten anhand der Augenfarbe unterscheiden: Weibliche Gelbhaubenkakadus (Cacatua galerita) besitzen häufig eine rötlich-braune Iris, während die der Männchen dunkelbraun bis schwarz ist.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Kakadus erstreckt sich über Australien, Neuguinea, Indonesien und einige Inselgruppen der östlichen Wallacea. Der Großteil der Arten ist auf dem australischen Kontinent heimisch. Dort besiedeln Kakadus ein breites Spektrum an Habitaten – von tropischen Regenwäldern und Eukalyptuswäldern über offene Savannen bis hin zu halbtrockenen Buschlandschaften und landwirtschaftlich genutzten Flächen.
Einige Arten wie der Gelbhaubenkakadu und der Nacktaugenkakadu (Cacatua sanguinea) haben sich gut an die Nähe des Menschen angepasst und kommen in Parks und Gärten australischer Städte vor. Der Palmkakadu (Probosciger aterrimus) dagegen bewohnt vor allem tropische Regenwälder auf Neuguinea und der Cape-York-Halbinsel im Nordosten Australiens. Auf den Philippinen lebt als einzige dort endemische Art der stark bedrohte Philippinenkakadu (Cacatua haematuropygia).
Ernährung
Kakadus sind vorwiegend Pflanzenfresser. Ihr Nahrungsspektrum umfasst Samen, Nüsse, Früchte, Beeren, Knollen, Wurzeln und Blüten. Mit ihrem kräftigen Schnabel knacken sie mühelos hartschalige Nüsse und Samenkapseln, die für viele andere Vogelarten unzugänglich sind. Ergänzend nehmen einige Arten Insekten und deren Larven zu sich, die sie aus morscher Rinde oder dem Erdreich herausgraben.
Der Palmkakadu ist auf die Früchte bestimmter Regenwaldbäume spezialisiert und benötigt daher intakte Waldbestände. Dagegen gelten Nacktaugen- und Gelbhaubenkakadus in landwirtschaftlichen Gebieten Australiens mitunter als Ernteschädlinge, weil sie in großen Schwärmen Getreidefelder aufsuchen.
Verhalten & Lebensweise
Kakadus sind tagaktive Vögel, die meist in Gruppen oder großen Schwärmen von mehreren Hundert Individuen leben. Die Schwarmgröße variiert je nach Art und Nahrungsangebot. Innerhalb dieser Verbände bestehen feste Paarbindungen, die häufig lebenslang halten.
Die Kommunikation erfolgt über ein breites Repertoire an lauten Rufen und Schreien, die über große Entfernungen hörbar sind. Zusätzlich nutzen Kakadus ihre bewegliche Federhaube als visuelles Signal: Eine aufgestellte Haube zeigt Erregung, Aggression oder Aufmerksamkeit an. Der Palmkakadu zeigt ein unter Vögeln einzigartiges Verhalten – er bricht Zweige ab und trommelt damit rhythmisch gegen hohle Baumstämme, vermutlich als territoriale Lautäußerung und zur Balz.
Kakadus zählen zu den intelligentesten Vogelarten. In Experimenten lösen sie komplexe mechanische Aufgaben und setzen Werkzeuge ein. Goffinkakadus (Cacatua goffiniana) wurden dabei beobachtet, wie sie eigenständig Stöckchen zurechtbissen, um an Futter außerhalb ihrer Reichweite zu gelangen.
Fortpflanzung & Aufzucht
Kakadus brüten in Baumhöhlen, die sie mit dem Schnabel erweitern. Die Verfügbarkeit geeigneter Nisthöhlen in alten, großen Bäumen ist ein begrenzender Faktor für viele Populationen. Je nach Art umfasst das Gelege ein bis fünf weiße Eier. Die Brutdauer liegt zwischen 20 und 33 Tagen; beide Elternteile teilen sich das Bebrüten.
Die Nestlinge sind Nesthocker – sie schlüpfen nackt und blind und werden über mehrere Wochen von beiden Altvögeln im Nest gefüttert. Die Nestlingszeit beträgt je nach