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Kalong

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Tierart – Säugetiere > Fledertiere

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Pteropus vampyrus
  • Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
  • Unterordnung: Flughunde (Megachiroptera)
  • Familie: Flughunde (Pteropodidae)
  • Gattung: Pteropus
  • Lebensraum: Tropische Regenwälder, Mangrovenwälder und Küstengebiete Südostasiens
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge 27–40 cm; Flügelspannweite bis 1,70 m
  • Gewicht: 0,6–1,2 kg
  • Lebenserwartung: Bis zu 15 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft über 20 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Kalong, auch als Großer Flughund oder Malaiischer Riesenflughund bezeichnet, ist die größte bekannte Fledertierart der Welt. Mit einer Flügelspannweite von bis zu 1,70 Metern übertrifft er alle anderen Vertreter der Ordnung Chiroptera in diesem Merkmal deutlich. Trotz dieser imposanten Spannweite bleibt das Körpergewicht vergleichsweise gering und übersteigt selten 1,2 Kilogramm – eine Anpassung an die Anforderungen des aktiven Fluges.

Das Fell des Kalongs ist am Rücken schwarz bis dunkelbraun gefärbt. Im Nacken- und Schulterbereich zeigt sich ein auffälliger rotbrauner bis goldgelber Kragen, der sich deutlich vom übrigen Fell abhebt und zur Identifikation der Art dient. Die Unterseite ist etwas heller. Der Kopf erinnert mit der langgezogenen Schnauze, den großen, dunklen Augen und den aufrecht stehenden Ohren an den eines Hundes – daher der deutsche Familienname „Flughund". Im Gegensatz zu den Fledermäusen (Microchiroptera) besitzt der Kalong kein funktionsfähiges Echoortungssystem; stattdessen verlässt er sich vorwiegend auf sein ausgezeichnetes Sehvermögen und seinen gut entwickelten Geruchssinn.

Die Flughaut (Patagium) erstreckt sich zwischen den stark verlängerten Fingerknochen und den Hinterbeinen. Ein Schwanz fehlt oder ist nur rudimentär vorhanden. An den Daumen beider Hände sitzen kräftige Krallen, die zum Greifen und Klettern in der Vegetation eingesetzt werden.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Kalongs erstreckt sich über weite Teile Südostasiens. Die Art kommt auf der Malaiischen Halbinsel, auf Borneo, Sumatra, Java, den Philippinen sowie auf zahlreichen kleineren Inseln des Malaiischen Archipels vor. Einzelne Populationen finden sich auch in Thailand, Myanmar und Vietnam.

Als bevorzugtes Habitat dienen tropische Tieflandregenwälder, Mangrovenwälder, Sumpfgebiete und Küstenwälder. Der Kalong besiedelt jedoch auch landwirtschaftlich genutzte Flächen, Obstplantagen und gelegentlich Parkanlagen in Siedlungsnähe. Entscheidend für die Eignung eines Biotops ist das Vorhandensein geeigneter Schlafbäume sowie ein ausreichendes Nahrungsangebot an Früchten und Blüten. Die Schlafkolonien befinden sich häufig in hohen, freistehenden Bäumen, nicht selten in unmittelbarer Nähe zu Gewässern.

Ernährung

Der Kalong ist ein reiner Pflanzenfresser (Frugivore und Nektarivore). Seine Nahrung besteht überwiegend aus reifen Früchten, darunter Mangos, Bananen, Papayas, Feigen und verschiedene Palmenfrüchte. Darüber hinaus nimmt er Nektar und Blütenpollen auf, indem er die Blüten mit seiner langen Zunge ausschleckt. Blätter und junge Triebe ergänzen gelegentlich den Speiseplan.

Bei der Nahrungsaufnahme zerquetscht der Kalong die Frucht mit seinen kräftigen Kiefern, saugt den Saft aus und spuckt die faserigen Rückstände in der Regel wieder aus. Auf seinen nächtlichen Nahrungsflügen legt er Strecken von bis zu 50 Kilometern zurück. Durch den Transport von Samen und die Bestäubung von Blüten erfüllt der Kalong eine zentrale ökologische Funktion für die Regeneration tropischer Wälder.

Verhalten & Lebensweise

Kalongs sind überwiegend nachtaktiv und dämmerungsaktiv. Den Tag verbringen sie kopfüber hängend in großen Schlafkolonien, die mehrere Hundert bis mehrere Tausend Individuen umfassen können. Einzelne Kolonien in ungestörten Gebieten erreichen Größen von über 10.000 Tieren. Innerhalb dieser Kolonien herrscht eine soziale Struktur, in der Männchen Reviere auf den Schlafbäumen beanspruchen und gegenüber Artgenossen verteidigen. Die Kommunikation erfolgt über ein breites Repertoire an Lautäußerungen – Rufen, Kreischen und Zwitschern – sowie über Körperhaltungen und Geruchssignale.

Kurz nach Sonnenuntergang verlassen die Tiere ihre Schlafplätze in großen Gruppen, um in umliegenden Wäldern und Plantagen nach Nahrung zu suchen. Dieser abendliche Ausflug ist ein eindrucksvolles Naturschauspiel, wenn sich Hunderte großer Flughunde gleichzeitig in die Luft erheben. Zum Morgengrauen kehren sie an ihren angestammten Schlafbaum zurück.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit des Kalongs fällt in der Regel in die Monate November bis Januar, wobei regionale Unterschiede bestehen. Während der Balz umwerben die Männchen die Weibchen durch Lautäußerungen und das Ausbreiten der Flügel. Die Art ist polygyn – dominante Männchen paaren sich mit mehreren Weibchen ihres Reviers.

Nach einer Tragzeit von etwa 140 bis 190 Tagen bringt das Weibchen ein einzelnes Jungtier zur Welt. Zwillingsgeburten sind äußerst selten. Das Neugeborene ist bereits behaart, hat offene Augen und klammert sich unmittelbar nach der Geburt an die Bauchseite der Mutter. In den ersten Lebenswochen wird das Jungtier bei den nächtlichen Nahrungsflügen mitgetragen; später bleibt es am